Fahrplanauskunft
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Modernisierter Bahnhof Heide eingeweiht

Eintrag von Jochen Schulz, 30.09.2014

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Staatssekretär Müller-Beck vertrat das Land bei der EInweihungsfeier des modernisierten Bahnhofs Heide

Am vergangenen Freitag wurde nach langer Bauzeit der modernisierte Bahnhof Heide im Rahmen einer kleinen Feier mit geladenen Gästen eingeweiht. Land, Stadt und DB AG bewerteten die Umgestaltung als gelungen. Sowhl funktional als auch gestalterisch sei die Modernisierung gelungen. Vielfach wurde in den Reden auf die ungünstige Situation mit einem Empfangsgebäude zwischen den Gleisen und einem Zugang zur falschen Seite der Stadt hingewiesen. Staatssekretär Müller-Beck lobte die gelungene Architektur, Bürgermeister Stecher verwies darauf, dass für die Stadt Heide jetzt große Entwicklungsmöglichkeiten für "ein neues Stück Stadt" rund um den Bahnhof Heide entstanden sind und die Konzernbevollmächtigte für HH und Schleswig-Holstein Frau Herbort bezeichnete die Umgestaltung als in vielerlei Hinsicht modellhaft.

Im Einzelnen wurden durch die Modernisierung folgende Verbesserungen erreicht:

Neuordnung der Bahnsteiganlagen

Die neue Umsteigeplattform ermöglicht bahnsteiggleiches Umsteigen von Hamburg nach Büsum

Die Neuordung der Bahnsteiganlagen hat dazu geführt, dass es nun eine zentrale Umsteigeplattform gibt, auf der bahnsteiggleich in Richtung Büsum umgestiegen werden kann. Die Umsteigezeiten konnten so verkürzt werden, da die Züge nebeneinander stehen. Außerdem wird in Richtung Hamburg nun von einem so genannten Hausbahnsteig abgefahren, der unmittelbar am Zugang aus der Innenstadt und an den Bussteigen liegt. Die neuen Bahnsteige haben großzügige Bahnsteigdächer erhalten und sie wurden mit einer entsprechenden Länge gebaut, dass auch zukünftig jegliche Konfigurationen von Fernverkehrszügen in Heide halten können. Die Neugestaltung des Bahnhofes ist mit den Planungen für den integralen Taktfahrplan in Schleswig-Holstein abgestimmt und wird die Bedeutung des Bahnhofs als Taktknoten stärken.

Neubau einer Bahnsteigunterführung, die gleichzeitig Stadtteilverbindung ist

Abb: Ansicht des Fußgängertunnels und der großzügigen Treppe zur Umsteigeplattform

Vor der Neugestaltung des Bahnhofes waren die Bahnsteige nur gleisquerend über Schrankenanlagen zu erreichen. Während der kurzen Umsteigezeiten sorgten geschlossene Schranken immer wieder für Paniksituationen bei den Fahrgästen. Die erforderliche Unterführung wurde so gestaltet, dass sie gleichzeitig auch eine innerstädtische Fußverbindung zwischen der Innenstadt und den östlich gelegenen Stadtteilen ermöglicht. Selbstverständlich ist sie für die Barrierefreiheit mit Aufzügen ausgestattet, die durch die Stadt Heide betrieben und unterhalten werden. Mit der großzügigen und offenen Gestaltung, die für viel Tageslichteinfall sorgt und den besonders großen Aufzügen, die nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern auch den vielen Radtouristen entgegenkommen sollen, wurde versucht eine gefällige Gestaltung und eine funktionales Optimum zu erreichen.

Neubau eines Bahnhofsgebäudes

Mehr als ein schlichtes, eingeschossiges Gebäude war in Heide nicht drin

Das Gebäude beherbergt den Bahnsteigservice der DB, das Reisezentrum, einen DB ServiceStore und Toiletten

Das historische Bahnhofsgebäude war zwar ein markantes, theoretisch durchaus erhaltenswertes Bauwerk, aufgrund seiner Lage zwischen den Gleisen aber für eine zukünftige Nutzung nicht mehr zu halten. Das neue Bahnhofesgebäude ist ein schlichter Zweckbau, in dem sich die wesentlichen Dienstleistungen wiederfinden, die ein Reisender am Bahnhof erwarten: Es gibt eine Kombination von Backshop, Zeitungskiosk etc. (neudeutsch DB ServiceStore), einen Fahrkartenschalter, einen Informationsschalter der DB, einen Warteraum und Toilettenanlagen.

