Wo die Dinkelsonne aufgeht
Tour Nr. 9 / 2011
Ein Besuch im Passader Backhaus (Almut Behl)
Heute fahren wir mal mit dem Bus zum Bäcker. Nach Passade. Das ist nicht nur ein wunderschönes Dorf, sondern hier steht auch das Passader Backhaus. Schonmal "Passader Roggenschrot" gegessen? Schonmal "Dinkelsonnen" und "Kürbiskernige" probiert? Hier wird es gemacht, das landesweit bekannte Brot. Mit viel Liebe und einer eigenen Philosophie.
Nach halbstündiger Zugfahrt vom Kieler Hauptbahnhof aus, biegen wir in Passade gleich rechts in die "Doerpstraat" und atmen Idylle. Reetdachhäuser, Holunder, Sonnenblumen, Dahlien, Obstbäume und Weiher. Wirklich schön hier! Ein Stückchen bergab ist der See in Sicht, ein paar Zwetschgenzweige noch und man blickt zur Linken auf's Backhaus.
"Das ist ja überschaubar heute", meint Olaf Knickrehm, Geschäftsführer der Bäckerei und meint uns 25 Gäste, die sich zur Führung versammelt haben. Oft seien es nämlich auch 60! Dann erzählt der Betriebswirt die (Erfolgs-)Geschichte des Passader Backhauses, das 2007 sein 20. Bestehen feierte: Vom häuslichen Backen für den Eigenbedarf fing Gründerin Susan Göttsch mit zweimal 80 Broten pro Woche an. Heute sind es über 6000 pro Woche. Monatlich werden 75 Doppelzentner Roggen, 50 Doppelzentner Weizen und 25 Doppelzentner Dinkel verarbeitet.
Dass Sauerteige 14 Stunden stehen müssen, warum man hier in Wärme und nicht in Kühlgeräte investiert, warum 36 Brötchensorten utopisch und das frühe Aufstehen der Bäcker ein Tribut an die Frische ist, erfahren wir zu frischen Brotproben und Kaffee, bevor für besonders Interessierte noch eine Feldführung bei Landwirt Gerhard Göttsch ansteht.
Wir erstehen noch schnell einen Laib Bauernbrot im Hofladen, picknicken am Ufer des Sees und sind nach einem kurzen Bad im See einig: Das war nur eine Stippvisite. Passade macht nämlich Appetit auf mehr
Almut Behl
Ö: Vom Hauptbahnhof Kiel mit der Buslinie 200/201 mindestens stündlich nach Passade, fünf Minuten Fußweg im Dorf.
Info
Passader Backhaus GmbH Bioland-Hof-Göttsch, Dörpstraat 11, 24253 Passade, T. 043 44/46 52, www.passader-backhaus.de, Führungen durch die Backstube: jeden letzten Sonnabend im Monat 10:00 Uhr.
Die malerische Lage und intakte Dorfstruktur bescherte den rund 300 Einwohnern Passades übrigens 2004 im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden und unser Dorf hat Zukunft� eine Goldmedaille als schönstes Dorf Deutschlands.
Wo die Dinkelsonne aufgeht
Tour Nr. 9 / 2011
Ein Besuch im Passader Backhaus (Almut Behl)
Tipp 1
Idyllisch
Ein paar Bushaltestellen vor Passade liegt das schöne Dorf Probsteierhagen, das unbedingt besucht werden sollte. Hier können auch (Rad-)Wanderungen um Passader- und Dobersdorfer See beginnen. Kartenempfehlung: Kompass Wander- und Radtourenkarte 715 Kiel, Preetz, Lütjenburg, 1: 50 000, www.probsteierhagen.de. Etwas ganz Besonders ist die Fahrt mit der Museumsbahn: Die 1942 gebaute Tenderdampflok mit dem Spitznamen "Kleiner Vampir" pendelt in der Saison von Kiel Hbf nach Schönberger Strand und legt Zwischenstopps in Oppendorf und Probsteierhagen ein. Fahrräder können mitgenommen werden. www.vvm-museumsbahn.de.Tipp 2
Fruchtig
Ö: 500 Meter von der Bushaltestelle „Passade“, Linien 200/201 ab Kiel.
Tipp 3
Besinnlich
Ö: Zwei Minuten Fußweg von der Bushaltestelle „Hagen“, Linien 200/201 ab Kiel.
Tipp 4
Herrschaftlich
Ö: Fünf Minuten Fußweg von der Bushaltestelle „Hagen“, Linien 200/201 ab Kiel.
Tipp 5
Verschlungen
Alte Dorfstraße 100, 24253 Probsteierhagen, T. 04348/ 230;
Gastronomie: tägl. 10:00 - 21.00 Uhr, Mi: Ruhetag; Irrgarten: Ostern bis
Oktober geöffnet, www.irrgarten.biz.
Ö:Zwei Minuten Fußweg von der Bushaltestelle „Friedhof“, Linien 200/201 ab Kiel.