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Wenn plötzlich das Personal fehlt: Stillstand zwischen Kiel und Eckernförde

Eintrag von Bernhard Wewers, 30.09.2016

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Fahrgäste, die zwischen Eckernförde und Kiel unterwegs sind, haben heute Morgen vergeblich auf ihre Züge gewartet. Es gab eine Streckensperrung. Der Grund für den Ausfall: Der Fahrdienstleiter, der ab 4 Uhr das Stellwerk Gettorf besetzen sollte, fiel aus. Wegen der kurzen Vorlaufzeit konnte DB Regio keinen funktionierenden Schienenersatzverkehr auf die Beine stellen.

Viele Fahrgäste – und natürlich auch mich – hat das sehr geärgert. Ein Personalengpass erscheint vermeidbar. Erst Mitte Juli kam der Schienenverkehr zwischen Kiel und Gettorf wegen Personalproblemen im Stellwerk einen Tag lang komplett zum Erliegen.

Im Stellwerk laufen die Fäden zusammen. Fehlt der Fahrdienstleiter, können die Züge nicht sicher gesteuert werden. Ich war selbst einige Zeit Fahrdienstleiter in Nordrhein-Westfalen und weiß um die große Verantwortung auf diesem Posten. Wird uns dieses Szenario in Zukunft öfter begleiten, weil DB Netz nicht ausreichend Personal hat? 

Darüber müssen wir mit DB Netz und DB Regio reden. Am 10. Oktober finden die nächsten Gespräche mit Staatssekretär Dr. Frank Nägele, Vertretern der NAH.SH, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Eisenbahninfrastrukturunternehmen statt. Wir werden den Vorfall dort ansprechen. Heute haben wir um eine Stellungnahme zur Lage gebeten.

Am Morgen konnte die DB Netz das Problem im Stellwerk zum Glück schnell beheben. Nach fünf Stunden saß wieder ein Fahrdienstleiter im Stellwerk und die Züge konnten den Betrieb aufnehmen.  

 

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Kommentare

  • Da die Erhebungen bei der NOB derzeit wirklich keinen Sinn ergeben, sind sie seit Beginn der aktuellen Fahrzeugproblematik ausgesetzt. Die dahinter liegende Statistik und ebenso die Vertragsbeziehung mit dem Gutachter sind so gestaltet, dass sie einen solchen Fall abfedern können.

    Wenn Sie dennoch Erhebungen "belauschen konnten", dann womöglich zwischen Kiel und Eckernförde? Zwar sind die Tester in der Regel alleine unterwegs und die Bewertung der Fahrzeuge erfolgt schon gar nicht in einer Diskussionsrunde. Kürzlich war aber eine neue Kollegin der NAH.SH mit unterwegs, um sich den Ablauf der Erhebungen am praktischen Beispiel erklären zu lassen.

    Geschrieben von NAH.SH, 06/12/2016 2:21pm (vor 2 Jahren)

  • Werden Qualitätskontrollen auch bei den bunten Ersatzzügen der NOB durchgeführt? Falls Nein, reduziert sich damit der finanzielle Aufwand oder wurde eine Pauschale vereinbart, sodass man für Nichts zahlt? Als Ohrenzeuge: zwei Personen, nur drei Sitzreihen entfernt, bewerten den Zug sehr gut bzw. sehr schlecht. Wieviele Befragungen wären notwendig, um diesen Blödsinn statistisch zu eliminieren und wird dies tatsächlich auch erreicht?

    Geschrieben von Thomas, 03/12/2016 12:32pm (vor 2 Jahren)

  • "Die Qualitätskontrollen kosten im Übrigen nur ca. 0,1 Prozent der Zuschüsse, die wir den Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Erbringung der Verkehrsleistung zahlen."
    Das ergibt welche Summe?

    Geschrieben von Thomas, 22/11/2016 6:30pm (vor 2 Jahren)

  • Es ist mehr als ärgerlich, dass schon wieder wegen Personalmangels bei DB Netz Züge ausfallen müssen. Das geht so nicht! DB Netz muss endlich dafür sorgen, dass ausreichend viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
    Fahrgäste bleiben auf der Strecke, Einnahmen gehen verloren - und vor allem leidet das Bild, das die Menschen vom Bahnverkehr haben. Verständlicherweise. Und wenn ich mich auf die Bahn nicht mehr verlassen kann, überlege ich natürlich sehr genau, ob ich sie beim nächsten Mal nutze.
    Wir werden dem Management von DB Netz noch einmal sehr deutlich machen, was die Fahrgäste, die Eisenbahnverkehrsunternehmen und wir erwarten. Das ist eigentlich ganz einfach: eine verlässliche Infrastruktur.
    Da muss DB Netz schnell und dauerhaft besser werden!

