Fahrplanauskunft
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Bauarbeiten/ Umsetzung/ Planung

 

Wer ist für die Planung verantwortlich?

Die S21 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, weil die Strecke über die jeweiligen Landesgrenzen hinausgeht. Die verantwortlichen Institutionen sind in Schleswig-Holstein das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie (MWAVT) sowie der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH), der als Aufgabenträgergesellschaft des Landes das gesamte Projekt über die Landesgrenzen hinaus operativ begleitet, und in Hamburg die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI). Die AKN ist Infrastrukturbesitzer, zuständiger Vorhabenträger und verantwortlich planende Instanz sowie in dem Zusammenhang auch Auftraggeber für fremdvergebene Planungsleistungen.

Welche Genehmigungsverfahren sind notwendig?

Für das Bauvorhaben ist ein baurechtliches Verfahren nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz (AEG) durchzuführen. Dies erfolgt im Rahmen der Konzentrationswirkung des Planfeststellungsverfahrens. Die Planfeststellungsbehörden befinden sich im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie (MWAVT, Schleswig-Holstein) sowie der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI, Hamburg).

Wie wird mit Lärm umgegangen, der bei dem Betrieb entsteht (Verkehrslärm)?

Im planrechtlichen Verfahren sind Gutachten zur Beurteilung der potenziellen Lärmbelästigung infolge des Projektes vorgesehen. Soweit – örtlich – objektiv unzulässige Belästigungen zu erwarten sind, werden diese durch geeignete Maßnahmen kompensiert. Rechtsgrundlage zur Beurteilung von Lärmschutzmaßnahmen beim Neubau oder der wesentlichen Änderung von Schienenwegen sind die §§ 41 - 43 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in Verbindung mit der 16. Bundes-Immissionsschutzverordnung (16. BImSchV). In der 16. BImSchV sind lärmschutzauslösende Kriterien festgelegt, wie die Definition der wesentlichen Änderung, die zu beachtenden Immissionsgrenzwerte und die Einstufung betroffener Bebauung in eine Gebietskategorie.

Nach § 41 (1) BImSchG muss beim Bau oder der wesentlichen Änderung von Verkehrswegen sichergestellt werden, dass durch Verkehrsgeräusche keine schädlichen Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden können, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind (aktiver Lärmschutz). Dies gilt nach § 41 (2) BImSchG jedoch nicht, wenn die Kosten außer Verhältnis zu dem angestrebten Schutzzweck stehen. Kann eine bauliche Nutzung mit aktivem Lärmschutz nicht oder nicht ausreichend geschützt werden, besteht nach § 42 ein Anspruch auf Entschädigung für Lärmschutzmaßnahmen an den betroffenen baulichen Anlagen in Höhe der erbrachten notwendigen Aufwendungen (passiver Lärmschutz).

Auf welcher Grundlage erfolgen die schall- und erschütterungstechnischen Untersuchungen?

Die Schall- und Erschütterungsmessungen und -berechnungen erfolgen auf der Grundlage der maßgeblichen Rechtsverordnungen (s.o.). In die Betrachtungen gehen festgelegte Parameter wie Fahrzeuglänge, Fahrzeuganzahl, Gebietsausweisungen, Struktur der Gebäude, etc. ein. Für die schalltechnische Untersuchung sieht die 16. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) Prognosen auf Grundlage von Berechnungen vor. Für die erschütterungstechnische Untersuchung werden an gutachtlich festgelegten, repräsentativen Gebäude Schwingungsmessungen durchgeführt, um anschließend die sich durch die Veränderung der Infrastruktur ergebenden Auswirkungen zu prognostizieren.

Wie verändern sich die Schließzeiten am Bahnübergang Bahnstraße westlich der Station Ellerau?

