Fahrplanauskunft
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Der Schaden

Was ist mit den Reisezugwagen (Married-Pair-Wagen), die eigentlich zwischen Hamburg und Westerland unterwegs sind, passiert?
Die 90 Reisezugwagen mussten zum 11. November 2016 kurzfristig aus dem Verkehr gezogen werden. Grund dafür: An einem Fahrzeug war eine Kupplung gerissen, auch an anderen Wagen wurden Auffälligkeiten an Kupplungen festgestellt. Um das dadurch entstehende, potenzielle Sicherheitsrisiko auszuschließen, legte die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) die gesamten Marschbahnwagen vorsorglich still. Sie stellte auf einen Notbetrieb um und bestritt den Verkehr an der Westküste bis zum Fahrplanwechsel mit einem Ersatzkonzept. Dafür lieh die NOB sich im gesamten Bundesgebiet Fahrzeuge. Am 11. Dezember übernahm DB Regio als neuer Betreiber den Verkehr auf der Strecke und setzt seitdem ebenfalls nach einem Ersatzkonzept ältere Fahrzeuge ein.

Es gab bereits im Oktober einen Unfall mit einem Married-Pair-Wagen. Hätte die NOB die Kupplungsprobleme nicht viel früher entdecken müssen?
Die Kupplungen sind grundsätzlich als „dauerfestes Bauteil“ ausgelegt. Sie sollen also eigentlich ein ganzes Fahrzeugleben halten und müssen gemäß Vorgaben des Kupplungsherstellers nur in größeren Zeitabständen gewartet werden. Die NOB hat – nach derzeitigem Informationsstand der NAH.SH – die erforderlichen Wartungen ordnungsgemäß vornehmen lassen, zuletzt in der Hauptuntersuchung im Jahr 2012/13 durch das Ausbesserungswerk in Neumünster.

Bei einem Unfall in Bargum am 13. Januar 2012 wurde eine Kupplung trotz extremer Beanspruchung nur verbogen und ist nicht gerissen. Der Kupplungsabriss am 6. Oktober 2016 war so nicht erwartbar und es deutet derzeit nichts darauf hin, dass die NOB ihn früher hätte entdecken müssen. Aus dem Gutachten der DEKRA zur Materialprüfung kann darüber hinaus geschlossen werden, dass Materialfehler oder ein Einzelereignis – wie z.B. ein Unfall – nicht ursächlich für den Kupplungsschaden waren. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass eine Verkettung verschiedener Faktoren zu den Schäden geführt hat.

Was haben die Beteiligten unternommen, als die Kupplungsprobleme bekannt wurden? Wer arbeitet wie an der Lösung des Problems?
Zuerst legte die NOB zur Sicherheit der Fahrgäste alle Fahrzeuge vorsorglich still. Als nächstes hat sich in Husum eine Expertengruppe aus Vertretern des Fahrzeugherstellers Bombardier, des Kupplungsherstellers Faiveley, des Fahrzeugbereitstellers Paribus, der NOB, von DB Regio und der NAH.SH gebildet und ihre Arbeit aufgenommen, um die Schadensursache in Zusammenarbeit mit den beauftragten Gutachtern zu ergründen. Zwei Gutachter wurden zudem mit der Ursachenforschung beauftragt: Die DEKRA hat als erster Gutachter die Materialprüfung der durchgerissenen Kupplung übernommen, das Gutachten wurde am 1. Februar vorgelegt. TÜV Süd Rail hat die Ursachen im Gesamtzusammenhang untersucht und einen Vorschlag zur Wiederinbetriebnahme der Fahrzeuge gemacht. Zunächst war für die Ursachenforschung ein weiterer Gutachter (IfB) beauftragt worden, die Aufgaben dieses Gutachters hat TÜV SÜD Rail mit übernommen.