    Geschrieben von Bernhard Wewers, 05/11/2016 3:10pm (vor 2 Jahren)

  • Damit die Diskussionsgrundlage aktuell bleibt, hier eine Meldung vom Streckenagent (2016-11-04 18:52:34):

    Störungsmeldung zu Linie RE72/RB73
    RE 72 + RB 73: Kiel Hbf – Eckernförde – Flensburg

    Meldung:

    aufgrund des kurzfristigen Ausfalls eines Mitarbeiters kann am Samstag den 05.11.16 das Stellwerk in Neuwittenbek ab 14.00 Uhr bis Betriebsschluss nicht besetzt werden. Dies hat Auswirkungen auf den Zugverkehr zwischen Kiel - Eckernförde - Flensburg. Die Züge der RE72 fahren nur zwischen Flensburg und Gettorf sowie in der Gegenrichtung von Gettorf nach Flensburg. Zwischen Gettorf und Kiel verkehren Busse. Letzter Zug von Flensburg nach Kiel ist RE21923 Abf. 13:03 ab Flensburg. Letzter Zug von Kiel nach Flensburg ist RE21916 Abf. 13:42 Uhr ab Kiel. Nach diesen Zügen verkehren Busse von Gettorf nach Kiel und Gegenrichtung. Die Abfahrt der Busse in Gettorf ab Bahnhofsvorplatz ist Minute "00 mit Halt an allen Unterwegsbahnhöfen und in Kiel fahren die Busse ab Haltestelle Kaisertreppe Minute "45 ab.
    Die Züge der RB73 von und nach Eckernförde fallen ersatzlos aus. Letzter Zug ab Kiel Hbf ist RB21962 Abf.12:07 Uhr. Letzter Zug ab Eckernförde ist RB21973 Abf.13.19 Uhr.
    Ab Sonntag den 06.11.16 verkehren die Züge ab Betriebsbeginn wieder planmäßig.

    Geschrieben von Phren, 05/11/2016 10:32am (vor 2 Jahren)

  • Das Land macht den Eisenbahnverkehrsunternehmen präzise Vorgaben u.a. zu der Qualität der Züge, der Information und des Angebots. Selbstverständlich achtet die NAH.SH GmbH dann auch darauf, ob die Unternehmen diesen Verpflichtungen auch nachkommen oder ob sie an der falschen Stelle sparen. Wenn bei den Qualitätskontrollen Missstände entdeckt werden, verhängen wir Maluszahlungen an die Unternehmen. Damit setzt die NAH.SH monetäre Anreize, die Qualitätsmängel kurzfristig zu beseitigen und künftig zu vermeiden. Die Qualitätskontrollen kosten im Übrigen nur ca. 0,1 Prozent der Zuschüsse, die wir den Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Erbringung der Verkehrsleistung zahlen.

    Geschrieben von Jan Glienicke (NAH.SH GmbH), 31/10/2016 3:39pm (vor 2 Jahren)

  • Nachdem meine Aussage von "Millionen für Kontrolle" nicht vehement dementiert wurde, frage ich nun konkret nach, wie hoch die Ausgaben für die Qualitätskontrollen ausfallen.

    Geschrieben von Thomas, 27/10/2016 2:15pm (vor 2 Jahren)

  • Das kann ja wohl nicht angehen!
    Es gibt Menschen die, auch in der Frühe schon zur "Arbeit" müssen und auf einen fahrenden Zug angewiesen sind. Außerdem fahren die Züge ja auch nicht so häufig das man ggf. leicht verspätet an sein Ziel kommt.
    DB Regio muss in der Lage sein, auch kurzfristig für so eine wichtige Stelle Ersatzpersonal haben.
    Der Kunde zahlt für die Beförderung schließlich viel Fahrgeld.

    Geschrieben von Möller, Dieter, 10/10/2016 3:30pm (vor 2 Jahren)

  • Herr Wewers,

    "Die Verantwortung für Schienenstrecken regional zu organisieren, ist seit Jahren unser Thema und unser Wunsch"

    Da wuerde mich aber mal interessieren welche Vorbereitungen den dazu unternommen wurden. Wurde das der DB und dem Bund mitgeteilt? Wenn ja wo kann man das nachsehen, und was war die Antwort? Und wie sieht das mit den praktischen Aspekten aus? Gibt es dazu Studien / Gutachten / Kostenschaetzungen?

    MfG

    Christian Schmidt

    Geschrieben von Christian Schmidt, 08/10/2016 1:57pm (vor 2 Jahren)

  • Sorry, aber wenn ich ein Haus bestelle, dann interessieren mich die einzelnen Gewerke nicht. Geld gibts für die vollständige und gut ausgeführte Leistung. DB Regio kann wegen DB Netz nicht fahren. Die Schlechterfüllung des Vertrages durch DB Regio hat nur evt. finanzielle Konsequenzen, die dann auch noch durch Quersubvention aufgefangen wird, statt den Schaden bei DB Netz geltend zu machen. Also bleibt alles beim Alten. Hauptsache es werden Millionen für Umfragen/Kontrollen ausgegeben. Einer, der kontrolliert, ob der Mülleimer aufnahmefähig ist, könnte ihn stattdessen lieber leeren.
    Verwaltung statt Leistung kann nicht gut gehen.

    Geschrieben von Thomas, 07/10/2016 3:18pm (vor 2 Jahren)