Fahrplanauskunft
nahsh header 03

Bahnanschluss Kellinghusen – Erstes Gutachten bestätigt Kostenschätzung

Eintrag von Nadine Niewiera, 06.11.2012

Kategorien:

Die Stadt Kellinghusen und die LVS haben zur geplanten Reaktivierung der Bahnstrecke Wrist - Kellinghusen heute - am 06.11.2012 - eine gemeinsame Presseinformation herausgegeben. Im Wortlaut: 

"Die LVS Schleswig-Holstein hat der Stadt Kellinghusen ein erstes Gutachten zur Reaktivierung der Bahnstrecke Wrist – Kellinghusen vorgestellt. Dieses hat die geplante Streckenreaktivierung fachlich bewertet und trifft erste detaillierte Aussagen zu den erforderlichen Baumaßnahmen.

Im Gutachten werden unter anderem die eigentliche Bahntrasse, die erforderliche Signaltechnik, die Bahnübergänge, der Bahnhof in Kellinghusen, die Oberleitung für den elektrischen Zugbetrieb sowie die Störbrücke und weitere Durchlässe betrachtet. Die Baukosten werden mit insgesamt ca. 6,4 Mio. Euro berechnet. Damit wird die erste grobe Kostenschätzung der LVS bestätigt, die bisher Gesamtkosten in Höhe von sieben bis acht Mio. Euro erwartete.

Das Gutachten dient als Basis für die Vorentwurfsplanung. In diese sollen auch die Ergebnisse eines Fachgutachtens zu den Auswirkungen des Bauvorhabens auf den Hochwasserschutz in Kellinghusen einfließen. Dieses Hochwassergutachten kann jetzt beauftragt werden. Nach erstellter Vorentwurfsplanung und damit genauer Festlegung des Trassenverlaufs erfolgen Gutachten zum Lärmschutz, zur elektromagnetischen Verträglichkeit der Oberleitung und zu den Auswirkungen der Bahnübergänge auf den Verkehrsfluss. LVS-Geschäftsführer Bernhard Wewers erklärte: „Mit diesem Gutachten ist ein wichtiger Schritt zur Reaktivierung der Strecke erfolgt. Auf dieser Grundlage können die Planungen jetzt im Detail fortgesetzt werden.“

Auch die Vertreter der Stadt Kellinghusen zeigten sich erfreut über den positiven Grundtenor des Gutachtens und sicherten weiterhin volle Unterstützung für das Projekt zu. Bürgermeister Axel Pietsch: „Wir freuen uns, dass die Bahnanbindung Kellinghusens näher rückt und werden auch die weiteren Planungen intensiv begleiten. Dabei führen wir natürlich – gemeinsam mit der LVS – den bisherigen Dialog mit den Anwohnern weiter und informieren diese kontinuierlich.“ Weitere öffentliche Einwohnerversammlungen werden nach Erstellung der Gutachten und Vorentwurfsplanung folgen. Zwischenzeitlich stehen LVS und Stadt für Fragen zur Reaktivierung gerne zur Verfügung."

Das Gutachten wurde durch die Contrack Consulting-Gesellschaft für Schienenbahnen mbH aus Hannover erstellt. Sie können es hier herunterladen. Die dazugehörigen Lagepläne finden Sie im Download-Bereich unterhalb dieses Textes.

Kommentieren

Kommentare


  • Ein breites Bündnis für den Bahnanschluss streben alle politischen Fraktionen in der Kellinghusener Ratsversammlung an - einmütig wurde jetzt die Gründung eines Bahn-Arbeitskreises beschlossen:

    "Arbeitskreis soll Störstadt an die Schiene bringen" -
    Norddeutsche Rundschau, 22.09.2013:
    http://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/arbeitskreis-soll-stoerstadt-an-die-schiene-bringen-id3699316.html


    Ich wünsche den Störstädtern viel Erfolg - möge am Ende und in nicht allzu ferner Zukunft die Wiederherstellung der (Teil-)Strecke von Wrist nach Kellinghusen stehen. Neben dem überfälligen Beitritt des gesamten Kreises Steinburg zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) handelt es sich hierbei wohl um das wichtigste Projekt einer besseren Anbindung der Region und hier insbesondere des östlichen Kreisgebietes an den Großraum der Millionenmetropole Hamburg und nach Neumünster-Kiel bzw. Neumünster-Rendsburg-Flensburg.

