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05.07.2018

Ausbau: Bahnhalt Fehmarn-Burg wird zum Nahverkehrsknoten

FBQ-Schienenanbindung: NAH.SH, AKN und DB Netz stellen Nahverkehrskonzept für die Bauzeit vor – Zweites Gleis für den Bahnhalt Burg

Das Nahverkehrskonzept für die Bauzeit der Schienenanbindung für den Fehmarnbelt-Tunnel steht: Moderne Doppelstock-Reisebusse sollen für einen hochwertigen Ersatzverkehr zwischen Neustadt und Puttgarden sorgen. Am Mittwoch stellten Vertreter des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein (NAH.SH GmbH), der AKN Eisenbahn GmbH und der DB Netz AG bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Fehmarn-Burg Details aus dem Konzept vor.

Während des zweigleisigen Ausbaus und der Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden zur Schienenanbindung für die Feste Fehmarnbeltquerung ab 2022 können fünf Jahre lang keine Züge zwischen Puttgarden und Neustadt fahren. Es soll deshalb einen besonders hochwertigen Ersatzverkehr während der Bauzeit geben.

Es sollen täglich im Stundentakt schnelle Busverbindungen bis nach Lübeck fahren. Während der Fahrt können die Fahrgäste WLAN und Steckdosen nutzen. Die Busse im NAH.SH-Design haben einen barrierefreien Einstieg, Toiletten und Gepäckregale. Die Fahrradmitnahme ist durch Heckträger und im Mehrzweckbereich möglich. Zwischen Lübeck und Neustadt sind weiterhin Züge unterwegs, sodass die Fahrgäste entscheiden können, ob sie in Haffkrug auf den Zug umsteigen oder mit dem Bus nach Lübeck fahren möchten. Eine Fahrt zwischen Lübeck und Puttgarden dauert mit den Reisebussen eine Stunde und 47 Minuten – mit dem Zug sind es 1:44 Stunden.

Nach Wiederinbetriebnahme der Strecke zwischen Lübeck und Fehmarn-Burg sind durch den Ausbau und die Elektrifizierung enorme Reisezeitverkürzungen im Nahverkehr möglich. Eine Fahrt von Burg bis Lübeck dauert dann nur noch 49 Minuten – bisher waren es 1 Stunde und 28 Minuten.

Ausbau des Bahnhofs Fehmarn-Burg geplant

Während der Bauarbeiten zur FBQ-Schienenanbindung durch die Deutsche Bahn AG wird der Bahnhof Burg zu einem grenzüberschreitenden Nahverkehrsknoten ausgebaut. Der Bahnhof schreibt eine kleine Erfolgsgeschichte: Seit seiner Eröffnung im Jahr 2010 haben sich die Fahrgastzahlen auf der Insel Fehmarn mehr als verdreifacht – auf mittlerweile 400 Ein- und Aussteiger täglich im Durchschnitt.

Um der hohen Bedeutung Burgs für die Insel, den grenzüberschreitenden Nahverkehr von und nach Dänemark und den saisonalen IC-Verkehr gerecht zu werden, soll der Bahnhof eine Aufwertung erfahren: Es entsteht ein zweites Gleis, damit Züge von Deutschland nach Dänemark sich begegnen können. Der bereits vorhandene Bahnsteig wird zum Mittelbahnsteig umgebaut und verlängert. Das erhöht die betriebliche Kapazität und ermöglicht die gleichzeitige Abfertigung von zwei Zügen. Künftig sollen sich geplante grenzüberschreitende Regionalzüge Lübeck – Fehmarn – Nykøbing regelmäßig in Fehmarn begegnen; dadurch entstünde ein attraktiver Nahverkehrsknoten mit Anschlüssen in alle Richtungen. Die AKN baut den Bahnhof Fehmarn-Burg als zuständiges Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) im Auftrag der NAH.SH GmbH um. Sie hatte den Bahnhof im Jahr 2010 auch gebaut.

Die DB Netz AG, zuständig für die Eisenbahninfrastruktur außerhalb des Bahnhofs, baut eine Abstellanlage mit vier Abstellgleisen im Bereich des Gleisdreiecks. Diese sind insbesondere für das (nächtliche) Abstellen von Zügen gedacht.

Der Umbau des Bahnhofs Fehmarn-Burg soll frühestens 2022 beginnen und während der Sperrung zum Ausbau der FBQ-Schienenhinterlandanbindung abgeschlossen werden.

Mehr zur FBQ-Schienenhinterlandanbindung steht unter www.anbindung-fbq.de

Bild: Alexander Dennis; Fotomontage für einen doppelstöckigen NAH.SH-Linienbus. Die später auf der Strecke Neustadt - Puttgarden fahrenden Reisebusse weichen in Optik und Ausstattung noch etwas von diesen Fahrzeugen ab. 

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