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Unten Wasser, oben Bäume

Tour-Nummer: 14 / 2006

Die Elbparks in Hamburgs Westen

„Nein“ antwortete Stephanie, das interessiere sie auch nur am Rande. Ich hatte sie gefragt, ob sie wisse, dass Hamburgs Grünanlagen in sich geschlossene Phasen realisierter Freiflächen-konzeptionen im Rahmen städtebaulicher Gesamtentwicklungen... „Pack Dein schönes, neues Buch ein und komm’ endlich in die Pötte!“ Stephanie und unserer Tochter Nina und auch Ute, Peetsche und Karla, die wir in Blankenese treffen wollten, hatte ich einen sonnigen Tag versprochen – mit Picknick, Ausblick und Ruhe. Insgeheim hoffte ich natürlich, auch mein eigens angelesenes Wissen über Hamburger Parks und Grünanlagen präsentieren zu können.

Vom Blankeneser Bahnhof fuhren wir mit der „Bergziege“, der Buslinie 48, zum Elbstrand. Nach kurzem Fußweg erreichten wir das untere Ende des Römischen Gartens. Vor uns eine lange Treppe und 30 Meter Höhenunterschied. Ganz oben die Sonne und blauer Himmel. Ganz unten die Elbe und die Elbinsel Neßsand. Dazwischen perfekter Rasen, Zypressen, Zedern, eine Girlandenhecke. Wir spürten die völlige Abwesenheit jeder großstädtischen Betriebsamkeit. Stattdessen Ruhe und Muße. Aber just, als uns der süße Hauch des Nichtstuns zu umwehen begann, erwachten meine Lebensgeister: „Das ist ja schon sehr schön hier, aber Ihr müsst heute unbedingt auch noch den Jenischpark sehen.“

Wieder diese Blicke… Man wollte doch lieber erst einmal in aller Ruhe den Kuchen aufessen, vielleicht ein paar Seiten lesen, auf keinen Fall aber Hektik aufkommen lassen. Gerne dürfte ich schon einmal ein wenig über das nächste Ziel erzählen, man entschiede dann später gemeinsam, ob der Park heute noch zu besuchen oder lieber an einem anderen Tag aufzusuchen sei.

Der Bitte um Erzählung kam ich gerne nach: „Der Jenischpark, heute ein klassischer Landschafts-garten, geht auf die Bauernhöfe Caspar Voghts zurück, die dieser ab etwa 1785 in Klein Flottbek erwarb.“ Meine Zuhörer lauschten gebannt, und baten mich, doch die nächsten 220 Jahre zu überspringen und ein wenig über den Park heute zu berichten.

So ging der Tag zu Ende, wie er begann – in aller Ruhe und fernab großstädtischen Treibens. Übrigens waren wir dann doch noch kurz im Jenischpark …

Ö: Vom S-Bahnhof Blankenese alle 15 Minuten mit der Buslinie 48 bis Falkentaler Weg, von dort fünf Minuten Fußweg bis zum Römischen Garten. Andere Parks siehe Info neben dem Text. Nach Blankenese fährt die S-Bahn-Linie 1 alle zehn Minuten ab Hamburg-Altona oder Hamburg Hbf.

Tipps zur Tour

Tipp 1

Tipps und Infos rund um Hamburgs Elbparks

Den Römischen Garten erreicht man über eine ausgeschilderte, lange Treppe vom Falkensteiner Ufer. Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Ö: Alle zehn Minuten mit der Buslinie 48 ab S-Bahnhof Blankenese bis Falkentaler Weg, von dort fünf Minuten Fußweg.

Zum Hirschpark geht’s alle 15 Minuten vom S-Bahnhof Blankenese mit der Schnellbuslinie 36 bis zur Haltestelle Mühlenberg. Von dort fünf Minuten Fußweg. Der Fußweg vom Römischen Garten an der Elbe entlang dauert gut dreißig Minuten. Im Hirschpark lädt die Gastsstätte Witthüs Teestuben (Elbchaussee 499 a, Tel. 040/86 01 73, geöffnet täglich außer Mo. von 14:00–22:00 Uhr) zum Verweilen ein.

Der Jenischpark ist vom S-Bahnhof Klein Flottbek in 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Direkt am Park halten die Buslinien 115 und 21. Informationen zum Fahrplan gibt's unter www.hvv.de.

Tipp 2

Westlich des Römischen Gartens

... schließen sich der Sven-Simon-Park (mit Puppenmuseum) und der Waldpark Falkenstein an.

Ö: Mit der Buslinie 286 ab S-Bahnhof Blankenese bis Falkenstein. Von dort Fußweg.

Tipp 3

Blankenese

... („Bergziege“) vom S-Bahnhof Blankenese zur Elbe zu nutzen, kann man auch durch das Treppenviertel zu Fuß gehen. Viele Wege zwischen den alten, teilweise Reet gedeckten Häusern am Hang sind reine Treppenwege.

Tipp 4

Privates Grillen

... im Park ist in Hamburg grundsätzlich gestattet. Die Bezirksämter und die Umweltbehörde weisen aber deutlich darauf hin, dass die Glut abzulöschen und alle Abfälle wieder mitzunehmen seien.

Tipp 5

Das Buch „Hamburg Grün“

... vom L&H-Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-928119-39-7 bietet einen wunderbaren Überblick über Hamburgs Parks. Leider gibt es das Buch nur noch in Antiquariaten. Einen groben Überblick gibt es bei Hamburg.de auf der Seite http://freizeitziele.hamburg.de/hamburg-parks.htm.

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