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Abriß des Heider Bahnhofsgebäudes

Eintrag von J.Schulz , 17.05.2011

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Der Abriß des Heider Bahnhofsgebäudes ist beim großen Modernisierungsprojekt für den Heider Bahnhof die Kehrseite der Medaille. Nun ist in der Nacht auf den heutigen Dienstag offenbar die letzte Wand gefallen, wie die Dithmarscher Landeszeitung hier heute berichtet. Dass das schöne und geschichtsträchtige Gebäude nicht weiterexistieren konnte, liegt insbesondere an der schwierigen Lage des Gebäudes zwischen den Gleisen. Eine Straßenzufahrt wäre nicht mehr möglich gewesen, da im Zuge der Einrichtung des elektronischen Stellwerks der Bahnübergang entfallen musste. Zudem war es Ziel von Stadt und LVS das Bahnhofsgebäude auf die “richtige” Seite, nämlich die Stadtseite zu bringen. Das neue Gebäude wird sicherlich nicht so repräsentativ sein, wie das alte Empfangsgebäude. Wir hoffen aber, dass die Kombination (einstöckiges) Gebäude und großzügiges Dach auf Gefallen stoßen wird. Das neue Gebäude soll noch vor Weihnachten 2011 stehen.

 

Das Empfangsgebäude in Heide musste leider abgerissen werden

Das Empfangsgebäude in Heide musste leider abgerissen werden

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Kommentare

  • Guten Morgen,
    dass das Thema “Abriß des Heider Bahnhofsgebäudes” die Gemüter beschäftigen würde, war mir klar. Ich kann von meiner Seite dazu nur sagen, dass wir als LVS bei “unseren” Bahnhofsplanungen kein Gebäude leichtfertig “opfern”. Ganz im Gegenteil: Wir versuchen, wo immer möglich, die Gebäude wiederzubeleben (siehe z.B. Bad St. Peter-Ording). Dafür muss es aber Konzepte geben und ein solches war für das Bahnhofsgebäude in Heide aufgrund der Lage zwischen den Gleisen nicht zu finden. Eine Veränderung des Spurplans, so dass eine Zufahrt zum Gebäude ohne Querung des Gleises nach Büsum möglich geworden wäre, hätte enorme Kosten verursacht und auch nicht den gewünschten Effekt gebracht, den Bahnhof näher an die Innenstadt zu bringen. Durch die jetzt entstehende neue Konfiguration von Bahnhofsgebäude und Bahnsteiganlagen ist das aber möglich. Bis ein neues Bahnhofsquartier in Heide entsteht, werden sicher noch ein paar Jahre vergehen. Die Grundlagen sind aber gelegt und in diesem Konzept hatte das Gebäude leider keine Chance mehr.

    Geschrieben von J.Schulz, 28/07/2011 10:17am (vor 7 Jahren)

