Fahrplanauskunft
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Ergebnisse des Krisengespräches mit NOB und RB SH zu den Winterproblemen

Eintrag von J.Schulz, 10.01.2011

Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Qualitätsprobleme aufgrund der mangelh

Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Qualitätsprobleme aufgrund der mangelhaften Verfügbarkeit der LINT-Triebwagen (Aufnahme in Oldenburg)

Die Ergebnisse des Krisengespräches mit NOB und RB SH zu den Winterproblemen im Bahnverkehr wurden hier z.T. schon kommentiert. Der Vollständigkeit halber, möchte ich aver auch den Text der Presseerklärung hier noch einmal dokumentieren:

Nach Zugausfällen: DB und Nord-Ostsee-Bahn wollen
Winterprobleme bewältigen und akzeptieren Kürzung

Erscheinungsdatum: 07.01.2011


KIEL. Nachdem es bei der DB-Tochtergesellschaft Regionalbahn Schleswig-Holstein und der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) während der letzten Wochen durch Eis und Schnee zu zahlreichen Pannen und Zugausfällen gekommen war, fand am 7. Januar auf  Initiative von Verkehrsminister Jost de Jager bei der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) ein Spitzengespräch mit den Geschäftsführungen beider Unternehmen statt. Nach den Worten von LVS-Geschäftsführer Bernhard Wewers hätten beide Unternehmen dabei zugesichert, künftig wieder vertragsgemäße Leistungen zu erbringen, ihre Konzepte für die Bewältigung von Frost und Schnee zu verbessern und die von den Ausfällen betroffenen Fahrgäste zu entschädigen.

Wewers: „Wir haben den beiden Unternehmen noch einmal deutlich gemacht, dass wir die schlechten Leistungen der vergangenen Wochen nicht akzeptieren. Mein Eindruck ist, dass die Botschaft angekommen ist und dass die Unternehmen kurzfristige und langfristige Lösungen entwickelt haben und auch noch entwickeln werden.“

Von Ende November 2010 bis zum 2. Januar 2011 waren bei der DB Regio AG in Schleswig-Holstein rund 820 Züge ausgefallen, die Pünktlichkeit der fahrenden Züge lag bei unter 80 Prozent. Bei der Nord-Ostsee-Bahn fielen im gleichen Zeitraum 570 Züge aus, die Pünktlichkeit lag bei knapp über 70 Prozent.

Wie Wewers weiter sagte, hätten sowohl die DB Regio AG als auch die NOB akzeptiert, dass das Land die ausgefallenen Züge nicht bezahlen werde. „Insgesamt gehen wir von einem Betrag in Höhe von rund einer halben Million Euro aus. Uns ist besonders wichtig, dass die betroffenen Fahrgäste nun entschädigt werden. Und die beiden Unternehmen sollten die Fahrgäste vor Ort umfassend und persönlich über die Probleme und die Lösungen informieren.“

Beide Unternehmen hatten Vertretern des Landes und der LVS in den mehrstündigen Gesprächen die Analyse der Probleme der vergangenen Wochen vorgelegt und Gegenmaßnahmen vorgestellt. Ursache für die Zugausfälle waren offenbar neben winterbedingten Fahrzeugstörungen und der fehlenden Schneeräumung unter anderem fehlende Werkstatt- und Abstellkapazitäten sowie fehlende Ersatzzüge. Hinzu kamen Defizite bei der Fahrgastinformation und im Krisenmanagement.

Verkehrsminister de Jager zog ein vorsichtig positives Fazit des Gesprächs: „Ich bin sicher, dass die Unternehmen jetzt die richtigen Weichenstellungen vornehmen und sich ihren Fahrgästen beim nächsten Frosteinbruch besser präsentieren.“ Der Minister machte zugleich aber auch deutlich, dass das Land im Falle erneuter Pannen nicht nur das Geld für die ausgefallenen Leistungen einbehalten, sondern einen Sondermalus in erheblicher Höhe einfordern werde.

Die Züge der Nord-Ostsee-Bahn fahren seit dem 3. Januar wieder fahrplangemäß, die Züge der Regionalbahn Schleswig-Holstein sollen ab dem 10. Januar wieder annähernd fahrplangemäß unterwegs sein.

Ein paar weitere Information gibt es auch dem beigefüten O-Ton-Dokument unseres Geschäftsführers, das hier O_Ton_Wewers verfügbar ist.

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Kommentare

  • Das mit der nicht unbedingt befriedigenden Reinigung der Bahnsteige konnte ich noch vergangenen Mittwoch in Tönning beobachten, als der Nutzer eines E-Rollis wegen immer noch auf dem Mittelbahnsteig liegender Schneereste nur mit viel Mühe und einer gehörigen Portion Mut in den LINT der NOB gelangen konnte. Bei dem funktionierten übrigens die Trittstufen und der Tf hatte auch die Rampe korrekt positioniert. Gerade in Tönning hätte man, da Kopfbahnhof, den Schnee in den hinteren Bereich bringen können, die Gleise Richtung Hafen werden ohnehin nicht genutzt. Der Mittelbahnsteig ist dort sehr schmal und selbst ohne Schnee gerade so ausreichend, um mit dem Rolli in den Zug zu gelangen.