Verbesserung der Einbindung in örtliche Wegebeziehung und Verknüpfung zu den anderen Verkehrsmitteln (Fuß, Rad, Bus, Pkw)

Bus direkt am Bahnsteig in Heide (Foto: H.-U. Neumann)

Neue Abstellmöglichkeiten für Räder unter dem Bahnsteigdach

Nördlicher Zugang mit Platzanlage (Klaus-Groth-Denkmal)

Bisher war der zentrale Abfahrtspunkt der Busse in Heide mehrere hundert Meter vom Bahnhof entfernt.  Nun befinden sich insgesamt 6 Haltestellen unmittelbar am Bahnsteig des neuen Bahnhofes und ermöglichen eine gute Verknüpfung zwischen Bahn und Bus, die nach und nach eingeführt wird. Fahrplanmäßig bereits in den Taktknoten der Bahn eingebunden sind die Buslinien nach Tellingstedt-Rendsburg, Hemmingstedt und Weddingstedt. Auch der Stadtbusverkehr nutzt den Kombibahnsteig.

Neu ist auch die erstmalige Schaffung einer Pkw-Zufahrt und von Pkw-Stellplätzen auf der Westseite des Bahnhofes (noch ausbaufähig). Dort wurden unter dem Bahnsteigdach auch neue Fahrradbügel angebracht (auf der Ostseite befinden sich weitere Fahrradbügel).

Die bisherige Wegeverbindung aus dem bestehenden Fußgängertunnel unter der Straßenbrücke wurde durch eine Neugestaltung verbessert, die gleichzeitig eine optische Inwertsetzung der nach dem Abriß des alten Empfangsgebäudes entstandenen Brache zwischen den Gleisen ermöglichte. Finanziert durch die Stadt Heide empfängt eine Stahlskulptur die Reisenden, die einen Schrerenschnitt des Profils des Heider Schriftstellers Klaus Groth darstellt.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Heide ein moderner Bahnhof entstanden ist, der durch einige gestalterische Elemente auffällt (Unterführung, Bahnsteigdächer, neue Platzgestaltung am Klaus-Groith-Denkmal), insgesamt gut funktioniert (wenn auch der Warteraum eindeutig zu klein ausgefallen ist) und nun das Umfeld noch deutlich aufgewertet werden kann.

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Kommentare

  • gibt es im bahnhof heide schließfächer ?

    Geschrieben von heinz funk, 23/09/2018 10:32am (vor 28 Tagen)

  • Es stimmt: der Bahnhof ist schick und modern geworden. Leider gibt es nur wenig Schutz vor Wind, wenn man nicht gerade an Gleis 1 wartet.

    Von wem stammt die Groth-Skulptur? Der Weg zur Unterführung dort ist schön. Hoffentlich wird nun auch die Unterführung aufgewertet.

    Btw. zum Kommentar zu Deichgraf63: In Meldorf sind sogar die Lagepläne über die Station Meldorf sachlich falsch. Sowohl NOB als auch DB behaupten, auf Gleis 2 gehe es Richtung Hamburg. Das also ist die besondere Service-Qualität, die die hohen Preise in SH rechtfertigen soll.

    Geschrieben von Christian Sternberg, 13/10/2014 2:10pm (vor 4 Jahren)

  • Ja, endlich sind die Arbeiten beendet. Aber schon vor der Eröffnung der Anlage hatte ich die zuständige 3-S-Zentrale in Kiel davon in Kenntnis gesetzt, daß ein nicht unerheblicher Teil der Beleuchtung im Tunnel am Boden als auch an der Decke Richtung Ausgang Innenstadt ausgefallen sind, das war vor der Einweihung so und ist immer noch so. So etwas ist im Grunde schon als peinlich zu bezeichnen, daß solche Mängel nicht umgehend abgestellt werden. Auch ein zerdeppertes Stationsschild in St. Michaelsdonne, ausgefallene Beleuchtung des Stationsschildes in Meldorf Richtung Heide, diverse unbeleuchtete Aushänge in Hamburg-Altona - nichts passiert, obwohl die Mängel bekannt sind.

    Geschrieben von Deichgraf63, 04/10/2014 8:48am (vor 4 Jahren)