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Ausschreibung Netz West: Verbesserungen für die ÖV-Anbindung Brunsbüttels?

Eintrag von Jochen Schulz, 20.12.2013

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Die knapp 13.500 Einwohner zählende Stadt Brunsbüttel ist eine der größten Städe in Schleswig-Holstein, die nicht an den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) angebunden sind. Doch während z.B. Geesthacht oder Uetersen durch einen sehr dichten Taktverkehr mit dem Bus angebunden sind, fehlt in Brunsbüttel eine ÖV-Anbindung im Taktverkehr völlig. Immer wieder wurde seitens der Stadt der Wunsch nach einer Verbesserung des Anschlusses an den öffentlichen Verkehr vorgetragen. Dabei stand vielfach der Gedanke einer Reaktivierung des Bahnverkehrs im Vordergrund. Die derzeit nur im Güterverkehr genutzte Bahnstrecke Wilster-Brunsbüttel könnte mit einem überschaubaren Aufwand wieder für den Personenverkehr reaktiviert werden. Problematisch war und ist jedoch die Lage des Bahnhofes in Brunsbüttel jenseits des Kanals. Die erneute Ausschreibung der SPNV-Leistungen im Netz West (Hamburg-Westerland) würde es nun ermöglichen, Optionen für eine verbesserte Anbindung Brunsbüttels im öffentlichen Verkehr abzufragen. Hintergedanke ist dabei auch, dass ein Betreiber der Bahnstrecke Hamburg-Westerland auch Interesse an Fahrgästen aus Brunsbüttel/bzw. Fahrgästen mit dem Fahrziel Brunsbüttel haben müsste, und diese in der Annahme seiner Erlöse berücksichtigen sollte. Nun ist es in Brunsbüttel nicht so einfach, eine vernünftige Anbindung im SPNV zu erreichen, da die ungünstige Lage des Bahnhofes in Brunsbüttel dessen Erreichbarkeit doch sehr einschränkt. Wir haben daher auch Optionen mit einer Schnellbusanbindung geprüft. Herausgekommen sind 3 Vorzugsvarianten: a) Triebwagenpendel Brunsbüttel-Itzehoe, b) Schnellbus Brunsbüttel-Itzehoe mit Teilfunktion eines Stadtbusses in Brunsbüttel und c) Schnellbus Marne-Brunsbüttel-Itzehoe. Bei allen Varianten wird in Itzehoe der Marschbahnexpress (heute NOB) nach/von Hamburg-Altona angebunden. Am Montag, den 16.12. hatte der Landtagsabgeordnete Bernd Voß zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung nach Brunsbüttel eingelanden. Einzelheiten gibt es in meiner Präsentation.

 

 

 

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Kommentare

  • Moin, moin,
    zum Thema Dithmarschen möchte ich gern fragen, ob auch die Idee eines Bahnverkehrs Brünsbüttel Richtung Norden mit Anschluss nach Süden in St. Michel (bei Halt der Marschbahn in Burg/Dith. und Wilster). Der Zug von Brunsbüttel könnte dann mit Halt in Lunden und Friedrichstadt nach Husum fahren. Letztere Halte können dann bei der "großen Marschbahn" entfallen. Ich nenne diese Verbindung "Dithmarschenbahn". In Husum besteht dann anschluss nach Norden, in Heide nach Osten und Westen. Im Berufs- & Schulverkehr müsste eine sehr gute Auslastung zu erwarten sein (Berufliche Schulen in Meldorf, Heide, Husum, Neumünster und Itzehoe (Stundentakt nach HEI-NMS), Anschlüsse nach Hamburg).
    Wie steht es mit der Reaktivierung des Bahnhofs Hemmingstedt und ggf einem Bedarfshalt Gudendorf/Windbergen? Auch diese Halte können von der "Dithmarschenbahn" angefahren werden.

    Ich würde mich freuen, Meinungen und Informationen zu lesen.
    Viele Grüße
    Yves v.d.N.

    Geschrieben von Yves v. d. Nahe, 04/03/2015 9:30am (vor 4 Jahren)

  • Na hoffentlich wird in der Netz West-Ausschreibung nicht auch diese Natofarben für die Züge gefordert wie für das Netz Mitte, da hat die LVS echt gezeigt, dass man das Maß an Hässlichkeit kaum überbieten kann!

