Fahrplanauskunft
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Immer schön treten

Tour-Nummer 02 / 2006

Mit Draisine und Fahrrad von St. Michaelisdonn nach Kattrepel

  • aktiv und draußen
  • toll für Familien
  • raus in die Natur
  • Leckereien unterwegs
  • für das größere Budget

Im Zug nach St. Michaelisdonn will es der achtjährige Moritz wissen: „Was ist eigentlich eine Draisine?“. Gut, dass ich vorher ins Lexikon geschaut habe. „Das ist ein mit Menschenkraft angetriebenes Schienenfahrzeug“, antworte ich lässig, schiebe die kindgerechte Erklärung aber gleich hinterher: „Also so ein kleiner, offener Eisenbahnwaggon. Vorn ist eine Bank für zwei Personen. Und dahinter sitzen zwei, die wie beim Fahrrad in die Pedale treten.“ Moritz’ Augen beginnen zu leuchten: „Mama, darf ich hinten sitzen?“

In St. Michaelisdonn geht es zu Fuß zum Draisinenbahnhof, wo uns schon zwei Fahrraddraisinen erwarten. GleisNach einigen Vorbereitungen rollen wir schließlich auf der alten Marschenbahnstrecke ins platte Dithmarschen hinaus. Was für ein Spaß! Wir rumpeln vorbei an Wiesen, Windrädern und Wäldchen – immer westwärts dem Wattenmeer entgegen. Den alten Speisewagen, der das Ende unserer ersten Draisinentour markiert, sehen wir schon von weitem. Wie ein Ufo steht er in der Marsch. Mit einigen Extraumdrehungen beamen wir uns zu unserem Etappenziel – und werden mit herrlichem Blechkuchen sowie Kaffee und Cola satt verwöhnt.

Anschließend besteigen wir unsere vorbestellten Leihfahrräder und strampeln weiter. MannIn Kattrepel sind wir mit zwei Eisenbahnromantikern verabredet, die sich ihr eigenes Paradies geschaffen haben: Günther Funck öffnet extra für uns die großen Schranken vor seinem Wohnzimmerfenster, sodass wir seinen Schrankenwärterposten mit allem Drum und Dran aus nächster Nähe bewundern können. Danach erwartet uns Reimer Schütt mit seiner 300 Quadratmeter großen Märklin-Anlage. Vor lauter Lokomotiven, Waggons und liebevollen Details vergessen wir die Zeit. Doch wir müssen zurück. Von Marne aus geht es mit unseren – inzwischen mit Segeln aufgetakelten – Draisinen im warmen Licht der Abendsonne zurück nach St. Michaelisdonn. Glücklich erschöpft wanken wir dort schließlich zum Bahnhof – voller Vorfreude auf ein Schienenfahrzeug, das durch Motorkraft statt durch Menschenkraft angetrieben wird.

Ö: Von Itzehoe und Heide stündlich mit der NOB nach St. Michaelisdonn.