    Geschrieben von Deichgraf63, 18/01/2011 9:42am (vor 8 Jahren)

  • Barrierefreiheit ist eine gute Sache. Doch leider benutzen Viele Firmen diesen Begriff als Vorwand, ihr ansonsten minderwertiges Produkt zu verkaufen (siehe LINT). Frei nach dem Motto: Ein bischen auf Sozial machen kostet uns nix und bringt Kohle. Klingt vielleicht hart, ist aber in vielen Fällen so.

    Nüchtern betrachtet nützt ein barrierefreier Zug, der aufgrund technischer Defekt aber immer ausfällt, keinem Fahrgast etwas. Weder den Behinderten, noch den Nicht-Behinderten. Und bevor die Bahn nicht mal in der Lage ist, wenigstens die Bahnsteigkante von Eis zu befreien (ich bin diesen Winter des öfteren fast auf die Gleise gefallen weil es so glatt war), brauchen wir über einen barrierefreien Bahnhof erst gar nicht zu reden.

    Geschrieben von Thomas W, 17/01/2011 2:27pm (vor 8 Jahren)

  • Gestern,am Sonntagnachmittag im Lint der NOB von Husum nach Kiel: Die Trittstufen wurden auf der ganzen Fahrt unterwegs nicht ausgefahren (erst in Kiel, wohl nicht defekt). Es gab keine Ansage dazu: Schlecht! Dafür eine schriftliche Ermahnung an den Eingängen, die Schuhe an den (nicht vorhandenen) Trittstufen nicht abzukratzen. Hinter den Türen lag eine Art Teppich als Schmutzfänger. Behindertengerecht ist der Lint so nicht. In Rendsburg half ich einem Senior mit Gehwagen aus dem Zug. Alleine hätte er das nicht geschafft, der Gehwagen hätte sich im Türspalt vermutlich verklemmt.

    Geschrieben von Bahnkunde, 17/01/2011 10:10am (vor 8 Jahren)

  • Also ich finde sowohl die Lint als auch die Talent Triebwagen und die Dostos eine echte positive Bereicherung für den OPNV in S-H für Behinderte (meine Frau Sitz Selber im Rollstuhl) durch die Barrierefreiheit dieser Züge ist es Ohne Probleme möglich (auch endlich mal) für Rollstuhlfahrer spontane Ausflüge zu unternehmen in anderen Stätte.

    Aber eine Klein Verbesserungsvorschlag für die Dostos Hätte ich noch:

    Es wer gut wen die Dostos noch eine zusätzliche (also) 2 Mehrzweckbereich kriegen würden (neben den vorhandenen im Steuerwagen), vor allen auf der Strecke zwischen Ki. und HH.
    Wal der doch so manches mal schon leicht überfüllt ist, (z.b mit Fahrrädern und Rollstühle).

    Und wen Neu bestehlt würden wer gut wen diese wider mit eine Großen Behinderten WC ausgestattet werden würden ähnlich wie in der (Glaube ich) 1. Genration die in S-H Rum fahren,
    wal die Behinderten WC in der (Glaube ich) 2. Generation sind doch recht beengt.

    (Soll nur mal Als Lob und Anregende hinweise diene)

    MFG UND Eine schöne Sonntag noch Wünscht E.Wolter

    Geschrieben von E. Wolter, 16/01/2011 12:48am (vor 8 Jahren)

  • Auch bei den Türen ist der Lint eher eine Fehlkonstruktion. Ist der Triebwagen richtig voll mit Fahrgästen, dauert das Ein-und Aussteigen viel zu lange. Ist eine Tür defekt, wie kürzlich erlebt, wird es kritisch. Gutes Gegenbeispiel ist der Talent, den es auch mit genug Türen für einen S-Bahn ähnlichen Verkehr gab. Die RB zwischen Kiel und Lübeck könnte man da fast einordnen: 11 Halte auf 81 Kilometern.

    Geschrieben von Bahnkunde, 14/01/2011 10:10am (vor 8 Jahren)

  • Vielleicht erkennt man bei der RBSH auch ENDLICH mal wie die Auslastung auf der Strecke Kiel-Lübeck verteilt ist. Der in der Regel durch den Berufsverkehr vollgestopfte RE der um 6:44 Uhr von Kiel nach Lübeck startet verkehrt derzeit als DOSTO-Zug und den hat diese Fahrt auch bitter nötig.
    Es wäre wünschenswert wenn die RBSH den DOSTO um diese Zeit beibehalten würde. Die Ein und Aussteigezeiten zu dieser Stoßzeit sind bei dem LINT jedesmal enorm und führen so zu Verspätungen.