    Geschrieben von CARPE DIEM, 23/09/2013 2:12am (vor 5 Jahren)

  • Neben den wirtschaftlichen und kulturellen Impulsen möchte ich auch mal auf die Stärkung des Bildungsstandorts Kellinghusen hinweisen. Nachdem es zwischenzeitlich eher bergab zu gehen schien (Verlust der Sattlerschule, „begrenzt guter“ Ruf der GMS, verbunden mit drastischem Rückgang der Neuanmeldungen…), nehmen wir jetzt gerade wieder Fahrt auf: Der Ruf unserer GMS hat sich deutlich positiv entwickelt, die Schülerzahlen steigen wieder und von der neuen Oberstufe ist nur Gutes zu hören. Die weitere positive Entwicklung des Bildungsstandorts dürfte von einer Anbindung an die Metropolregion deutlich profitieren!

    Noch ein paar Worte zur aktuellen Situation: Die Reaktivierung der Bahnstrecke ist nicht etwa politisch beerdigt, sie ist nur einfach noch nicht beschlossen. Sie war eine Idee der LVS, deren Aufgabe sind Planung, Vorbereitung, Koordination und Kommunikation – Entscheidungsträger ist sie letztlich nicht, das ist Sache der Landespolitik.
    Es liegt jetzt also an den Kellinghusenern, den Entscheidungsträgern Dampf zu machen. Man kann z.B. (immer freundlich und mit guten Argumenten):
    - die MdLs anschreiben,
    - Verkehrsministerium anschreiben (Minister Meyer, Staatssekretär Nägele),
    - Sich an der Unterschriftenaktion des KVK beteiligen,
    - hier mitdiskutieren,
    - Leserbriefe schreiben…

    Geschrieben von erk, 17/09/2013 4:37pm (vor 5 Jahren)


  • Offenbar gerät die beabsichtigte Wiedereröffnung der Bahnstrecke von Wrist nach Kellinghusen tatsächlich ins Stocken:

    "Unklare Aussagen zu Bahnplänen"
    Norddeutsche Rundschau vom 10.09.2013:
    www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/unklare-aussagen-zu-bahnplaenen-id3630741.html

    Da fragt man sich doch wirklich, wer hier wen verschaukelt. Und: Ein engagierter Einsatz für die Steinburger Heimatregion sieht für mich anders aus. Anstatt sich mit Volldampf und gemeinsam mit den anderen Abgeordneten für die Reaktivierung der Strecke von Wrist nach Kellinghusen einzusetzen, wird von Frau Herdejürgen beschwichtigt, schöngefärbt, und am Ende war die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke von Wrist nach Kellinghusen nur ein großes Missverständnis?

    Indessen geben die Kellinghusener so schnell nicht auf, und das ist auch gut so:

    "Neuer Halt - Unterschriften für Bahnprojekt"
    Norddeutsche Rundschau vom 11.09.2013:
    www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/unterschriften-fuer-bahnprojekt-id3635586.html

    Geschrieben von CARPE DIEM, 14/09/2013 9:57pm (vor 5 Jahren)

  • Noch eine Anmerkung zu meinem vorherigen Kommentar.
    Würde die gesamte Strecke bis IZ in Betrieb genommen und Züge im Kreis fahren können, Altona-IZ-Kellinghusen-Altona und entgegengesetz alle Stunde, wäre ich auch dafür, weil es Sinn macht.
    Der Kreis Steinburg muß in den HVV-Verbund, damit Kellinghusen in den Genuß kommt, von HH im Nahverkehr erreichbar zu sein. Dies wird aber an den Kosten für den Kreis noch scheitern. Also was soll diese Schönrederei?
    Machen wir Nägel mit Köpfen und machen uns Gedanken über den Ausbau von Strecken, wenn dieser Beitritt geschehen ist.
    Alles andere ist reine Geldverschwendung und dient nur den Profilen einiger möchtegern Politiker.

    Geschrieben von Heiner, 13/09/2013 8:19am (vor 5 Jahren)

  • Warum wird eigentlich so penetrant der Umbau der B 206 verschwiegen? Hier im Forum nimmt keiner zu den Problemen an der Einmündung des Wittenkampsweges Stellung, warum nicht?
    Sind die Kosten zu hoch (geschätzt 3-4 Mio)?
    Diese Sache paßt ja auch so garnicht in den riesigen Vorteil der Stadt Kellinghusen. Äußerst unangenehme Sachen werden einfach ignoriert.
    In die Fahrpreiskalkulation gehört nun mal auch ein solcher Posten. Siehe da das Ganze lohnt sich vielleicht gar nicht.
    Hoffentlich ist unser Albig und die SPD schlauer als das was vorher war.

