Fahrplanauskunft
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Das Projekt

Die S4 (Ost) steht für eine neue Schnellbahnverbindung von Hamburg-Altona nach Bad Oldesloe über den Hamburger Hauptbahnhof, Ahrensburg und Bargteheide. Zunächst würde die S4 zwischen Altona und Bad Oldesloe verkehren (S4 Ost), später soll dann die Durchbindung Richtung Elmshorn, Itzehoe und Kellinghusen erfolgen (S4 West).

Die Strecke zwischen Hamburg und Bad Oldesloe ist eine der am meisten befahrenen Pendlerstrecken rund um die Hansestadt. Zwischen 2000 und 2010 hat die Anzahl der Reisenden auf diesem Abschnitt um 50 Prozent zugenommen. Um den Weg in die Stadt, aber auch nach Schleswig-Holstein zu erleichtern, wird die S4 gebaut – für schnelle Verbindungen, weniger Umstiege und engere Taktung. Nicht nur das nordöstliche Umland wird damit besser erschlossen, auch der Hamburger Hauptbahnhof als bisheriges „Nadelöhr“ wird entlastet und der S-Bahnverkehr in die Innenstadt noch weiter verstärkt. Aktuell läuft die Planungsphase des Projektes für den östlichen Teil vom Hauptbahnhof nach Bad Oldesloe. Zahlreiche Voruntersuchungen haben bereits ergeben, dass sie notwendig und sinnvoll ist. Tatsächlich steht zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht fest, ob sie tatsächlich realisiert wird. Eine Entscheidung hängt vor allem von den Gesamtkosten und der anteiligen Finanzierung von Bund und Ländern ab und wird frühestens im Jahr 2016 erwartet.

Warum ist die S4 notwendig und sinnvoll?

Immer mehr Menschen ziehen nach Hamburg und in die Randgemeinden. Die S4 trägt dazu bei, die dadurch entstehenden Verkehrsbedürfnisse umweltfreundlich zu bedienen. Die Fahrgastzahlen werden weiter steigen und eine S4 gewährleistet dann einen komfortablen und zuverlässigen Nahverkehr. Die Nachfrage im Regionalverkehr zwischen Hamburg, Ahrensburg und Bad Oldesloe ist in den Jahren 2000 bis 2010 um ca. 50 Prozent gestiegen. Experten erwarten, dass die Nachfrage auch langfristig kontinuierlich weiter steigen wird. Die heutigen Überfüllungen der RB resultieren aus einer Ungleichverteilung der Fahrgäste aufgrund verschiedener Ursachen (insbesondere die verschiedenen Linienverläufe bzw. -endpunkte sowie die ungleiche Taktung). Diese Ungleichverteilung beseitigt die S4 und deshalb wird die Anzahl der Züge an diese Entwicklung angepasst werden. Das ist auf der bestehenden Gleisinfrastruktur jedoch nicht möglich.

Die Strecke Hamburg – Lübeck ist bereits jetzt stark ausgelastet. Durch einen Mischbetrieb von Regional-, Fern- und Güterverkehr sind Züge häufig verspätet oder fallen aus. Darüber hinaus ist kein durchgängiger, einheitlicher Takt auf der Strecke möglich. Darunter leidet vor allen Dingen heute schon die Betriebsqualität der Regionalbahn-Züge, die zwischen Hamburg Hauptbahnhof, Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe verkehren und dabei alle Halte bedienen müssen. Bei einer weiteren Zunahme des Betriebsprogrammes würde sich die Betriebsqualität weiter verschlechtern.

Die schnelle Regionalverbindung vom Hamburger Hauptbahnhof nach Lübeck soll grundsätzlich erhalten und durch die neue S-Bahn ergänzt werden. Damit würde sich eine Aufgabenteilung ergeben: Die S4 erschließt die Hamburger Stadtgebiete Wandsbek und Rahlstedt sowie Ahrensburg und Bargteheide. Daneben würde sie voraussichtlich vorrangig für die kürzeren Strecken zwischen Bad Oldesloe, Bargteheide und Ahrensburg genutzt werden. Der Regional-Express (RE) würde weiterhin den Schnellverkehr zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Bad Oldesloe bzw. zwischen Hamburg und Lübeck mit den bisherigen Haltepunkten bedienen.

