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Der Wind, die Marsch und das Land der Kirchen

Tour-Nummer: 02 / 2003

Mit dem Fahrrad durch Eiderstedt (Michael Fischer)

Am Anfang unserer Tour zieht die Landschaft wie im Film an uns vorüber. Vor Panoramafenstern sitzend, genießen wir unser zweites Frühstück. Neben uns die Räder. So beginnt also unsere Fahrradtour durch Eiderstedt: mit der Nord-Ostsee-Bahn von Husum nach Garding.

Kurz nach der Haltestelle Garding macht er sich zum ersten Mal bemerkbar: der Wind in Eiderstedt. Zu unserem Erstaunen geht es zum alten Marktplatz ordentlich aufwärts. "Die Warft hinauf" hören wir es im Wind rauschen. Hügel in Nordfriesland - darauf haben wir uns eigentlich nicht eingestellt. Doch sind sie es, auf denen die Kirchen von Eiderstedt gebaut sind. Nirgendwo in Norddeutschland stehen auf so engem Raum derart viele von ihnen. 18 sind es insgesamt, die meisten davon im 12. Jahrundert erbaut. Kein Wunder also, wenn die Halbinsel als "Land der Kirchen" gilt. Die Kirche in Garding ist ein prächtiges Beispiel für diesen Reichtum. Hier steht die älteste Kanzel Eiderstedts (1563) und der älteste Orgelprospekt Norddeutschlands. Vom Ende des 16. Jahrhunderts stammen auch die Gemälde des Altars.

"Wie viel es hier zu entdecken gibt", denken wir, als wir uns nach weiteren Zwischenstopps wieder auf den Weg nach Oldenswort, Witzwort, Osterhever und zurück nach Garding machen - und von was wir noch schreiben sollten. "Schreibt noch, dass sie einfach mal kommen sollen, nach Eiderstedt. Für ein paar Stunden auf dem Fahrrad, so wie ihr", raunt der Wind uns zu, als wir bereits wieder kurz vor Garding sind. "Machen wir!" rufen wir in den blauen Himmel hinein - und sehen von weitem schon die Nord-Ostsee-Bahn. Sie bringt uns zurück nach Husum - und sicher, ganz sicher, bald auch wieder nach Eiderstedt.

Ö: stündlich mit dem Zug auf der Strecke Husum - Bad St. Peter-Ording bis Garding

Tipps zur Tour

Tipp 1

Theodor Mommsens Geburtshaus

Direkt am Alten Markt in Garding ist in einem der ältesten Häuser der Stadt die Theodor-Mommsen-Gedächtnisstätte untergebracht. Der hier im Jahr 1817 geborene Mommsen erhielt für seine "Römische Geschichte" als erster Deutscher 1902 den Nobelpreis für Literatur. Mit einer kleinen Ausstellung wird sein Leben und Werk gewürdigt: Juni - August Di. - Fr. 8:30 - 11:30 Uhr, September - Mai 15-17 Uhr, der Eintritt ist frei

Ö: stündlich mit dem Zug auf der Strecke Husum - Bad St. Peter-Ording bis Garding

Tipp 2

Haus Peters in Tetenbüll

Das "Haus Peters" ist ein denkmalgeschütztes Vorderhaus eines Haubargs mit originalem Kaufmannsladen aus dem späten 19. Jahrhundert. Außerdem werden hier wechselnde Kunstausstellungen ausgerichtet: März - Dezember 14 - 18 Uhr, der Eintritt ist frei

Ö: stündlich mit dem Zug auf der Strecke Husum - Bad St. Peter-Ording bis Garding

Tipp 3

Roter Haubarg in Witzwort

Haubarge gehören zu den Wahrzeichen Eidelstedts. Der im 17. Jahrhundert entstandene Haubarg ist ein mächtiger Friesenhof, dessen Kern aus einem Vierkant besteht, und der ebenso als Wohnung wie auch als Speicher und Stall genutzt wurde. Von den rund 400 Haubargen, die es um 1800 gab, sind heute noch gut 60 erhalten. Einer der schönsten steht in Witzwort und ist Teil des Eiderstedter Heimatmuseums: im Witzworter Adolfskoog, täglich außer Mo. 10 - 17 Uhr

Ö: stündlich mit dem Zug auf der Strecke Husum - Bad St. Peter-ording bis Witzwort 

Tipp 4

Multimar Wattforum in Tönning

Im Multimar Wattforum erfährt man alles über das Leben in Meer und Watt. Großaquarien, Tidebecken, Präparate, Modelle und interaktive Installationen ermöglichen einen plastischen Einblick in die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt: Am Robbenberg in Tönning, vom 1.6. - 31.8. täglich 9 - 19 Uhr, vom 1.9. - 31.5. täglich von 10 - 16 Uhr, www.multimar-wattforum.de

Ö: stündlich mit dem Zug auf der Strecke Husum - Bad St. Peter-Ording bis Tönning, ca. 10 minuten Fußweg

Tipp 5

Eidersperrwerk am Katinger Watt

Das Eidersperrwerk am Katinger Watt ist eines der beeindruckendsten Bauwerke Eiderstedts. Es besitzt fünf 40 Meter lange doppelte Fluttore, regelt seit 1973 den Wasserstand der Eider sichert so das Binnenland vor Sturmfluten. Das unweit der Schleuse gelegene Restaurant "Seestern" bietet leckere Fisch- und Krabbenspezialitäten: Eidersperrwerk am Katinger Watt, an der L 33 bei Vollerwiek

Ö: stündlich mit dem Zug auf der Strecke Heide - Büsum bis Wesselburen, Buslinie 13 bis Wesselburener Koog, dann Fußweg

Tipp 6

Leuchtturm in Westerhever

Am Nordufer der Tümlauerer Bucht steht das bekannteste Bauwerk an der Westküste Schleswig-Holsteins: der 1906/07 gebaute, 37 Meter hohe und rot-weiß gestreifte Leuchtturm von Westerheversand. Die Leuchtturmwarft ist über einen Weg von Westerhever aus zu Fuß zu erreichen. Seit 2001 werden im Turm auch Trauungen vorgenommen. Turmbesichtigungen sind nur mit Führung möglich - Anmeldungen im Informationspavillon am Parkplatz in Westerhever

Ö: stündlich mit dem Zug auf der Strecke Husum - Bad St. Peter-Ording bis Garding, ab Garding Post mit den Buslinien 1073 und 1074

Tipp 7

Eiderstedter Heimatmuseum

In St. Peter-Dorf befindet sich das Eiderstedter Heimatmuseum. In dem reetgedeckten Bauernhaus von 1752 werden die regionale Lebens- und Wohnweise, die Geschichte und die regionalen Bräuche anschaulich dargestellt: Olsdorfer Straße 6 in St. Peter-Dorf, April - September Di. - Sa. von 10 - 12 Uhr und 15 - 17 Uhr, So. von 10 - 12 Uhr

Ö: Mit der NOB stündlich auf der Strecke Husum - Bad St. Peter-Ording bis Haltestelle "Bad St. Peter-Süd." Das Museum liegt wenige Minuten vom Bahnhof an der Kirche in St. Peter-Dorf.

Tipp 8

Der Sömmer-Buchtipp

Wer mehr über die Kirchen von Eiderstedt und deren Geschichte(n) erfahren möchte, für den ist H.W. Wulfs "Eiderstedt - Land der Kirchen" genau das Richtige. Das informativ und spannend geschriebene Buch kostet 8,60 Euro und ist in vielen Kirchen Eiderstedts und im Buchhandel erhältlich.