Fahrplanauskunft
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Trasse, Stationen und Infrastruktur

Wo führt die neue S-Bahn-Strecke entlang?

Die S4 würde ab Hamburg-Altona die bestehenden Gleise der Hamburger S-Bahn bis Hamburg-Hasselbrook nutzen. Auf den ca. 17 km von Hamburg-Hasselbrook bis nach Ahrensburg soll eine neue, zweigleisige S-Bahn-Strecke gebaut werden Ab Bargteheide bis nach Bad Oldesloe wird die S4 die bestehende Infrastruktur nutzen.

Was würde neu gebaut, was ausgebaut?

Die neue S-Bahn-Strecke von Hamburg-Altona bis Bad Oldesloe wäre insgesamt 35,9 km lang. Nach Entscheidung der Länder Ende 2015 umfasst das Projekt einen zweigleisigen Streckenneubau in der Länge von ca. 17 km (bis Ahrensburg), und einen eingleisigen Neubau von Ahrensburg bis Ahrensburg-Gartenholz; die Weiterführung dieses Gleises bis Bargteheide entfällt aufgrund der Ergebnisse einer aktuellen „Eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchung“ (kurz: EBWU). Somit liegen in etwa ein Drittel der Ausbaustrecke (ca. 7 km) auf schleswig-holsteinischem Gebiet und zwei Drittel (ca. 13 km) verläuft auf Hamburger Gebiet: von Hasselbrook bis zur Landesgrenze zwischen Rahlstedt und Ahrensburg. Vier zusätzliche Stationen würden auf Hamburger Gebiet neu gebaut (Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg und Am Pulverhof). In Schleswig-Holstein käme zusätzlich hinzu: Ahrensburg-West.

Die neuen Gleise sollen parallel zu den bestehenden verlaufen; die S-Bahn-Infrastruktur liegt auf der nordwestlichen Seite der Gleisanlagen. Abhängig von den konkreten Platzverhältnissen wird in der Planung entschieden, ob nordwestlich zusätzliche Gleise gebaut würden oder ob die S-Bahn auf den bereits bestehenden Gleisen fahren und stattdessen neue Gleise für den übrigen Verkehr auf der südöstlichen Seite errichtet würden. Des Weiteren umfassen die Planungen den Ausbau des Abzweig Horn (zur Güterumgehungsbahn) um ein zweites Gleis, welches ein fünftes Gleis im Bereich des Güterbahnhofs Wandsbek nicht erforderlich macht

Durch einen veränderten Umbau des Bahnhofs Bargteheide kann der vorab definierte Takt durch die Anpassungen auf der Grundlage der EBWU gewährleistet werden, d.h. dass es in der Hauptverkehrszeit einen 10 Minuten Takt von Hasselbrook bis Ahrensburg gibt und einen 20 min Takt bis Bargteheide. Hierbei entfällt allerdings die Option einer Station in Delingsdorf.. Bei Gewährleistung des avisierten Betriebsprogramms handelt es sich somit um die wirtschaftlichere Lösung.

Die Einbindung in das Gesamtnetz der Hamburger S-Bahn:

Grafik S4

Karte steht unterhalb des Textes als Download in höherer Auflörung bereit.

Warum endet die S4 (Ost) nicht früher, z.B. in Ahrensburg?

Das wäre nicht sinnvoll, da die heutige RegionalBahn bis Bad Oldesloe verkehrt und bei einem Enden der S-Bahn bspw. in Ahrensburg es für viele Fahrgäste zu einer Unterbrechung der Verkehre mit zusätzlichem Umstieg käme. Sie könnten von Hamburg bis Ahrensburg die S4 nutzen, müssten dann aber für die Strecke Ahrensburg – Bad Oldesloe auf die RegionalBahn umsteigen. Bei der Linienführung der S4 bis Bad Oldesloe kann damit das Produkt RB komplett durch die S-Bahn ersetzt werden. Dadurch wird nicht der Regionalexpress ersetzt. Würde der Ausbau der Strecke in mehreren Abschnitten erfolgen, würden sich natürlich solche Zwischenzustände ergeben, in denen abschnittsweise die S4 und abschnittsweise die RegionalBahn verkehren. Solche Zwischenzustände wären jedoch zeitlich begrenzt.

Welche Stationen sind geplant?

Geplant sind folgende Haltepunkte ab Hamburg-Altona (kursiv= neue Stationen):
Königstraße, Reeperbahn, Landungsbrücken, Stadthausbrücke, Jungfernstieg, Hauptbahnhof, Berliner Tor, Landwehr, Hasselbrook, Claudiusstraße, Bovestraße, Holstenhofweg, Tonndorf, Am Pulverhof, Rahlstedt, Ahrensburg, Gartenholz, Bargteheide, Kupfermühle und Bad Oldesloe. Die Haltestellen Bovestraße und Claudiusstraße würden die bestehende Haltestelle Hamburg-Wandsbek ersetzen. Eine weitere Haltestelle auf Schleswig-Holsteiner Boden wird die Haltestelle Ahrensburg West sein. Damit böte die S4 eine direkte Verbindung von Bargteheide, Ahrensburg und Bad Oldesloe bis in die Hamburger Innenstadt, ohne Umstieg am Hauptbahnhof.

Warum wird die Station „Wandsbek“ ersetzt?