    Geschrieben von Heiner, 13/09/2013 8:10am (vor 5 Jahren)

  • Kellinghusen erhält mit dem Wiederaufleben des Bahnanschlusses nicht nur wirtschaftliche Impulse, auch das Kulturleben wird beflügelt. Spannende Kellinghusener Veranstaltungen, z. B. des PEP-Vereins, zählen mehr Besucher, die Programme können noch attraktiver gestaltet werden. Auch kleinere Veranstaltungen dürfen mit mehr Zuschauern und Zuhörern rechnen.
    Mit dem Bahnanschluss wird zudem die historische Orientierung nach Altona wiederhergestellt, nicht nur als kulturelle Verbindung, sondern auch als ehemaliger Hauptverkehrsweg zwischen Süd und Nord, der eigentlich von Kellinghusen nach Hohenwestedt, Rendsburg und Schleswig fortgesetzt werden müsste.

    Geschrieben von Jakobs-en, 09/09/2013 4:24pm (vor 5 Jahren)

  • War es das jetzt mit den ehrgeizigen Plänen für die Wiederherstellung der Bahn-Teilstrecke von Wrist nach Kellinghusen?

    In der "Norddeutschen Rundschau" vom 04.09.2013 ist unter dem Titel 'Keine Entscheidung für Bahnanschluss' ein besorgniserregender Artikel erschienen:

    www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/keine-entscheidung-fuer-bahnanschluss-id3590146.html

    Geschrieben von CARPE DIEM, 06/09/2013 1:46am (vor 5 Jahren)

  • Eine sehr gute Idee, die Bahntrasse wieder zu reaktivieren. Wie gering sind doch die Reaktivierungskosten im Verhältnis zum Bau einer lärmenden Straße. Wie groß ist der Gewinn für die Anwohner durch Anbindung an die Bahn!

    Perspektivisch erwarte ich, dass Kellinghusen dann auch von den Hamburgern mit HVV-Monatskarte als Naherholungsziel entdeckt werden wird: nicht nur die Störniederung ist wunderschön. Auch die Waldflächen im Norden von Kellinghusen laden zu Wanderungen ein.

    Viel Erfolg!

    Geschrieben von Bahnfreund, 05/08/2013 9:31am (vor 5 Jahren)

  • Aktuell, für wen es von Interesse ist:
    mittlerweile haben sich neben allen Parteien und Wählergemeinschaften in Kellinghusen auch die Kaufmannschaft und das Bürgerforum in der Norddeutschen Rundschau wiederholt und eindeutig PRO Bahn ausgesprochen.
    Die sogenannten "Bahngegner" sind allgemein als eine sture und fragwürdig argumentierende Gruppe von einigen wenigen Anwohnern bekannt.
    Laut Presse von letzter Woche ist das Projekt auf dem Weg und im Zeitplan... Hoffen wir es!

    Geschrieben von ekspress, 22/05/2013 9:21pm (vor 5 Jahren)

  • Es gibt auch einige Kellinghusener, die befürchten eine Strahlung durch die Oberleitung, haben aber jeden Tag stundenlang ihr Handy am Kopf. Ich wohne 50m von der Bahn entfernt und freue mich auf die Bahn. Mein Sohn z.B. wird sie dann täglich benutzen.
    Ich persönlich finde einige Argumente der Bahn-Gegner einfach nur peinlich (z.B. Kellinghusener randalieren jetzt schon im Zug).
    Das Argument mit der damaligen Stillegung wurde auch nicht korrekt dargestellt. Es gab in den 70er Jahren täglich nur noch sehr wenige Zugpaare, die teilweise keine zeitnahen Anschlüsse hatten. So mancher Pendler hatte diese Problematik damals bei der Bahn auch beklagt und als keine Besserung kam, sind diese Leute (auch meine Person) dann auf das Auto umgestiegen. Man hatte damals generell das Gefühl, die Bahn wollte die Strecke mit aller Macht stillegen

    Geschrieben von Schmidt, 12/03/2013 1:30pm (vor 6 Jahren)