Die S4 würde in einem einheitlichen, dichten Fahrplantakt fahren: In der Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt zwischen Hamburg-Altona und Ahrensburg, im 20-Minuten-Takt zwischen Hamburg und Bargteheide und im 60-Minuten-Takt nach Bad Oldesloe. Außerhalb der Hauptzeiten ist ein 20-Minuten-Takt zwischen Hamburg-Altona und Ahrensburg-Gartenholz geplant sowie ein grundsätzlicher Stundentakt nach Bargteheide und Bad Oldesloe.

Durch die zusätzlichen Stationen und das verdichtete Zugangebot würde das Einzugsgebiet entlang der Strecke insbesondere im Bezirk Hamburg-Wandsbek besser erschlossen.

Umstiege würden in vielen Fällen überflüssig oder einfacher: Viele Ziele in und rund um die Hamburger Innenstadt, z.B. die Stationen Jungfernstieg, Stadthausbrücke und Landungsbrücken, könnten durch Wegfall des Umstiegs im Hamburger Hauptbahnhof schneller erreicht werden. Auch den Hamburger Flughafen könnte man durch Umstieg in Hasselbrook zur S1 am selben Bahnsteig zügig und einfach erreichen.

Damit wäre die S-Bahn insbesondere für Fahrgäste aus den östlichen Stadteilen Hamburgs und Pendler aus dem Kreis Stormarn eine attraktive Ergänzung des bisherigen Angebots. Insgesamt könnten rund 250.000 Menschen im Einzugsbereich der Strecke von dem neuen Angebot profitieren. Nach dem Ausbau rechnet man daher mit einem Anstieg der Fahrgastzahlen von täglich rund 30.000 auf ca. 50.000 Personen.

Neben dieser unmittelbaren Verbesserung brächte die S4 eine deutliche Entlastung. Denn die S-Bahn würde die speziellen S-Bahnsteige im Hauptbahnhof nutzen und dadurch Gleise für den Regional- und Fernverkehr frei machen. Durch zusätzliche Gleise auf der Strecke kommt es ebenfalls zur Entlastung und damit zu einer erhöhten Zuverlässigkeit.

Wie kam es zum Beschluss, die Planungen für eine S4 (Ost) aufzunehmen?

Zur Umsetzung dieses wichtigen Verkehrsprojektes wurde im Januar 2008 von der Hamburgischen Bürgerschaft und dem Schleswig-Holsteinischen Landtag ein gemeinsamer Beschluss gefasst. Dem gingen bereits langjährige Überlegungen und schließlich eine Machbarkeitsstudie voraus. Auch der Bund zeigte sich dem Projekt gegenüber aufgeschlossen.

Auf Basis des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege gemäß Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSchwAG) hat das frühere Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) eine so genannte Knotenuntersuchung Hamburg beauftragt und das Ergebnis mit einem entsprechenden Untersuchungsbericht im Jahr 2009 veröffentlicht. Die darin aufgezeigte, künftige Überlastung des Hamburger Hauptbahnhofs führte zu dem Maßnahmenvorschlag einer „S4“.

Mit einer von der der Stadt Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein Anfang 2012 beauftragten Vorentwurfsplanung (VEP) begannen die konkreten Planungen für den erforderlichen Streckenausbau. Damit wurde die Basis für die weiteren Projektschritte geschaffen.

Wann würde die S4 fahren?

Die Bauphase könnte über alle drei Planfeststellungsabschnitte frühestens 2021 beginnen. Dabei wird je Planfeststellungsverfahren von einer Verfahrensdauer von ca. 30 Monaten ausgegangen. Dann ist voraussichtlich mit einer Bauzeit für alle Planfeststellungsabschnitte von ca. 6 Jahren gerechnet werden. Die Bauzeit ist insbesondere auch davon abhängig, welche Beeinträchtigungen des laufenden Eisenbahnverkehrs währenddessen möglich sind. Inbetriebnahmen auf Teilabschnitten sind bisher nicht vorgesehen.

Stand: 10. März 2016