Fahrplanauskunft
nahsh header 03

Urwald, Riesen und Trameten

Tour-Nummer 11 / 2014

Eine Wanderung durch das Billetal von Grande nach Aumühle (Susanne Kollmann)

  • aktiv und draußen
  • raus in die Natur
  • Leckereien unterwegs

Ute hält sich dicht hinter meinem Rücken. Um uns herum nur Weißbuchen und Eichen. Nichts ist zu hören außer unserem Atem. „Da! Ich glaube da hat sich was bewegt!“ flüstert Ute. Fünf Meter vor uns versperrt uns ein massiger Riese den Weg zum Flussufer. „Komm, wir schleichen uns an ihm vorbei.“

So leise wir können schleichen wir los. Plötzlich habe ich das Gefühl, alleine zu sein. Ich drehe mich um und kann es nicht glauben: Der Riese posiert vor Utes Kamera wie ein professionelles Fotomodel. „Ich bin gleich fertig.“, ruft Ute, gar nicht mehr ängstlich. „Nur noch die Perspektive von schräg unten.“ Sie drückt noch mehrfach auf den Auslöser und holt mich schnell ein.

Wir sind wieder in der Realität angekommen: im Sachsenwald am Ufer der Bille. Und der Riese ist nichts anderes als eine alte, abgestorbene Eiche von bizarrer Statur. Im frühen Mittelalter war der Sachsenwald Teil eines Urwaldes, der sich auf fast die gesamte Fläche des heutigen Schleswig-Holsteins erstreckte.

Unser Wanderweg ist Teil des Europäischen Fernwanderwegs E 1, auf dem wir sogar bis nach Umbrien wandern könnten. Wir einigen uns aber darauf, lediglich bis zum Restaurant „Fürst Bismarck Mühle“ zu gehen, wo wir zur Belohnung einen Tisch vorbestellt haben.

„Wo ist eigentlich Ute schon wieder?“, fragt Anne kurz vor dem Ziel. Wir finden sie schließlich vor einem weiteren Baummonument, dessen Stamm von schuppenartigen, lila schimmernden Pilzen bewachsen ist. „Jetzt weiß ich, wo Architekten sich ihre Inspiration her holen!“, sagt sie. „Von den Rötenden Trameten!“ – „Heißen die wirklich so oder hast du dir das wieder ausgedacht?“, will Sabine wissen. „Sie heißen so! Und wenn du ganz nah ran gehst, flüstern sie dir ihre Geschichte ins Ohr. Und jetzt habe ich Hunger!“

Susanne Kollmann

Ö: Ab Hamburg Hauptbahnhof mit der U-Bahnlinie U3 bis „Steinfurter Allee“ und dann mit dem Bus Linie 333 Richtung Trittau bis Haltestelle „Grande“. Zurück ab Aumühle alle zwanzig Minuten mit der S21 Richtung „Elbgaustraße“ bis Hamburg Hauptbahnhof.

Info

  • Die reine Gehzeit von der Bushaltestelle „Grande“ bis zur „Fürst Bismarck Mühle“ beträgt ca. 3,5 Std. Gehen Sie ein paar Meter zurück und biegen links in die Lauenburger Straße ein. Der Wanderweg beginnt direkt am Restaurant „Grander Mühle“.
  • Der Wanderweg E 1 ist mit dem weißen Andreaskreuz auf schwarzem Grund gekennzeichnet. Die ausführliche Wegbeschreibung gibt es auf der Seite des Wanderverbands Norddeutschland, www.wanderbares-deutschland.de.
  • Das Billetal ist Naturschutzgebiet. Bitte bleiben Sie immer auf den markierten Wegen.
  • Restaurant „Fürst Bismarck Mühle“, Mühlenweg 3, 21521 Aumühle, T. 041 04/20 28, www.bismarckmuehle.de, Mo.-So. 11:00-24:00 Uhr, Küche 12:00-21:30 Uhr, Mi. Ruhetag.
  • Sie können die Wanderung auch in der Gegenrichtung machen und dann im Restaurant „Grander Mühle“ einkehren: Lauenburger Straße, 22958 Kuddewörde, T. 041 54/25 04, www.grander-muehle.de, Mi. So. ab 12:00 Uhr.