Fahrplanauskunft
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Kosten

Was kostet die S4?

Nach erster grober Schätzung wurden ein Investitionsvolumen für das Gesamtprojekt, d. h. den Ausbau der Infrastruktur von Hamburg bis Bad Oldesloe, nach dem Arbeitsstand der Vorentwurfsplanung aus 2013 auf rund 630 Millionen Euro geschätzt. Dabei wurde berücksichtigt, dass bei der damals vorliegenden Planungstiefe die Unschärfe bei bis zu 30% liegen kann (Hamburger Drucksache „Kostenstabiles Bauen“). Dieser Kostenansatz wurde im Laufe der weiteren Planungen durch die DB Netz AG entsprechend der vorliegenden Ergebnisse aktualisiert und detailliert.

Seit Juli 2015 liegt erstmals eine Kostenermittlung vor. Die von beiden Ländern beauftragte DB Netz AG hat Gesamtkosten inklusiv vertiefter Kosten- und Risikoanalyse von rd. 1.008 Millionen Euro (inkl. Planungskosten) für die Vorzugsvariante aus der Vorentwurfsplanung ermittelt. Vor allem umfangreich ergänzende Untersuchungen zum Baugrund und zum Lärmschutz sowie die Bauablaufplanung haben zu der Kostensteigerung geführt.

Die Kostensteigerung ergibt sich im Wesentlichen aus dem höheren Detailierungsgrad der Planungen. So sind erstmals die aufwändigen Bauzustände, die für die Aufrechterhaltung des Betriebs erforderlich sind, geplant und kalkuliert worden. Dabei stellten sich zusätzliche bauliche Maßnahmen als erforderlich heraus. 

Durch den Wegfall des Schienenbonus zum Anfang des Jahres 2015 haben sich die Anforderungen an den Lärmschutz erheblich erhöht. Noch nicht berücksichtigt ist die allgemeine Preisentwicklung bis zum konkreten Ausführungszeitpunkt.

Nicht inbegriffen sind die Kosten für die Fahrzeuge sowie die Bestellerentgelte, also die von den Ländern pro Zugfahrt zu bezahlenden Betriebskosten.

Durch die EBWU (siehe 2. Trasse, Stationen und Infrastruktur) und der damit verbundenen Reduzierungen der Infrastruktur (u.a. Entfall 5. Gleis Wandsbek und 3. Gleis Ahrensburg-Gartenholz) ist es zu Kostenreduzierungen gekommen. Die aktuellen Projektgesamtkosten belaufen sich auf rund 915 Millionen Euro (inkl. Planungskosten).

Wer übernimmt die Kosten?

Die Finanzierung zur Umsetzung der S4 (Ost) ist bisher ungesichert. Die Finanzierung des Gesamtprojekts soll aber – wie auch bisher geplant – größtenteils über verschiedene Fördermittel durch den Bund sowie durch die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein erfolgen. Jetzt (nach Abschluss der Vorentwurfsplanung) werden weitere Finanzierungsgespräche zwischen Bund, Ländern und DB AG erfolgen.

Denkbar sind viele Szenarien. Die Länder verfolgen zurzeit ein Finanzierungsmodell, das sich sowohl einer Bundes-GVFG-Förderung (Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden) als auch einer Finanzierung über BSchwAG (Gesetz über den Ausbau der Schienenwege des Bundes) bedient. Hierfür wurde mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) auch ein entsprechendes, mehrstufiges Kosten-Ermittlungsverfahren verabredet.

In einem ersten Schritt erfolgt die Beurteilung des Projekts angelehnt an die Standardisierte Bewertung. Der dort ermittelte monetäre Nutzen ist alleine dem Nahverkehr zuzuschreiben. Dem gegenüber stehen eine Teilsumme der Kosten, die diesen Nutzen trägt sowie ein Rest der Gesamtsumme, der den Nahverkehrsnutzen übersteigt. Dieser Rest soll im Anschluss als Kostenblock für eine Bewertung des Projektnutzens für den Fern- und Güterverkehr genutzt werden. Dies erfolgt im Rahmen der aktuellen Bundesverkehrswegeplanung.

Daneben wird die Planung von der Europäischen Union anteilig gefördert. Dies ist möglich aufgrund der hohen Bedeutung, die die  Strecke Hamburg - Lübeck  auch für den Fern- und Güterverkehr hat. Die Strecke ist bereits jetzt schon ein Teil des Europäischen Fernverkehrsnetzes TEN-V Achse 20 (Kopenhagen – Hamburg – nach Bremen bzw. Hannover) bzw. Teil des Europäischen Schienengüterverkehrskorridors Nr.3 (Stockholm – Malmö – Kopenhagen – Hamburg – Innsbruck – Verona – Palermo). Für die ersten Planungsschritte wurde eine Förderung durch die Europäische Kommission im Rahmen des Programms für das Transeuropäische Verkehrsnetz bereits bewilligt. Die Förderung umfasst 50% aller bis Ende 2015 erbrachten Planungsleistungen. Die Planungskosten sind pauschal mit 20 Prozent der Baukosten veranschlagt.

Welche Kosten entfallen auf Hamburger Gebiet, welche auf Schleswig-Holstein?

Die Kosten für das Los Hamburg betragen ohne Planungskosten ca. 488 Millionen Euro, die Kosten für das Los Schleswig-Holstein betragen ca. 274 Millionen Euro, ebenfalls ohne Planungskosten. Die Planungskosten lassen sich nicht so ohne weiteres auf die beiden Lose aufteilen, da viele Planungsschritte länderübergreifend erfolgen müssen. Ohne Planungskosten wird die Gesamtsumme daher auf der Grundlage der vertieften Kosten- und Risikobewertung  mit ca. 762 Millionen Euro veranschlagt.

Was kosten der Bau der neuen und der Umbau der bestehenden Stationen?

Die Baukosten können nach Abschluss der Entwurfsplanung genauer beziffert werden.

Wer bezahlt die Beseitigung der Bahnübergänge?

Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz werden die Kosten für die Beseitigung von Bahnübergängen zwischen Schienenbaulastträger, Straßenbaulastträger und Bund gedrittelt. Die genaue Aufteilung regelt das Eisenbahnkreuzungsgesetz (EKrG).

Stand: 10. März 2016