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Tafelfreuden im Marschland oder Im Süden viel Neues

Tour-Nummer: 06 / 2005

Mit dem Rad entlang des Krückauwanderweges

Samstagmorgen sitzen Juliane und ich im Zug nach Hamburg. Ziel: Der Krückauwanderweg in der Seestermüher Marsch. Vom Bahnhof Elmshorn fahren wir zunächst Richtung Marktplatz. Von weitem sehen wir schon das Fabrikgebäude der Kölln-Werke, das wir links liegen lassen. Über die nächste Straße gelangen wir zum Hafen. Danach geht’s einen Kilometer an der B431 entlang und dann wird rechts abgebogen. Nach der Kurve führt die Straße parallel zum Deich. Wenig später treffen wir auf eine dicht bewachsene Obstplantage und machen uns auf den Weg zum „Rastplatz an der Streuobstwiese“.

Weiter geht es durch das Seestermüher-Marschland bis nach Seester. Obwohl die „Fischerkate“ zur Einkehr lockt, ist es dafür doch noch etwas zu früh. Stattdessen fahren wir links über eine kleine hölzerne Brücke und folgen dem Weg bis zu einem herrlichen alten Backsteinbau: der St. Johanneskirche. Danach fahren wir weiter Richtung Seestermühe, wo wir auf ein Landgasthaus stoßen: „Ton Vossbau“. Und wir haben Glück: Auf der Terrasse finden wir noch ein Plätzchen.

Nach Bauernfrühstück und Zanderfilet fahren wir zurück Richtung Krückausperrwerk und durchqueren das Naturschutzgebiet Eschschallen im Seestermüher Vorland. Juliane ist vorausgefahren Richtung „Elberadweg“. Auf dem Deich haben wir einen atemberaubenden Blick auf die Elbe. Von hier lassen wir uns nach Kollmar hineinrollen und radeln auf der anderen Seite der Krückau zurück nach Kronsnest. Dort machen wir Halt und sehen die Wriggfähre in Betrieb. Über Spiekerhörn geht es auf die B431 zurück nach Elmshorn.

„Knapp 30 Kilometer und mir geht's super“, seufzt Juliane im Zug. „Und wir haben wieder einiges über den Süden gelernt“, ergänze ich. Und denke: Vor allem, wie schön es dort ist.

Ö: Aus Hamburg, Kiel, Husum, Itzehoe mindestens stündlich mit dem Regionalexpress nach Elmshorn. Die kleingruppenkarte Kiel – Elmshorn kostet 24,90 Euro.

Tipps zur Tour

Tipp 1

Tipps und Infos rund um den Krückauwanderweg

 Dauer der Tour ohne Pausen: ca. 2,5 Stunden.

Restaurant Ton Vossbau, 25371 Seestermühe. T. 04125/313, Öffnungszeiten Mo.–Sa. ab 18:00 Uhr, So. ab 12:00 Uhr, Di. Ruhetag. 1. Apr.–30. Sep. auch Sa. ab 12:00 Uhr. 

Tipp 2

Hammer und Dampf

Das Industriemuseum Elmshorn ist – auch dank seiner wechselnden Ausstellungen – immer einen Besuch wert. Auf vier Etagen spiegelt sich der Wandel von Leben und Arbeit in der Industriezeit am Beispiel der Stadt Elmshorn, die 1890 bis 1914 ihre Blütezeit als Industriestadt erlebte. Zu den Museumsattraktionen zählt eine Dampfmaschine, die bei Führungen vorgeführt wird.

Industriemuseum Elmshorn, Catharinenstraße 1, 25335 Elmshorn, T. 04121/26 88 70, Eintrittsspende 2,– Euro. Kinder freier Eintritt, Di.–So. 14:00–17:00 Uhr, Mi. und So. 10:00–12:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr, Do. 14:00–19:00 Uhr, Mo. geschlossen. 

Tipp 3

Kalk und Sand

Südlich von Elmshorn liegt ein geologisches Kleinod: das Naturdenkmal Liether Grube. 140 Jahre lang wurden hier Sand, Ton und Kalk abgebaut und geologische Formationen freigelegt, die teilweise mehr als 200 Millionen Jahre alt sind. Über Botanik und Geologie der Grube geben Infotafeln umfassend Auskunft. Besonderheit am Boden der Grube: der Gipshut (Werra Anhydrit). Liether Grube, Klein Nordende (dem Schild "Alter Ochsenweg" folgen, an dem unten ein kleineres Schild "Exkurs Liether Kalkgrube" angebracht ist)

Betreuer der Liether Kalkgrube ist Hans Joachim Wohlenberg, Ahrenloherstraße 30, 25436 Tornesch, T. 04122/52314, www.kulturgemeinschaft-tornesch.de/grube.htm

Tipp 4

Vor- und Frühgeschichte

Faszinierende geologische Funde der nahegelegenen Liether Kalkgrube und Objekte aus der Vor- und Frühgeschichte, die zur Sammlung des Industriemuseums Elmshorn gehören, werden im Konrad-Struve-Haus der Ortsgeschichte präsentiert.

Konrad-Struve-Haus der Ortsgeschichte, Catharinenstraße 1, 25335 Elmshorn, T. 04121/268871, So. 10:00–12:00, Mi. 17:00–19:00, in den Schulferien geschlossen. 

Tipp 5

Fisch und Fleisch

Gut und günstig isst man im Fährhaus Spiekerhörn, das etwas versteckt direkt an der Krückau liegt. Bei schönem Wetter gibt's Kaffee auch im Garten.

Fährhaus Spiekerhörn. Spiekerhörn 13, 25335 Raa-Besenbek. T. 04121/3990. Tägl. ab mittags geöffnet. Di. Ruhetag. 

Tipp 6

Süß und sauer

Der Apfelhof Früchtnicht bietet eine große Auswahl an knackigen Apfelsorten. Besondere Spezialität des Hofes ist allerdings der leckere Honig. Die hauseigene Imkerei hat seit 100 Jahren Familientradition. Apfelhof Früchtnicht, Hörnstraße 29, 25370 Seester, Tel. 04125/630. Tägl. ab 8:00 Uhr. Mitte Aug.–Ende März tägl. 8:00–19:00 Uhr. 

Tipp 7

Zart und herzhaft

Glückstadt hat viel zu bieten – unter anderem herrlichen Matjes. Über Matjes & Co. in der Elbestadt gibt der „Fischbrötchen-Report“ auf Seite 38/39 Appetit anregende Auskunft.

Ö: Nach Glückstadt stündlich mit der Regionalbahn aus Itzehoe und Elmshorn/Pinneberg. Die Tageskarte Kiel-Glückstadt kostet 22,60 Euro.