  • Ganz sicher hat man den Bahnhof in den Jahren verfallen lassen und vernachlässigt, wie die gesamte Marschbahn nördlich von Itzehoe, wenn man gewollt hätte, wäre sicher eine Lösung denkbar gewesen, so hätte man den Zugang zum Vorplatz ähnlich den Hecktoren an anderen Stellen auf der Strecke realisieren können, um z.B. eine Zulieferung für Gastronomie sicherzustellen. Über den beiden Tunnel wäre man zu Füß und mit Rad auch dorthin gekommen. Nur: Es fand sich kein Interessent. Ich hätte mir vorstellen können, daß in dem Gebäude eine Radstation eingezogen wäre, die gar keine Straßenanbindung benötigt hätte, Anfahrt über den vorhandenen Stadttunnel wäre machbar gewesen. Nur: Wer hätte die Sanierung und den Umbau bezahlen sollen? Für die Belange des Bahnbetriebs war das Gebäude schlicht zu groß geworden und von den Räumen unzweckmäßig. Früher waren da neben der Fahrkartenausgabe, des Kiosk, des Bahnhofsrestaurant und der Gepäckannahme und Ausgabe auch Personale der DB anwesend, so gab es den Bahnhofsvorsteher, den letzten seiner Zunft habe ich noch im Obergeschoß besucht. Auch das BSW hatte da Räume. Bis auf das Reisezentrum, Toiletten und dem DB Service Store benötigt die Bahn keine weiteren Einrichtungen mehr. Das neue Empfangsgebäude soll wohl rund 600.000€ kosten, ist auf dem neuesten Stand, wärmegedämmt, direkt auf die Bedürfnisse zugeschnitten und günstiger im Unterhalt. Ob die Summe von 4.000.000€, die für eine notwendige Sanierung des alten Empfangsgebäudes im Raum standen nun zutreffen oder nicht, rein betriebswirtschaftlich wären selbst 400.000€ nicht zu rechtfertigen gewesen. Es ist nun einmal so, daß DB Station & Service ein eigenes Profit Center der DB AG ist, welches mindestens kostendeckend arbeiten sollte, besser noch Gewinne abwirft. Die Finanzierung geschieht über die Stationsgebühren der eigenen EVU der DB AG und der Privatbahnen, im Nahverkehr subventioniert durch Landesmittel, also unser aller Steuergelder. Es ist traurig um das schöne Gebäude und ein Stück Heider Geschichte, aber wie soll man es rechtfertigen, wenn die Stationsgebühren wegen hoher Unterhaltsaufwendungen solcher alter Gebäude angehoben werden müßten und deswegen die Fahrpreise steigen. Ja, den Pinneberger Bahnhof sehe ich auch auf der “Abschußliste”, ihm wird nicht einmal seine bessere Lage helfen. Wenn der Heider Bahnhof nicht irgendwann wegen seines Zustandes zur Betriebgefahr geworden wäre und sein dann notwendiger Abbruch erneute Baumaßnahmen erforderlich gemacht hätte, würde das Gebäude wohl noch stehen, so wie ander Bahnhöfe, die überall im Land vor sich hin gammeln. Auch neue, große Bahnhöfe wie in Berlin sind kaum noch Bahnhof, sondern eher ein Einkaufspassage, in denen man Bahneinrichtungen regelrecht suchen muß; nicht immer ist es möglich, wie in Lübeck oder Kiel vorhandene Substanz anzupassen. Der Bahnhof Altona ist ja schon eine jahrzehntealte Bausünde, wenn der neue Langenfelder Bahnhof irgendwann kommt, dann wird da sicher wieder rückgebaut. Wenn man die Strecke ansieht, so sind ja schon einige Bahnhöfe abgerissen worden, die in weit besserem Zustand waren, so in Wilster und in Sankt Michaelisdonn. Das wird sicher so weiter gehen. Die Bahn muß wirtschaftlich sein, wenn die DB kein verkehrspolitisches Griechenland werden soll. Es gibt momentan sehr schmerzhafte Maßnahmen, so den Verlust der Dienstposten in den bisherigen Stellwerken und eben der Bahnhof, das gleiche passierte vor Jahren zwischen Heide und Neumünster. Nur: Ohne diese Maßnahmen bleibt irgendwann nur noch eine Alternative: Stillegung der Strecke mangels Rentabilität!

    Geschrieben von Deichgraf63, 28/07/2011 10:16am (vor 7 Jahren)

  • Der Bahnhof ist von der Deutschen Bahn systematisch zur Ruine gemacht worden. Der Gaststätte und dem Imbiß hatte man schon lange gekündigt, mit irgendwelchen Vorwänden. Los war da eigentlich immer genug. Die ganze Bahnhofsumfeldplanung gab es da noch gar nicht. Es wäre auch eine Lösung mit dem Bahnhofsgebäude möglich gewesen, meine ich. Der Neubau der Bahnsteige für die Marschbahn hätte komplett so erfolgen können, dass der Bahnhof östlich umfahren worden wäre. Dadurch wäre die Insellage des Bahnhofes wieder beseitigt worden. Das hätte den Ursprungszustand wiederhergestellt: an der Westseite gab es ja zunächst gar keine Gleise. Das ganze Bahnareal in Heide wäre auch für diese Lösung groß genug gewesen. Hoffentlich erwischt es nicht noch mehr Bahnhöfe: In Pinneberg beispielsweise bröckelt die Farbe vom Gebäude und das Vordach am Bahnsteig ist nur noch ein Holzskelett.

    Geschrieben von Bahnkunde, 28/07/2011 10:14am (vor 7 Jahren)