Fahrplanauskunft
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Das Milchkarussel, die Waldkapelle und der tote Förster

Tour-Nummer 07 / 2006

Mit dem Fahrrad auf der Preetzer "Schusteracht"

  • aktiv und draußen
  • toll für Familien
  • raus in die Natur
  • für das schmale Budget

„Mit einem Beil erschlugen sie den Förster, hinterrücks. Und dann fuhren die beiden Mörder mit dem Auto zur Försterei.“ Was wir hören, jagt uns einen Schauer über den Rücken. Horst Lüth hat uns an den Ort eines Mordes geführt. Schauderhaft! Und dabei hatte alles so fröhlich begonnen.

Von Freunden hatte ich von der Schusteracht gehört, einem Kulturerlebnispfad in der Region Preetz. Ein engagierter Verein kümmert sich um die Beschilderung, stellt Rasthäuschen auf und organisiert geführte Touren. Endlich einmal Gelegenheit, das Schwentinetal zu entdecken, dachte ich. Und so machte ich mich an einem Sonntagmorgen auf den Weg.

Mit dem Zug von Kiel nach Preetz sind es nur wenige Minuten. Am Treffpunkt Marktplatz erkenne ich bald eine Gruppe von etwa 20 Radfahrern. Ich nicke in die Runde und werde von einem freundlichen, älteren Herren mit Feuerwehrweste begrüßt: „Horst Lüth ist mein Name. Ich bin heute der Tourenführer. Und nu geit dat los. Wir haben 30,6 Kilometer Nordschleife vor uns.“

Horst Lüth fährt neben mir und legt ein ziemliches Tempo vor. „Acht Rasthäuser haben wir in den vergangenen zwei Jahren aufgestellt. Und alle selbst gebaut,“ ruft er mir zu. Die nächste Rast mit Verpflegung gibt es aber erst auf dem Obsthof Schuster, wo wir herrlichen Obstsaft genießen. Währenddessen erzählt uns Ernst Schuster von der Apfelzucht und seinem „Arbeitskreis Obstwiesen-Apfel“.

Nach einem Besuch der 1767 erbauten Raisdorfer „Räucherkate“ und der Waldkapelle „Zum ewigen Troste“ ist der nächste Haltepunkt der versteckte Gedenkstein für den 1961 erschlagenen Revierförster Franz Bartels. Zum Glück bringt uns die kurvenreiche Strecke bis zur Pohnsdorfer Stauung auf andere Gedanken. Und nach einem Stopp in der Informations- und Beobachtungshütte ist der Höhepunkt und Schlusspunkt der Tour das Maislabyrinth. Dort sitzen wir bei Kaffee und Kuchen und lassen uns von Kirsten Dührsen etwas über den Maisanbau erzählen. Am Ende bin ich um vier Stück Torte schwerer und einen erlebnisvollen Tag reicher

Ö: Nach Preetz stündlich mit dem Regionalexpress aus Kiel und Lübeck, aus Kiel zusätzlich mit der Regionalbahn.