Zurzeit erfolgt die Sicherung über Hauptsignale (Hp). Durch die geplante Sicherung des Bahnüberganges Bahnstraße mit Überwachungssignalen (Üs) werden sich die Schrankenschließzeiten am zweigleisigen Bahnübergang etwas verkürzen, das heißt, die Situation wird für den Individualverkehr und querende Fußgänger verbessert.

Wenn jetzt eine Umstellung auf Sicherung über Überwachungssignale erfolgen soll, warum wurde bisher die Sicherung über Hauptsignale mit längeren Schließzeiten beibehalten?

Die Umstellung der Bahnübergangssicherungsanlage auf Üs-Technik (Überwachungssignale) erfordert einen kostenaufwendigen Eingriff in die Signaltechnik der Strecke. Vor dem Hintergrund einer im Bestand bislang funktionierenden Sicherungstechnik ist eine derartige Investition für den Infrastrukturbetreiber nicht darstellbar.

Warum wird anstelle des Bahnüberganges Bahnstraße keine Straßenunterführung gebaut?

Durch das Projekt ändert sich die höchste Taktung (in der Stunde) des Betriebs nicht. Von daher ändert sich schienenseitig auch nichts an der Situation am Bahnübergang. Die Auflösung bzw. der Ersatz des Bahnübergangs ist daher nicht Bestandteil des Projekts.

Warum wird die S-Bahn nicht bis Kaltenkirchen mit Gleichstrom betrieben?

Der Betrieb der AKN-Strecke A1/ S21 mittels Stromschiene wurde im Jahr 2010 in einer Machbarkeitsstudie überprüft. Ein Betrieb mit Gleichstrom-Stromschiene wäre zwar möglich, würde jedoch größere Umbauten an der Strecke erfordern, um die verschiedenen „Erden“ (Gleichstrom-/ Wasser-) voneinander zu trennen. Die Verwendung einer Oberleitung spart diverse Bauschritte und reduziert damit die Zahl und Länge der Eingriffe in den Betrieb während der Bauphase.

Darüber hinaus ist das Gefahrenpotential der z.B. im Bereich der Bahnübergänge frei zugänglichen Stromschiene ein weiterer Grund für die Entscheidung zur Planung einer Oberleitung.

Wie viele Änderungen sind nach der Detailplanung noch zu erwarten?

Die grundsätzliche Linie der Planungen für die S21 wird sich nicht mehr ändern. In der laufenden Entwurfsplanung (EP), die an die aktuelle Vorplanung (VP) anschließt, werden die Planungen lediglich weiter detailliert, präzisiert und falls nötig fortgeschrieben.

Wie werden die Baumaßnahmen im Falle einer Realisierung angekündigt?

Der Planfeststellungsbeschluss und damit die baurechtlichen Voraussetzungen werden im Amtlichen Anzeiger veröffentlicht. Im Falle einer Realisierung der Maßnahme werden die Bauaktivitäten im Detail über verschiedene Medien angekündigt. Es sind  Pressemitteilungen an die örtlichen Printmedien und Wurfsendungen etc. vorgesehen.

Kommt es für den Bau der S-Bahn zu Enteignungen oder müssen die Anwohner an der Strecke möglicherweise Grundstücke abtreten?

Aus den bisherigen Planungen ergibt sich bereits, dass nur für den Streckenausbau im Bereich Ellerau – Tanneneck teilweise Grunderwerb entlang der vorhandenen Strecke in Schleswig-Holstein erforderlich sein wird (siehe auch Unterlagen zu den Informationsveranstaltungen unter Downloads). Bei der Erarbeitung der Planfeststellungsunterlagen wird der genaue Umfang festgelegt. Während der Planfeststellungsverfahren wird die AKN dann mit den Grundstückseigentümern individuelle Gespräche über Möglichkeiten des Grundstückserwerbs führen und der Grunderwerb wird vertraglich geregelt. Durch einvernehmliche Vertragsverhandlungen soll verhindert werden, dass Enteignungen notwendig werden.

Stand: Februar 2016