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Kiel-Lübeck: Insgesamt positive Bilanz des Ersatzkonzeptes

Eintrag von J.Schulz, 16.04.2010

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Seit ca. 2 Wochen ist das Ersatzkonzept für die Regionalexpresse zwischen Kiel und Lübeck weitgehend beendet. Das Ersatzkonzept startete am 8.2. um LINT-Triebwagen des Types 648.3 für Gewährleistungsarbeiten freizusetzen und beinhaltete insbesondere den Ersatz der meisten für die RE Kiel-Lübeck vorgesehenen LINT-Triebwagen durch lokbespannte Züge. Diese wurden aus einer Diesellok der Baureihe 218 mit 3 Doppelstockwagen gebildet. Dabei wurden in den ersten Wochen drei Wagenparks, anschließend zwei Wagenparks eingesetzt. Die Durchbindung der Züge nach Lüneburg musste aufgegeben werden. 

Zentraler Bestandteil des Ersatzkonzeptes war der Einsatz von drei Doppelstockzü

Zentraler Bestandteil des Ersatzkonzeptes war der Einsatz von drei Doppelstockzügen mit jeweils drei Wagen

Durch das Ersatzkonzept konnte der Betrieb zwischen Kiel und Lübeck stabilisiert werden. Der Einsatz der Doppelstockwagen sorgte dafür, dass fast  immer eine ausreichende Sitzplatzkapazität sichergestellt werden konnte. Leider gab es aber dennoch in Einzelfällen Probleme aufgrund des Einsatzes von Einfachtraktionen der LINT-Triebwagen bei Zügen, für die eigentlich eine Doppeltraktion vorgesehen war. Eine Bewertung der Effekte auf die Pünktlichkeit ist nicht einfach, da im Febraur mehrfach außergewöhnlich starke Schneefälle zu verzeichnen waren und seit März zwei Langsamfahrstellen an Bahnübergängen im Raum Plön negative Auswirkungen auf die Pünktlichkeit haben. Daher schwankt die Pünktlichkeit der RE-Züge zwischen Kiel und Lübeck wochenweise betrachtet zwischen 78 und 94 %. Da in Lübeck Hbf die aus Kiel kommenden Züge sofort wenden mussten (Ankunft Minute 58, Abfahrt Minute 03), kam es zu Fällen bei denen größere Verspätungen auf den Gegenzug übertragen wurden und weitere Züge aufgrund der Eingleisigkeit der Strecke beeinträchtigt wurden. Insgesamt war an vielen Tagen aber eine sehr zufriedenstellende Pünktlichkeit (über 95 %) festzustellen. Bis zur Fertigstellung der Kieler Werkstatt der Regionalbahn Schleswig-Holstein, wird noch ein morgendliches Zugpaar mit Doppelstockwagen gefahren (zusätzlich zu den beiden planmäßigen Zugpaaren). Ab 13.6. gilt dann das neue Fahrplankonzept mit zwei durchgehenden Zügen/je Stunde zwischen Kiel und Lübeck.

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Kommentare

  • Ergänzend ist zu Herrn Barkleits Angaben noch zu sagen, dass auch am Freitag der 18.03 Uhr von Lübeck nach Kiel ein DOSTO ist.
    Der Zug kommt aus Hamburg und fährt nach 30min Pause in Lübeck direkt weiter nach Kiel. (Warum der Schalter trotzdem ständig durchsagt: "Dieser Zug endet hier" bleibt allerdings ein Geheimnis der Bahn :-)

    Geschrieben von fox, 19/04/2010 2:21pm (vor 9 Jahren)

  • Hallo Herr Barkleit,
    vielen Dank! Wie ich sehe, sind die Nutzer des Streckenblog hervorragend informiert. Ab kleinem Fahrplanwechsel (13.6.) entfällt dann das morgendliche Zugpaar (Lübeck ab 6.03 Uhr, Kiel ab 7.44 Uhr), das noch ein letztes Überbleibsel des Ersatzkonzeptes ist. Dafür gibt es dann auch am Wochenende die Gelegenheit zumindest in der Saison (in diesem Jahr bis 24.10.) die Strecke direkt aus Hamburg kommend mit Doppelstockzügen zu befahren, da dann jeweils Sa+So zwei Ausflugszugpaare (Hamburg-Lübeck-Kiel) angeboten werden, die dann in den Takt zwischen Kiel und Lübeck eingebunden werden (Lübeck ab 9.28 Uhr und 15.28 Uhr; Kiel ab 11.04 Uhr und 17.04 Uhr).

