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Schlossgärtnerei

Tour-Nummer: 08 / 2006

Ein Besuch in der Plöner Schlossgärtnerei

Eine hohe Ziegelmauer, darin eine Holzpforte. Fotografin Ute, ihre kleine Tochter Karla, Karlas Großeltern und ich stehen vor dem Eingang der alten Schlossgärtnerei in Plön. Ich klopfe. Die Tür geht auf, Frau Dahmke, die Besitzerin des Gartens, und Frau Albrecht, die die Kräuterproduktion betreut, begrüßen uns freundlich. Die Führung durch den überbordenden Kräutergarten beginnt. Zitronenverbene, Zierartischocke, Lakritz-Tagetes und Erdbeerspinat verbreiten eine Symphonie von Gerüchen. Essbare Blüten wie Ringelblume oder die Blüte des Honigmelonensalbeis wachsen neben zehn Sorten Basilikum. Karlas Großmutter, eine wahre Gartenexpertin, blüht im Fachgespräch mit Frau Dahmke und Frau Albrecht richtig auf. Ganz schnell ist klar, dass wir in einem kleinen, irdischen Paradies gelandet sind.

Im Gewächshaus reifen gerade die Tomaten: alte, im Supermarkt nicht erhältliche Sorten, die vom Aussterben bedroht sind. „Probieren Sie mal“, sagt Frau Dahmke. “Die Sorte heißt Ildi.“ Sie teilt eine Tomate in Probierstücke und lässt uns kosten. Ein intensiver, süßer Tomatengeschmack mit einem Hauch von Erdbeeraroma breitet sich in meinem Mund aus. Auch meine Begleiter kauen verzückt. Kein Wunder, dass Tomaten auch Paradeiser oder Paradiesäpfel heißen.

Wie in jedem amtlichen Paradies hat dann die Schlange ihren Auftritt: Eine Ringelnatter schlängelt sich zwischen den Seerosen hindurch. Diese hier versorgt die Besucher aber nicht mit Äpfeln, sondern sorgt dafür, dass die Goldfische nicht zu viele werden. Die Schlange verschwindet im Gebüsch, und wir setzen unseren Weg fort zur alten Streuobstwiese. Also doch Äpfel. Weiter geht es zur Sonnenterrasse, wo unsere Augen tellergroß werden: Vor uns türmt sich zart- rosafarbene, selbstgebackene Himbeerwickeltorte. Hmm!

Schließlich verlassen wir – bepackt mit pflanzlichen Raritäten aus dem gärtnereieigenen Verkauf – glücklich die Schlossgärtnerei. Das Holztor fällt hinter uns zu. Aber in dieses kleine Paradies darf man ja immer wieder zurück.

Ö: Stündlich aus Richtung Kiel und Lübeck mit dem Regionalexpress, ca. 7 Minuten Fußweg vom Bahnhof Plön.

Tipps zur Tour

Tipp 1

Tipps und Infos rund um Plön

Alte Schlossgärtnerei, Schloßgebiet 9a, 24306 Plön, T. 045 22/78 98 18. Di., Do., Sa. und So. 9:00–18.00 Uhr, Café Sa. und So.14:00–18:00 Uhr, Verkauf von Pflanzen und Gartendekoration.

Führungen durch den Kräutergarten nur für Gruppen ab 8 Personen nach vorheriger Vereinbarung; Dauer ca. 1,5 Stunden, je nach Saison mit Teeaufguss, Apfel- oder Tomatenverköstigung. Pro Person 2,50 Euro.

Tipp 2

Mal was selber machen

Filzen lernen bei Frau Piel in der alten Schlossgärtnerei. Filzkurse, z.B. „Ich filze meine Tasche“, und sehenswerte Filzobjekte. Öffnungszeiten wie die der Alten Schlossgärtnerei. Infos und Anmeldung zu Kursen: T. 043 84 /59 32 83.

Tipp 3

Mal was Ausgefallenes

Hübsche kunsthandwerkliche Kissenbezüge, Bekleidung und vieles mehr bei Frau Harmel in der Alten Schlossgärtnerei. Öffnungszeiten wie die der Alten Schlossgärtnerei. Infos: T. 045 22/ 78 98 18 und 043 42/88 88 35.  

Tipp 4

Mal was Ausgefallenes

Hübsche kunsthandwerkliche Kissenbezüge, Bekleidung und vieles mehr bei Frau Harmel in der Alten Schlossgärtnerei. Öffnungszeiten wie die der Alten Schlossgärtnerei. Infos: T. 045 22/ 78 98 18 und 043 42/88 88 35.  

Tipp 5

Mal was selber kochen

Und zwar Blumen. Wer das Kochen mit Blüten einmal selbst ausprobieren will, greift zum Kochbuch von Kathy Brown: „Das Blüten Kochbuch. Die 60 schönsten Rezepte mit Blüten zum Reinbeißen und Tipps für den Anbau“. Kaleidsokop Buch, 12,00 Euro.

Tipp 6

Mal was entdecken

Zum Beispiel die Jugendstilschwimmhalle auf dem Schlossgebiet. Hierhin geht man nun nicht mehr zum Schwimmen, sondern zu Lesungen, Ausstellungen, ins Theater oder in das feine Restaurant. Schlossgebiet 1a, Informationen zum Programm unter www.touristinfo-ploen.de, Restaurant T. 045 22/59 36 30.

Tipp 7

Mal was mit Fisch

Wer nach der wunderbaren Wickeltorte von Frau Dahmke noch was Würziges braucht, sollte das Bistro der Fischerei Reese direkt am See besuchen und dies mit einem Spaziergang am Seeufer verbinden. Fußweg ca. 20 Min. (am Bhf. vorbei), Eutiner Str. 8, T. 045 22/62 36, www.fischzucht-reese.de, vom 18. März–3. Okt. tägl. ab 11:00 Uhr.