Fahrplanauskunft
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Projekt S21 grundsätzlich

 

Was hat es mit dem so genannten „Achsenkonzept“ in Hamburg auf sich?

Das Achsenkonzept basiert auf den Überlegungen von Fritz Schumacher aus den 1920er-Jahren und zielt auf eine konzentrierte Stadtentwicklung entlang der Hauptsiedlungsschwerpunkte von Hamburg und seinem Umland ab. Dabei werden im Norden alle Richtungen, von Hamburg ausgehend, berücksichtigt: Elmshorn, Kaltenkirchen, Ahrensburg, Büchen. Eine dieser Achsen (über Quickborn nach Kaltenkirchen) läuft dabei entlang der Projektstrecke zur S21. Dementsprechend stellt der Ausbau eine Stärkung der Nahverkehrsverbindungen entlang der starken Verflechtung zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein dar.

Was kostet die S21?

Die erste Kostenschätzung basiert auf einer Vorplanung der AKN. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass für die Erstellung der notwendigen Infrastruktur ca. 75 Mio. Euro zzgl. rd. 20% Planungskosten anfallen werden. Darin enthalten sind z. B. die Anpassung der Verkehrsstationen, die Herrichtung der Oberleitung und der partielle zweigleisige Ausbau der Strecke. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei der vorliegenden jetzigen Planungstiefe die Kostenvarianz (Unschärfe) bei bis zu (+/-) 30% liegt (Hamburger Drucksache 20/6208 „Kostenstabiles Bauen“).

Je tiefer die Planungsschritte eines Projektes gehen, desto detaillierter und genauer können Kosten ermittelt werden. Mit der zurzeit laufenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung wird auch die Kostenermittlung laufend aktualisiert. Nicht inbegriffen sind an dieser Stelle die Kosten für die Fahrzeuge sowie die Bestellerentgelte, also die von den Ländern pro Zugfahrt zu bezahlenden Betriebskosten.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Finanzierung des Gesamtprojekts soll größtenteils über Fördermittel des Bundes sowie durch die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg erfolgen. Für eine Finanzierungsbeteiligung durch den Bund über eine sogenannte GVFG-Förderung (Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden) muss die Wirtschaftlichkeit des Projekts nachgewiesen werden. Dies erfolgt über die Standardisierte Bewertung (siehe entsprechende FAQ).

Wird das Projekt auch durch eine Fahrpreiserhöhung finanziert?

Es ist geplant, das Projekt über die üblichen Mittel der Infrastrukturplanung zu finanzieren. Hierzu gehören vor allem die Regionalisierungsmittel der Länder wie auch Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzt (GVFG). Eine Finanzierung über Fahrpreiserhöhungen wird nicht stattfinden.

Wann kommt die S21?

Das Planfeststellungsverfahren soll im Frühjahr 2016 beginnen. Bei einer angenommenen Verfahrensdauer von rund zwei Jahren würde somit voraussichtlich im Jahr 2018 der Planfeststellungsbeschluss vorliegen und im Anschluss mit dem Bau begonnen werden können. Die Inbetriebnahme ist für die erste Hälfte des Jahres 2021 geplant.

Wann wird entschieden, ob gebaut wird oder nicht?

Eine große Infrastrukturmaßnahme wie die S21 erfordert im Vorfeld eine Reihe komplexer Entscheidungen. Die endgültige Entscheidung der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg zur Realisierung ist abhängig vom Planfeststellungsverfahren und den daran geknüpften (noch offenen) Finanzierungszusagen des Bundes. Die Beteiligung des Bundes ist Voraussetzung für die Finanzierungsentscheidung der Länder: Erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens – mit dem Planfeststellungsbeschluss vorrausichtlich im Verlauf des Jahres 2018 – können Schleswig-Holstein und Hamburg beim Bund Fördergelder aus dem sogenannten „GVFG-Bundesprogramm“ (siehe oben) stellen. Durch dieses Programm kofinanziert der Bund u. a. neue Bahnprojekte. Also wird voraussichtlich 2018 die endgültige Entscheidung fallen.

Stand: Juni 2017