    Geschrieben von Bahnnutzer, 21/01/2014 10:25pm (vor 5 Jahren)

  • Absolut nachvollziehbares Ergebnis der Studie. Ein Bahnhof auf der Südseite des Kanals ist wenig attraktiv, wenn man aus der Stadt kommt.

    Bleiben noch die Fragen, warum die NOB mit ihrem Schnellbus nach Glückstadt statt nach Itzehoe fuhr, und warum die Brunsbütteler den Bus nicht ausreichend genutzt haben.

    Geschrieben von bahni, 31/12/2013 2:17pm (vor 5 Jahren)

  • Leider ist die Bahnstrecke Brunsbüttel-Wilster momentan schlecht für einen Personenverkehr geeignet. Die zulässige Streckengeschwindigkeit ist viel zu gering und es fehlt unterwegs eine Kreuzungsmöglichkeit, um den Güterverkehr nicht zu beeinträchtigen. Da müssten sehr viele Millionen Euro investiert werden.
    Kurzfristige Alternative wäre nur ein Bus, finde ich. Zeitlich günstiger wäre ein Umstieg in Wilster statt in Itzehoe mit Halt der Züge von und nach Altona dort. Der Zeitpuffer in Heide ist vorhanden, man müsste den Fahrplan nur anpassen.

    Geschrieben von Bahnnutzer, 24/12/2013 4:17pm (vor 5 Jahren)

  • Moin,
    die Variante A wäre besser für Brunsbüttel.
    Aufgrund des Fährfahrplanes würde selbst eine Mitbenutzung der Fähre (bzw. der Einrechnung) immer noch besser sein als ein Schnellbus, dieser müsste sogar einen sehr weiten Umweg fahren, um überhaupt nach Brunsbüttel zu gelangen.
    Dadurch sinkt gleichzeitig die Attraktivität eines Busses, bzw. die gefühlte Fahrtzeit wäre zu lange.
    Ein weiterer Pluspunkt für die Schiene ist eindeutig, dass diese unabhängiger ist vom Verkehrsaufkommen auf der Strasse (Kann der Bus auch die Fahrtzeit halten bei Ferien-Reise-Verkehr?), sowie das keine Hochbrücke dort vorhanden wäre (Darf bei Sturm die Brücke genutzt werden für einen fast leeren Bus?).
    Natürlich kann doch auch eine Planung eines Schiene/ Straße-Konzept interessant sein:
    Bahn: Itzehoe-Brunsbüttel --> Fähre: Überfahrt --> Stadtbus als Ringlinie.
    Da würde eher das Maximum an Fahrgästen erreichbar sein.

    Geschrieben von Christian, 22/12/2013 3:59pm (vor 5 Jahren)

  • Das sind interessante Ideen zur Anbindung von Brunsbüttel. Eine Möglichkeit, die sicher sehr viel Charm hätte, wurde nur kurz erwähnt: Die Elektrifizierung dieser Strecke hätte viele Vorteile. Der nicht unerhebliche Güterverkehr bräuchte in Itzehoe keinen Lokwechsel mehr. Daher war die Elektrifizierung nach Brunsbüttel bereits an anderer Stelle angedacht. Dieses Argument Güterverkehr wäre auch bei der Finanzierung hilfreich. Wenn dann die Nordbahn von HH nach Brunsbüttel durchfährt, wäre diese Lösung mindestens so gut wie die jetzt favorisierte: kurze Fahrzeit bis HH und kein Umsteigen Bus/Zug. Leider liegt der Bahnhof dann immer noch auf der "falschen" Seite.

    Geschrieben von marschbahnfan, 20/12/2013 2:52pm (vor 5 Jahren)

  • In der Präsentation wird stark auf die "periphere Lage" des Bahnhofes Brunsbüttel(-Ost) abgestellt. Dabei liegt der Bahnhof zwar zugegebenermaßen auf der "falschen" Seite des NOK, aber dafür direkt an der Fähre vom Zentrum (die wiederum quasi von der Haupteinkaufsstraße abgeht) und außerdem (eventuell für Einpendler attraktiv) nah an den meisten Gewerbebetrieben, so dass die Wege zum/ vom Bahnhof nach meinem Dafürhalten gar nicht so dramatisch lang ausfallen.

    Frage deshalb: Woran bemisst der Autor die "dezentrale" Lage des Bahnhofes? Ist dies in irgendeiner Weise substantiiert (wenn ja, wie?), oder nur eine Baucheinschätzung?

    Geschrieben von jopa, 20/12/2013 12:55pm (vor 5 Jahren)