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Kiels Partnerstadt Brest feiert neue Straßenbahn

Eintrag von Nadine Niewiera, 02.07.2012

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Zwei Tage ganz im Zeichen der „Tram“ – während hierzulande über die StadtRegionalBahn noch diskutiert wird, hat Kiels Partnerstadt Brest ein neues Straßenbahn-Netz mit einer großen Party eröffnet. Am 23. und 24. Juni war die ganze Stadt unterwegs, um die Straßenbahn zu begrüßen und das Angebot ausführlich kostenlos zu testen.  

Zahlreiche Artisten, Musiker und Künstler gestalteten ein buntes Rahmenprogramm, das bei Anwohnern wie Besuchern auf großes Interesse stieß. Jeder war eingeladen, sich zu beteiligen. Höhepunkt war der „Tanz der Tram“ am Samstagabend: Tausende Besucher haben mitgemacht und den Weg der Bahn zu einer eigens entworfenen Choreografie getanzt.

Auch eine Parade von Künstlern und Musikgruppen zog feierlich durch die Stadt

Seit der offiziellen Eröffnung am 23. Juni soll das neue Liniennetz nun die Stadtteile enger miteinander vernetzen und besser an die Innenstadt anbinden. Damit kann die Straßenbahn das öffentliche Leben in der Stadt stärken, mehr Raum für Fußgänger und Fahrradfahrer schaffen und so insgesamt die Attraktivität der Stadt steigern. Wirtschaft und Einzelhandel in der Stadt und im Umfeld werden von mehr Besuchern und Kunden in der Innenstadt profitieren, wie eine gemeinsame Studie von Stadt und Handelskammer zeigt. Langfristig rechnet die Stadt mit knapp 50.000 Fahrgästen pro Tag.

Die Anwohner begrüßen die „Tram“, wie sie genannt wird. Sie wurden schon während der Planung eingebunden: Sie konnten die Namen der Haltestellen per Internet auswählen. Auch das umfangreiche Informationsangebot zum Projekt wurde bereits während der Bauzeit gerne angenommen: neben einer Internetseite mit einer interaktiven Karte zum Baufortschritt gab es ein Informationszentrum, verschiedene Ausstellungen und Baustellenbesichtigungen.

Zehntausende Besucher säumten die Straßen bei den ersten Fahrten der Tram

Auf einer Strecke von 14,3 km verteilen sich 28 Haltestellen; damit ist jede Haltestelle innerhalb von 500 Metern erreichbar. Von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts fahren die Züge, in der Hauptverkehrszeit im 5-Minuten-Takt. Die bestehenden Buslinien werden ebenfalls verbessert, um durch fahrgastfreundliche Verbindungen das Gesamtnetz noch attraktiver zu machen. Für die Zukunft möchte Brest die Anbindung des Großraums Brest an das Stadtgebiet noch weiter ausbauen.

Die „Tram“ ist eine umweltfreundliche Alternative zum Auto, dank Elektroantrieb auch ohne Abgase. Jeder Zug bietet Platz für 200 Fahrgäste – und ersetzt damit durchschnittlich über 150 Autos. Der Umstieg wird durch Park&Ride-Parkplätze an ausgewählten Haltestellen vereinfacht. Die Haltestellen sind, ebenso wie die Fahrzeuge, leicht erreichbar und zugänglich, auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Insgesamt wurden 20 Züge beschafft.

Das etwa 383 Mio. Euro teure Projekt wurde mit 53 Mio. Euro staatlich gefördert; auch aus der Region sowie von der EU kamen Fördergelder. Zum größten Teil wurde die Straßenbahn durch das so genannte „Versement Transport“ finanziert. Diese Abgabe, einer Steuer vergleichbar, wird zweckgebunden für den öffentlichen Nahverkehr eingesetzt. Etwa 90 % der am Bau beteiligten Unternehmen kamen aus der Region, die dadurch neue wirtschaftliche Impulse erhielt. Eine ähnliche Entwicklung ist auch für Kiel denkbar, wenn die SRB gebaut wird.

Mehr zur Tram: http://www.letram-brest.fr/ 

Mehr zur Eröffnungsfeier: http://www.letramestanous.fr/

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