    Geschrieben von J.Schulz, 19/04/2010 1:25pm (vor 9 Jahren)

  • @Simon : Zur Zeit müssten Doppelstockzüge ab Kiel Hbf ab 4.44, 5.44 und 7.44 Uhr fahren, ab Lübeck 6.03, 17.03 (nur fr), 18.03 und 19.03 (mo-do) Uhr.

    Geschrieben von Stefan Barkleit, 19/04/2010 11:54am (vor 9 Jahren)

  • Ganz rund lief es heute auf der Strecke immer noch nicht: Abfahrt am späten Nachmittag in Kiel pünktlich. Leider war der vordere Lint rechts bis über die Fenster dichtgeschmiert, zudem schien was an einer Tür nicht zu stimmen. Permanent Geräusche, wie von Relais. In Preetz dann etwa 10 Minuten Wartezeit, der Gegenzug war verspätet. Vor Ascheberg Halt an einem BÜ mit Posten. Vor und nach Plön gab es an jeweils einem BÜ eine La mit 30 kmh. Die Kreuzung mit dem nächsten Gegenzug fand dann in Malente statt. Wenigstens wurde in Lübeck der Anschlußzug nach Hamburg noch erreicht. Die Pünktlichkeit auf der Strecke fand aber noch nicht statt.

    Geschrieben von Bahnkunde, 18/04/2010 11:28pm (vor 9 Jahren)

  • Eine Bitte: Wäre es möglich, für die "Schaulustigen" (Die die Strecke mal aus einer anderen Perspektive sehen wollen) in einer einfachen Übersicht die planmäßig mit Doppelstockzügen bedienten Fahrten zusammenzustellen? Aus den Taschenfahrplänen, die in den Reisezentren liegen geht das nämlich nicht hervor. (Es steht nur da, welche Züge bis nach Lüneburg fahren, nicht aber, welche bis nach Hamburg.)

    Geschrieben von simon, 17/04/2010 3:23am (vor 9 Jahren)

  • Man sollte bedenken, dass die Pünktlichkeit auf der Strecke im Mittel zwar weitestgehend in Ordnung war, es aber auch Fahrten (6:44 Kiel - Lübeck) gab bei denen die Pünktlichkeit im Wochenschnitt unter katastrophalen 20% lag.
    Erfreulich ist, dass sich die Pünklichkeit seit Ostern nun auch morgens wieder deutlich verbessert hat. An Schnee oder Baustelle kann diese plötzliche Verbesserung aber wohl kaum gelegen haben. Wir hatten im März schon lange keinen Schnee mehr, und die Baustelle existiert ja nach wie vor ;-)

    Wer auch immer hier der Bahn auf die Füße getreten ist, VIELEN DANK!

    Noch eine Frage zum letzten Absatz:
    Um wieviel Uhr wird besagtes Dosto-Paar morgens fahren? Geht leider nicht aus dem Artikel hervor.

    Geschrieben von fox, 16/04/2010 5:10pm (vor 9 Jahren)

  • Im großen und ganzen kann das Ersatzkonzept als gelungen und funktionstüchtig bewertet werden, Ausreißer in der Pünktlichkeit waren, wie beschrieben, gegeben.

    Nach der (Wieder)Übernahme des Betriebs Kiel - Lübeck auf die LINT-Züge ist die Pünktlichkeit eigentlich weitestgehend sehr gut, allerdings gibt es nach wie vor Ausreißer, bei denen der RE aus Lübeck dann 25 Minuten Verspätung hat. Das ist zwar selten, doch sind es eben diese Ausreißer die dem Fahrgast nachhaltig in Erinnerung bleiben. Insofern wäre es praktisch, wenn man diese ab und zu auftretenden Verspätungen auch abstellen könnte.

    Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die beiden Langsamfahrstellen rund um Plön schnellstmöglichst beseitigt werden können, damit wenigstens infrastrukturtechnisch keine Beeinträchtigungen der Pünktlichkeit mehr auftreten.

    Geschrieben von Stefan Barkleit, 16/04/2010 3:45pm (vor 9 Jahren)