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Zum Sömmerjubiläum nach Sömmerda (Kirsten Schneider)

Tour-Nummer: 01 / 2007

Ausgefallene Ortsnamen beflügeln die Fantasie. So geschehen in der Sömmerredaktion, als wir durch ein neues Mitglied erfuhren, dass es fernab Schleswig-Holsteins tatsächlich eine Ortschaft gibt, die Sömmerda heißt. Der Entschluss war einfach: Da müssen wir hin!

Ich bin mit dem Mann, der über den Sömmer „wacht“, verabredet: Wolfgang Flögel, Bürgermeister von Sömmerda. Ein in Sömmerda geborener und damit echter – ja wie nennt man denn Menschen aus Sömmerda überhaupt? Er lächelt und erklärt mir, „Die offizielle Version ist ‚Sömmerdaer’, aber unter uns, wir sind die Sömmerschen.“ Schön. Die Version gefällt mir richtig gut. Und sie passt hervorragend zu diesem ausgesprochen warmen und sonnigen Tag. Also bleiben wir dabei und sprechen über die Sömmerschen.

„Die Menschen hier sind sehr neugierig und heimatverbunden. Und vor allem auch sportbegeistert“, erzählt Herr Flögel, und ich ergänze im Stillen, „und sehr freundlich“. Denn er nimmt sich nicht nur viel Zeit für mich als Sömmergesandte, er hat zur Gesprächsvorbereitung auch im Stadtarchiv gewühlt und z. B. die Geschichte von der Unstrutnixe gefunden. Überhaupt die Unstrut: Sie macht hier in Sömmerda nicht nur einen Großteil des Freizeitwertes aus. Sie ist im Grunde auch für den Namen „Sömmerda“ verantwortlich. Denn trotz aller sömmerlichen Assoziationen beruht der Name auf dem Lateinischen „sumeridi“, was so viel wie „ein Ort in feuchter Gegend“ bedeutet. Und somit Sömmerda, das in den ehemaligen Sumpfgebieten der Unstrut liegt, seinen Namen gab.

Am späten Vormittag verabschiede ich mich vom Bürgermeister. Zum Mittagessen gibt es selbstverständlich eine echte Thüringer Bratwurst – schön heiß und fettig und genau die richtige Grundlage, um die Stadt weiter zu erkunden.

Der Tag ging richtig schnell rum. Und ich überlege mir, welche offiziellen Stellen man wohl kontaktieren muss, um eine Sömmerpartnerschaft auf die Beine zu stellen. Denn eins ist sicher: Der Sömmer ist überall was ganz Besonderes.

Kirsten Schneider

Info

Nähere Informationen erhalten Sie auf www.soemmerda.de und auf www.nahverkehr.de sowie im Touristikbüro der Stadt: Marktstraße 1, 99610 Sömmerda, T. 036 34 / 35 02 41, F. 036 34 / 35 03 51.

Ö: Sömmerda liegt ca. 20 km nördlich von Erfurt und rund 35 km nordwestlich von Weimar. Sömmerda ist sowohl mit dem Bus als auch mit der Bahn zu erreichen. Aus Richtung Erfurt z. B. stündlich mit der Regionalbahn. Den Fahrplan nach Sömmerda gibt es unter www.bahn.de und

unter www.nahverkehr.de.

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Tipps zur Tour

Tipp 1

Historische Gleise

Als Pfefferminzbahn wird die Bahnstrecke Straußfurt –Großheringen über Sömmer-
da (einziger Turmbahnhof Thüringens) bezeichnet. Ihren Namen hat die Bahnlinie aus ihren Anfangsjahren, als die Strecke entlang großer Pfefferminzfelder verlief. Sie wurde am 14. August 1874 eröffnet und ist bei der Deutschen Bahn als Strecke 594 verzeichnet.

Tipp 2

Sportliches Vergnügen

In Sömmerda treffen sich jedes Jahr lustige Wasserportfans  aus der ganzen Welt: beim internationalen Sömmerdaer Rafting, das dieses Jahr am 1. September stattfindet. Über 350 Boote gehen dabei in verschiedenen Klassen an den Start. Mehr Informationen auf www.rafting-soemmerda.de.

Tipp 3

Geselliges Beisammensein

Jedes Jahr am 1. Juniwochenende  – 2. Juni 2007 – feiert Sömmerda Stadtfest. Und pünktlich zum Schuljahresanfang im Herbst gibt es ein Erntefest mit Bauernmarkt, Trachtenumzug, Kulturprogramm im Stadtpark und Vorführungen der Heimatvereine. Getreu den Traditionen einer ehemaligen Ackerbaubürgerstadt. Mehr auf www.soemmerda.de.

Tipp 4

Frühe Geschichte

Der Landkreis Sömmerda liegt im Thüringer Becken. Und inmitten dieser sehr flachen Landschaft liegt das Leubinger Hügelgrab –  ein Fürstengrab aus der frühbronzezeitlichen Epoche. Es wird unter anderem auch mit der Himmelsscheibe von Nebra in Verbindung gebracht. Nähere Informationen auf www.himmelsscheibe-nebra.com.

Tipp 5

Treffsichere Erfindung

Nikolaus von Dreyse (1787 – 1867) erfand 1826 in Sömmerda das Zündnadel-
gewehr. Aus einer kleinen Gewehrfabrik entwickelte sich über die Jahre ein größerer Betrieb, der 1901 durch die Rheinmetall AG übernommen wurde. Hergestellt wurden Handfeuerwaffen, Patronen und Geschosszünder. Mehr Informationen auf www.zuendnadel.info.

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