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Zur Barrierefreiheit zwischen Lübeck und Lüneburg

Eintrag von Jochen Schulz, 12.01.2012

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Hier ist der Bahnsteig noch nicht barrierefrei: LINT-Triebwagen in Mölln

Die Lübecker Nachrichten berichteten vor einigen Tagen über die mangelnde Barrierefreiheit der Strecke Lübeck-Lüneburg (Bericht unter diesem Link). Meines Erachtens wurde die Situation zu negativ dargestellt. So wurden in den vergangenen Jahren doch bereits wesentliche Verbesserungen erzielt und so zeichnet es sich doch - und das in einem überschaubaren Zeithorizont - ab, dass die Bedingungen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste bald optimal sein werden. Vielleicht muss einfach einmal ein paar Jahre zurückgeschaut werden: Vor Ende 2009 waren zwischen Lübeck und Lübeck ausschließlich Fahrzeuge (VT 628 und lokbespannte Züge mit n-Wagen "modernisierte Silberlinge") im Einsatz, die ungünstige Einstiegsverhältnisse aufwiesen.

Dies hat sich mit dem Einsatz der LINT-Triebwagen entscheidend geändert. Die Fahrzeuge sind auf die Standardbahnsteighöhe von 76 cm (in Schleswig-Holstein) abgestimmt, führen für Rollstühle anlegbare Überfahrrampen mit und erleichtern insbesondere älteren Menschen die Mitfahrt auch aufgrund der großen per Druckknopf öffnenden Türen. Sicher haben die Fahrzeuge auch Nachteile, worüber auch in diesem Blog einiges nachzulesen ist. Festzuhalten gilt jedoch, dass durch den Einsatz der neuen Fahrzeuge ein großer Schritt in Richtung Barrierefreiheit der Strecke Lübeck-Lüneburg getan wurde. Zusätzlich erfolgen in den Zügen jetzt Informationen sowohl optisch, als auch akutstisch (und dies in der Regel mit gut verständlichen Ansagen) Auch wenn momentan einige wenige Züge wieder mit den alten 628 gefahren werden, ändert dies nicht an der Tatsache, dass im Prinzip zwischen Lübeck und Lüneburg der Fahrzeugeinsatz den Anforderungen der Barrierefreiheit weitgehend entspricht.

 

Die Kombination von LINT, 76 cm hohen Bahnsteig und Überfahrrampe ermöglicht ein vergleichsweise einfaches Ein- und Aussteigen für Rollstuhlfahrer.

Nun zu den Stationen (von Lübeck ausgehend bis nach Lüneburg): Der Umbau des Lübecker Hauptbahnhofes hat die Zugänglichkeit wesentlich verbessert: Besonders große Aufzugskabinen sorgen dafür, dass möglichst viele Reisende je Aufzugsfahrt mitkommen. Die Station erfüllt die Anforderungen für mobilitätseingeschränkte Reisende meines Erachtens in allen wesentlichen Punkten. Dann Lübeck Flughafen: Auch hier stimmen Bahnsteighöhe und Zugänglichkeit. Der Weg in Richtung Flughafen wird durch einen Aufzug verkürzt. In Ratzeburg ist der Bahnsteig für die Züge in Richtung Lübeck bereits barrierefrei ausgebaut. In diesem Jahr soll auch der andere Bahnsteig (für die Züge in Richtung Büchen) modernisiert werden.

 

Ratzeburg: Der Bahnsteig am Empfangsgebäude wird in diesem Jahr barrierefrei ausgebaut; der andere ist es bereits

Dann folgt Mölln: Hier gibt es Überlegungen, den Bahnhof näher an die Innenstadt zu verlegen. Der dort neu zu bauende Bahnsteig wäre selbstverständlich barrierefrei. Kommt das Vorhaben nicht, dann wird der heutige Bahnsteige barrierefrei ausgebaut. Der Bahnhof Büchen wird derzeit barrierefrei ausgebaut. Hier ist davon auszugehen, dass diesen Sommer die Barrierefreiheit hergestellt ist. Bereits nahezu abgeschlossen ist der barrierefreie Ausbau in Lauenburg und auch der Bahnhof Lüneburg ist barrierefrei zugänglich.

Zusammenfassend kann m.E. gesagt werden, dass die Situation schon heute gar nicht so schlecht ist und dass sich bereits kurzfristig viel für mobilitätseingeschränkte Reisende tut.

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Kommentare

  • LINT der Zug der selten funktioniert die LN hat nur eine Strecke benannt. Travemünde ist genauso betroffen wie Kiel. Als alles in allem ist die Lage durch viele defekte Lint wirklich nee grosse Misere

    Geschrieben von Gerd Siebert, 02/08/2013 4:09pm (vor 5 Jahren)