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Dünen, Moor und Wald

Tour-Nummer: 04 / 2008

Ein Spaziergang von Holm nach Schenefeld (Dennis Fiedel)

„Ruhe und Entspannung? Wenn Du dabei bist?“ fragte Anja lachend. Ich war beleidigt. Sicher, ich ließ Mitreisende meist nicht im Dunkeln darüber, was ich über Topographie, Flora, Fauna und Historie der Landschaft wusste. Aber musste ich in meiner Eigenschaft als Reiseführer nicht auch dafür sorgen, dass alle wichtigen Informationen flossen? – „Jawohl, ruhig und beschaulich ist es dort kurz vor Hamburg. Willst Du nun mit?“

Sie wollte. Und so machten wir uns zusammen mit Fotografin Sanne auf den Weg in den Regionalpark Wedeler Au – zwischen Norddeutschlands größter Binnendüne, Buttermoor und Klövensteen. Zu Fuß ging es dort durch Feld und Wald zu den Holmer Sandbergen. Die sind ein Eiszeitüberbleibsel aus der Zeit, als die Elbe noch in Ihrem Urstromtal daher floss. Heute ist der Fluss weit entfernt und die Dünen mit dem feinen Sand wirken hier im Wald irgendwie deplatziert. Und zugleich beeindruckend und schön.

Nach einem „Matrosenfrühstück“ im Landgasthof Catharinenhof ging es weiter ins Buttermoor. Hier gab es keine Sandberge, sondern Feuchtwiesen, Gräben, die moortypische Flora und die entsprechende Fauna mit Lurchen, Kröten und Schlangen. Zumindest auf den Informationstafeln. Ich ließ meinen Blick über die Weite des Moors gleiten. Tiere sah ich immer noch keine, aber eine schier endlose Armee offenbar im Moor verstorbener Birken, die weiß und kahl ihre Äste im Wind bewegten.

Als wir schließlich die Pony-Waldschänke erreichten, hatte ich den Eindruck, den Frauen gefiel es, eine Weile nicht zu laufen. Doch nach Schwarzwälder Kirschtorte und Apfelkuchen ich hatte andere Pläne: „So, Ihr Lieben, von hier sind es noch rund 4.100 Meter bis Schenefeld, bei unserer bisherigen Durchschnittsgeschwindigkeit dürften wir dafür etwa 82 Minuten brauchen. Vielleicht geht’s jetzt aber auch etwas schneller.“ Ein fröhliches Lied auf den Lippen zogen wir weiter…

Dennis Fiedel

Ö: Mit der Buslinie 594 stündlich von Pinneberg bis zur Haltestelle Holm, Kessy. Von dort sind es fünfzehn Minuten zu Fuß bis zu den Holmer Sandbergen. Von Schenefeld Mitte fährt die Metrobuslinie 2 mindestens alle zehn Minuten nach Hamburg-Altona. Fahrplaninformationen gibt�s unter www.hvv.de.

Info

  • Landgaststätte Catharinenhof Pinneberger Straße 225, 25488 Holm, T. 041 03/188 19 81, tägl. 11:30 Uhr bis 21:00 Uhr, montags Ruhetag.
  • Pony-Waldschänke Babenwischenweg 28, 22559 Hamburg, T. 040/81 23 53, tägl. 11:30 Uhr bis 21:00 Uhr.
  • Informationen über den Regionalpark Wedeler Au gibt's unter www.regionalpark-wedeler-au.de.

Tipps zur Tour

Tipp 1

Karte statt GPS

Eine sehr gute Karte für die Region ist „Radeln und Wandern durch den Forst Klövensteen und die Holmer Sandberge“, Verlag Carl Henning Brütt, ISBN: 3-932095-21-9 für 6,80 Euro.

Tipp 2

Stadt statt Land

Wer nicht im Norden Wedels durch die Felder und Wälder wandern will, besucht die Stadt selbst. Besonders interessant sind die Schiffsbegrüßungsanlage „Willkomm Höft“ und das Buddelschiffmuseum, beide am Schulauer Fährhaus (www.schulauer-faehrhaus.de, T. 04103 / 9200-0). Dort gibt es auch ein Café und ein Spezialitätenrestaurant. Ebenfalls lohnend: Ein Besuch im Ernst-Barlach-Museum, Mühlenstraße 1, 04103 / 918291, geöffnet Di.-Sa. 10:00 – 12:00 Uhr und 15 :00– 18:00 Uhr, So. 10:00 –18:00 Uhr, www.ernst-barlach.de.

Ö: Alle zwanzig Minuten mit der S-Bahnlinie S1 von Hamburg Hauptbahnhof oder Hamburg-Altona nach Wedel. Zum Schulauer Fährhaus geht's weiter mit der Buslinie 189 bis Wedel, Grenzweg. Zum Ernst- Barlach-Museum mit der Buslinie 594 weiter bis Wedel, Roland.

Tipp 3

Rissen statt Schenefeld

Wer mag, kann die Wanderung bis nach Rissen oder Blankenese verlängern. Informationen über die Wanderwege in der Region gibt es beim Norddeutschen Wanderverband unter www.wanderverband-norddeutschland.de.

Ö: Von Rissen alle zwanzig Minuten mit der S-Bahnlinie S1 nach Hamburg Hauptbahnhof oder nach Hamburg-Altona oder umgekehrt. Von Blankenese alle zehn Minuten.

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