    Geschrieben von Thomas W, 14/01/2011 8:28am (vor 8 Jahren)

  • Beim LINT hat man das sicher versäumt. Mal abwarten, ob man aus dem Desaster für die zukünftigen Bestellungen Konsequenzen zieht, sonst gibt es die nächsten Jahre vermutlich weiter massive Probleme. Zumindest scheint der Vekehr auf Kiel-Lübeck wieder planmäßig zu laufen. In Süderbrarup war auf den Bahnsteigen nur Sand zu sehen, kein Split.Hier gab es scheinbar weniger Fahrzeugstörungen. Der grobkörnige Split bekommt dem Lint wohl gar nicht.

    Geschrieben von Bahnkunde, 11/01/2011 10:31pm (vor 8 Jahren)

  • Früher wurden Eisenbahnfahrzeuge in Wien in der Klimakammer getestet, warum ist das heute keine Pflicht?

    Siehe auch hier: [url=http://www.bahn-austria.at/report_windkanal.htm]Wetter auf Knopfdruck im Klima-Wind-Kanal Wien[/url]

    Gruß

    Nahne Johannsen

    Geschrieben von Nahne Johannsen, 11/01/2011 7:29pm (vor 8 Jahren)

  • Wie ich schon unter einem anderen Beitrag hier zu diesen Gesprächen schrieb: Der Berg kreißte und gebahr eine Maus!

    Das gleiche Geschwafel der EVU hatten wir doch schon so oft, bei der NOB begann das vor fünf Jahren mit der Übernahme der Marschbahn. Das nun nur die Züge bezuschußt werden, die gefahren wurden, dazu hätte man sich nicht so hochrangig treffen müssen. Hat sich eigentlich mal jemand bei Der LVS dem einfachen Gedanken hingegehen, welche Kosteneinsparungen bei den EVU den nun nicht empfangenen 500.000€ gegenüberstehen? Die Trassen mußten, soweit sie befahrbar waren, wohl bezahlt werden, aber wie sieht es mit den Stationsgebühren aus? Man hat Treibstoff gespart (allein das kommt schon schnell in die NÄhe der angesprochenen Summe) und Personalkosten, auf ausgefallenen Zügen sitzt kein Triebfahrzeugführer. Da die sicher ohnehin reichlich Überstunden vor sich herschieben, mußte diese sicher abgebummelt werden, die EVU sparen dann schon wieder, gleiches gilt für Zugbegleiter in den Zügen, in denen welche vorgesehen sind. Gerade die Pendlerzüge sind "zwischen den Tagen" ohnehin nicht so voll, das Geld für die Abos hat man kassiert, aber wenn die Nutzer wegen Urlaub in dieser Zeit ohnehin nicht fahren, macht es wenig, wenn so ein Zug dann eben ausfällt, aber es spart viel Geld ein.

    Hier hätte es finanziell richtig "krachen" müssen, zu den 500.000€ die nicht gezahlt werden, pro ausgefallenen Zug, der nicht auf unbefahrbare Strecken zurück zu führen ist, noch mal 1.000€ obendrauf. Ansonsten kommt dabei nichts heraus, die Unternehmensleitungen lachen sich doch eins ins Fäustchen.

    Der LINT ist sicher überempfindlich und weist konstruktive Mängel auf, doch die Nordbahn und die SHB hatten meines Wissens keine Ausfällen, wohl aber auch Probleme mit den Trittstufen.

    Deutschland, ein Land spart sich zu Tode, Dioxinskandal und SH spart bei den Kontrollaboren, dauernde Telefonausfälle bei Versatel, VW kann 20.000 Kunden seit Wochen nicht die Ersatzteile für die Standheizung liefern, die Bahnen in ganz Deutschland haben Probleme mit dem Winter, im Sommer gibt es dann wieder defekte Klimaanlagen. Normalerweise sollte man nur Fahrzeuge akzeptieren, die sowohl einen norwegischen Winter als auch einen Sommer am Mittelmeer überstanden haben.

    Geschrieben von Deichgraf63, 11/01/2011 4:50pm (vor 8 Jahren)

  • Ich schätze den LINT für sein anspechendes Design und den wunderbaren Panoramaausblick auf die schöne Schleswig-Holsteinische Landschaft!
    Ich würde allerdings gerne wissen, worauf die Einschätzung der Verkehrsunternehmen und des LVS beruht, daß der LINT (ansonsten) ein für Schleswig-Holstein geeignetes Fahrzeug ist. Er ist seit über 10 Jahren im Einsatz ohne dass diese Eigenschaft bisher für den Fahrgast erkennbar ist!

    Geschrieben von Detlef S.-H., 11/01/2011 1:12pm (vor 8 Jahren)