Fahrplanauskunft
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Hart an der Grenze

Tour-Nummer 03 / 2006

Eine Radtour an der deutsch-dänischen Grenze

  • aktiv und draußen
  • Kunst und Kultur
  • für das mittlere Budget
  • für das größere Budget

Endlich Dänemark! Und was macht Ole? „Ich hol mir erstmal einen Pölser!“ sagt er und biegt ab in Richtung Imbissstube. Vor nicht mal einer halben Stunde haben wir in Wassersleben am Strand gefrühstückt. Können 20 Minuten Fahrrad fahren einen Menschen derart hungrig machen? „Auf Reisen hat Ole immer Hunger,“ sagt Mark und grinst.

Nach seinem zweiten Pölser ist Ole wieder fit, und es geht von Kruså über die Grenze Richtung Niehuus. Nach etwa zwei Kilometern fallen uns an einer Weggabelung drei mannshohe, eng aneinander stehende Holzlatten auf. „Das ist eine Windharfe,“ erklärt Mark. Männer mit FahrräderOle und ich staunen. „Klingt irgendwie nach Sphärenmusik,“ sagt Ole nach der ersten Hörprobe. Nach einigen Minuten drängt Mark zum Aufbruch, und die nächste Rast legen wir erst am Niehuuser See ein. „Der Name Niehuus verweist auf die Turmhügelburg, die hier am Weg lag,“ sagt Mark, „bis 1431 wurde sie als Zollstelle am Ochsenweg genutzt.“ Nun wird auch Ole und mir immer bewusster: Unsere Tour ist eine echte Grenzerfahrung.

FahrradfahrenWeiter geht es bergauf ins dänische Bov. „Hier mussten sich 1848 rund 6.000 schleswig-holsteinische Aufrührer 10.000 dänischen Soldaten geschlagen geben,“ fällt Mark auch dazu etwas ein. Über das nahe Padborg fahren wir nach Frøslevlejren und anschließend einige Kilometer durch die karge Geest. Wir genießen die Sonne und den Fahrtwind, und niemand sagt ein Wort. Dass wir wieder in Schleswig-Holstein sind, merken wir erst, als wir durch Jardelund kommen. Hinter Weesby atmen wir wieder dänische Luft. Von einstigen Grenzstreitigkeiten ist hier keine Spur.

Südlich von Rens sausen wir über Bramstedtlund, Ladelund und Ellhöff bis nach Süderlügum und überqueren dabei immer wieder die Grenzlinie. Bevor wir allerdings im Landhotel Tetens „Nordseekrabben mit Rührei und Bratkartoffeln“ genießen wollen, werfen wir noch einen Blick in die schräg gegenüber thronende Marienkirche. Als ich Ole ein Detail zeigen möchte, kann ich ihn nirgends finden. Mark grinst nur und sagt: „Ich könnte jetzt auch einen Happen vertragen!“

Ö: Nach Flensburg u.a. alle 2 Stunden mit dem Schleswig-Holstein-Express ab Hamburg und Neumünster. Ab Süderlügum alle 2 Stunden mit der NOB nach Niebüll, dort stündlich nach Westerland, Husum und Hamburg.