Die Fahrgastzahlen sagen aus, dass der Bahnhof Wandsbek in seiner jetzigen Lage nicht angenommen wird; somit ist als Grundlage der Planung die betriebliche Aufgabenstellung der DB Netz AG, zwei neue Haltepunkte in diesem Bereich vorzusehen. Zudem ist die Einbindung in das Busnetz vor Ort suboptimal. Die zwei neuen Haltepunkte Claudiusstraße und Bovestraße sind günstiger hinsichtlich der Lage (höheres Nachfragepotenzial) und der Einbindung ins Busnetz. Bei einem zweigleisigen Ausbau im Bereich Bahnhof Wandsbek ist der Rückbau der vorhandenen Verkehrsstation nicht zu vermeiden. Bei einer Beibehaltung des Bahnhofes Wandsbek und einem gleichzeitigen Trassenausbau in südlicher Richtung sind erhebliche Eingriffe in die vorhandene Infrastruktur zu erwarten. Die parallel geführte Straße „Seydeckreihe“ müsste auf Kosten privater Grundstücke auf einer Länge von ca. 300 m verlegt werden.

Warum wird keine Station in Meiendorf geplant?

Das Ortsaufkommen ist sehr begrenzt (3.500 Einwohner im 600 m-Radius), zumal die Gebiete östlich der Meiendorfer Straße keine direkte Zuwegung erhalten können, sondern den Umweg über den Oldenfelder Stieg nehmen müssten (=> 1.900 Einwohner im 600 m-Realwegbereich). Neuausweisungen von Wohngebieten oder anderen Nachfragequellen sind seitens der Freien und Hansestadt Hamburg nicht geplant (die Hälfte des Einzugsbereiches ist Naturschutzgebiet (Stellmoorer Tunneltal)). Zudem ist eine Busverknüpfung zur indirekten Erschließung weiter entfernter Gebiete nicht sinnvoll möglich (diese erfolgt in Rahlstedt). Von Nöten wäre eine XXL Park+Ride-Anlage nördlich des Höltigbaums. Diese scheitert aber an der Ausweisung als Naturschutzgebiet. Eine P&R-Anlage südlich des Höltigbaums würde nur ein begrenztes Potenzial aufweisen und wäre hierfür aufgrund der örtlichen Gegebenheiten zu teuer.

Welche bestehenden Stationen müssen umgebaut werden?

In Tonndorf, Ahrensburg und Bad Oldesloe wäre eine Bahnsteigaufhöhung notwendig; in Rahlstedt, Ahrensburg-Gartenholz und Bargteheide ein Bahnsteigneubau für die S-Bahn. In Bargteheide wird der Mittelbahnsteig durch einen neuen Außenbahnsteig ersetzt, der heutige Hauptbahnsteig erhält eine Aufhöhung. In Rahlstedt käme zum Beispiel auch eine neue Personenunterführung hinzu. Auch die Station Kupfermühle würde für den S-Bahn-Verkehr angepasst werden. Hierbei handelt es sich um eine Aufhöhung der Bahnsteige auf eine Kantenhöhe von 76 cm, um den Reisenden einen komfortableren Ein- und Ausstieg zu gewährleisten.

Warum gibt es so viele Stationen?

Die Wahl der Stationen resultiert aus dem Ziel, mit der S-Bahn das Nachfragepotenzial im Streckeneinzugsbereich auszuschöpfen, soweit das wirtschaftlich vertretbar ist. Dazu gehört eine möglichst lückenlose Erschließung der Gebiete entlang der Strecke, aber ohne eine Überlappung von Einzugsgebieten. Eine derartige Überlagerung gibt es zwischen Claudiusstraße und Bovestraße, die dort aufgrund des Nachfragepotenzials aber vertretbar ist.

Gibt es einen Zugang am östlichen Bahnsteigende des Haltepunktes „Am Pulverhof“?

Nein. Ein zweiter Bahnsteigzugang von der Ostseite ist bisher nicht vorgesehen (aus Protokoll zur Bürgerversammlung am 12.02.2013).

Welche weiteren Infrastrukturmaßnahmen sind notwendig (Abstellgleise, Wendeanlagen)?

Für den Störungsfall sind entlang der Linie S4 Wendeanlagen (-gleise) zu errichten, die Aus- und Wiedereinsetzen der Züge an anderer Stelle (als die geplanten Linienenden in Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe) ermöglichen. Die Station Rahlstedt stellt hierfür einen betrieblich sinnvollen Linienendpunkt im Störungsfall dar. Ferner ermöglicht das Kehrgleis an dieser Stelle, bei angemessener Fahrgastnachfrage die Taktfrequenz bis Rahlstedt auf 10 Minuten auch in der Nebenverkehrszeit auszubauen.

Um die zusätzlichen Züge aufnehmen zu können, müsste in Ahrensburg-Gartenholz und in Hamburg-Bahrenfeld je eine Abstellanlage eingerichtet werden. In Ahrensburg und Bargteheide würden Wendegleise für endende bzw. beginnende Züge benötigt.

Wie funktioniert der Übergang zu den bestehenden S-Bahn-Gleisen?

Die Züge der S4 würden mit Zweistrom-Technik verkehren. Das heißt, dass sie sowohl Gleichstrom als auch Wechselstrom nutzen können. Gleichstrom (1.200 Volt) wird aus einer neben dem Gleis angebrachten, seitlich bestrichenen Stromschiene entnommen. Wechselstrom (15 kV / 16,7 Hz) wird über die konventionelle Oberleitung bezogen.

Auf den vorhandenen S-Bahn-Strecken zwischen Hamburg-Altona und Hasselbrook würde die S4 mit Stromschiene betrieben. Die mehrere hundert Meter lange Systemwechselstelle in den Oberleitungsbetrieb läge zwischen den Stationen Bovestraße und Holstenhofweg. Das hätte den Vorteil, dass die erst vor wenigen Jahren neu errichteten Oberleitungsanlagen zwischen Hamburg und Bad Oldesloe teilweise von der S-Bahn weitergenutzt werden könnten.

Stand: 10. März 2016

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