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Drei Schwestern und ein Vogel Strauß

Tour-Nummer: 12 / 2005

Eine Familienradtour im Lauenburgischen

„Die Kinder dachten schon, ihr kommt nicht mehr!“, zwinkert uns Christiane zu, als wir in Lübeck den Zug besteigen. Im Nu sind Susanne und ich umringt von einem strahlenden Schwestern-Trio: Änne, Lena und Henrike, elf, acht und vier Jahre jung. Zwanzig Minuten später sind wir in Ratzeburg. „Ich weiß, wo wir lang müssen“, ruft Lena noch auf dem Bahnsteig. Also nichts wie hinunter zur Inselstadt. Am Ufer liegt unser erster Zwischenstopp: der reetgedeckte Eispavillon.

Gemächlich radeln wir am südwestlichen Ufer entlang. Im Wald halten wir uns Richtung Buchholz und gelangen bald an eine schöne Lichtung mit Seeblick: die „Himmelswiese“. Danach geht’s über Buchholz und Pogeez nach Groß Sarau, wo wir an einer kleinen Bucht mit DLRG Station und Spielplatz Halt machen. Der ideale Picknickplatz.

Bald darauf sitzen wir wieder im Sattel. Zunächst fahren wir zum Fährhaus Rothenhusen und von hier ein Stück an der Wakenitz entlang. An der Straße halten wir uns links bis zur nächsten Kreuzung, dann rechts an der B 207 bis Groß Grönau. Hinter der St. Willehad Kirche biegen wir rechts ab. Nach etwa zwei Kilometern steigt Nils plötzlich vom Rad und deutet auf ein Tier, das uns neugierig anblickt. Kein Zweifel: ein Vogel Strauß.

Aber wir wollen weiter – zunächst zum Wald. Hier halten wir uns Richtung Absolonshorst und vor der Fischerkate links Richtung Stein. Danach Richtung Müggenbusch und nach dem Wald auf dem Drägerweg. Hinter der Brücke biegen wir rechts ab und radeln wieder direkt an der Wakenitz. Über die hohe Brücke überqueren wir den Fluss und folgen seinem Verlauf. Hinter der Badestelle Kleiner See biegen wir links ein. Wenige später erreichen wir Eichholz und das „Wakenitz-Restaurant“. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen, und ich spüre eine leichte Müdigkeit. „Zum Bahnhof sind es nur fünfzehn Minuten“, sagt Christiane, als hätte sie meine Gedanken erraten.

Ö: Aus Lübeck und Lauenburg stündlich mit der Regionalbahn nach Ratzeburg. Von Hamburg-Wandsbek mehrmals täglich mit der Buslinie 900 nach Ratzeburg. Die Kleingruppenkarte Lübeck – Ratzeburg kostet 16,90 Euro.

Tipps zur Tour

Tipp 1

Tipps und Infos fürs Lauenburgische

Dauer der Tour: ca. 3 Stunden ohne Pausen.

Eis-Pavillon Pelz, Schloßwiese, 23909 Ratzeburg, T. 0 45 41/27 54, in den Sommermonaten zwischen 9:00 und 18:00 Uhr bzw. bei schönem Wetter auch länger geöffnet.

Wakenitz Restaurant, Schäferstraße 16, 23564 Lübeck, T. 04 51/60 36 34, Täglich ab 12:00 Uhr. Von Okt. bis Ende April wochentags ab 16:00 Uhr und samstags und sonntags ab 12:00 Uhr geöffnet, Mo. Ruhetag.

Tipp 2

Paddeln im Paradies

Die Wakenitz ist ein kleines Paradies für Kanuten und solche, die es werden wollen. Besonders reizvoll: Durch den seit Jahrhunderten aufgestauten Flusslauf haben sich in der Wakenitz seenartige Erweiterungen gebildet. Geführte Kanutouren bzw. Kanuverleih gibt es u. a. beim Kanu-Center Lothar Krebs direkt am Ratzeburger See, Mai –Sept. tägl. 10:00–18:00 Uhr, T. 04501/412, www.kanu-center.de. Touren bietet auch die VHS Lübeck an, T. 04 51/122 40 21, www.luebeck.de/kultur_bildung/volkshochschule

Ö: Von Lübeck ZOB mehrmals werktäglich mit der Buslinie 902 nach Siebenbäumen. 

Tipp 3

Große Fahrt auf kleinem Fluss

Wer auf dem Schiff die durch den innerdeutschen Grenzverlauf fast 40 Jahre lang nahezu unberührte Wakenitz endecken möchte, der sollte bei Wakenitz Schiffahrt Quandt einsteigen. In Lübeck an der Moltkebrücke, in Rothenhusen am Fähranleger. Weitere Informationen T.04 51/79 38 85, www.wakenitz-schiffahrt-quandt.de.

Ö: Von Lübeck ZOB mindestens stündlich mit der Buslinie 10 bis Haltestelle Falkendamm. 

Tipp 4

Mit dem Fahrrad über den See

Können Fahrräder schwimmen? In Ratzeburg schon. Auf Hydrobikes mit Sattel, Lenker und Pedalen geht es einmal rund um die Inselstadt. Mietpreis inklusive Tourenplan: 7,50 Euro. Anmeldungen für Hydrobike Touren unter T. 0700/37 24 74 63. Weitere Information unter www.3sine.de

Tipp 5

Schön Speisen auf der Insel

Fein essen und schön blicken kann man auf einer kleinen Insel am nördlichsten Zipfel des Ratzeburger Sees: im Fährhaus Rothenhusen von 1583 – bei gutem Wetter sogar auf der großen Terrasse. 23627 Groß Sarau, T. 0 45 09/80 59, im Frühjahr und Sommer: tägl. ab 11:00 Uhr, Okt. bis Ende März begrenzte Öffnungszeiten.

Ö: Aus Lübeck und Ratzeburg mit den Buslinien 8806 bzw. 8810 bis zur Haltestelle Rothenhusener Weg. Dann von der Bundesstraße aus ca. 500 m Fußweg bis zum Fährhaus. 

Tipp 6

Kulturelles Highlight

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, für den lohnt sich ein Zwischenstopp an der St. Willehad-Kirche in Groß Grönau. Besonders sehenswert: das Taufbecken aus Kalksandstein mit zwölfeckiger Kuppa aus dem 13. Jahrhundert und die Kanzel aus dem Jahr 1602. Mehr Informationen unter www.Kirche-Gross-Groenau.de

Tipp 7

Draußen sitzen an der Wakenitz

Auf der Terrasse unter den Bäumen am Wasser fühlt man sich auch heute noch, als säße man vor der alten Fischerkate aus dem 18. Jahrhundert. Die Wakenitz und ihre Auwälder bilden eine wunderbar entspannende Kulisse: Restaurant und Waldhotel Müggenbusch, Müggenbuschweg 10, 23562 Lübeck, T. 04 51/50 19 99, Di.–So. 11:30–22:30 Uhr, Mo. Ruhetag, Küche: 11:30 – 14:30 Uhr u. 17:30 – 21:30 Uhr, Juni–Aug.: So 11:30 – 21:30 Uhr, www.mueggenbusch.de.

Ö: Von Lübeck ZOB mit der Buslinie 19 bis zur Haltestelle Grillenweg. Dann noch 100 m Fußweg.