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Komm ins Eulenspiegel-Land

Tour-Nummer: 12 / 2008

Ein Tag in Mölln (fast) ohne Till (Eckhard Voß)

Mölln ist Till ist Mölln ist Till ist ... Kaum eine Stadt dürfte so sehr mit einer Person identifiziert werden, wie das malerische Mölln mit Till Eulenspiegel, dem „Robin Hood des Nordens“. Gibt es überhaupt ein Mölln ohne Till – und wie sieht es aus? Um das herauszufinden, starten wir zu einer Reise ins Herzogtum Lauenburg.

Pünktlich rollt unser Zug aus dem Kieler Bahnhof. Trotz Regen denken wir nicht ernsthaft ans Umkehren. Denn die Schönheit der Landschaft zerstreut unsere Zweifel im Handumdrehen. In Lübeck heißt es: Umsteigen und weiter nach Süden in den „Naturpark Lauenburgische Seen“.

Mölln, 11:38 Uhr, Regen – das Haar sitzt. Und für uns steht noch mehr Wasser auf dem Programm – jetzt auch von unten. Denn an der Anlegestelle „Heilig Geist“ an der Seestraße wartet ein Schiff auf uns. Auf dem Weg dorthin merken wir schnell: An Till kommt man hier nicht vorbei. Till im Schaufenster, Till auf Plakaten, Till vor dem Rathaus.

An Bord zeigt sich unser Käpten Gerd Oberdiek nicht nur als Kenner seiner Stadt, sondern manövriert sein Schiff auch souverän um engste Ecken und ganz nah an die faszinierende Vogelwelt heran. Am Anleger „Alte Ziegelei“ gehen wir wieder von Bord und marschieren einen knappen Kilometer durch den Wald zum Ausflugsgasthof „Zur Alten Ziegelei“ – bekannt für die wohl größten Windbeutel Deutschlands.

Nach diesem Traum aus Brandteig, Sahne, Eis und Früchten sind wir uns einig: Etwas Bewegung täte gut. Da eine größere Rundwanderung aus Wettergründen ausscheidet, machen wir uns auf den Rückweg zum Möllner Bahnhof. Und als unser Zug abfährt, stellen wir lachend fest: Mölln, 17:13 Uhr, immer noch Regen, tollen Tag erlebt – nur das Haar, das sitzt nicht mehr.

Eckhard Voß

Ö: Aus Hamburg alle zwei Stunden mit dem Regionalexpress Richtung Rostock bis nach Büchen, von dort mit der Regionalbahn Richtung Lübeck nach Mölln; alternativ ab Hamburg per U-Bahnlinie 1 oder 2 bis U-Bahnhof „Wandsbek Markt“, von dort mit der Buslinie 900; aus Kiel stündlich nach Lübeck, von dort stündlich mit der Regionalbahn Richtung Lüneburg. Alle Tipps sind vom Bahnhof bequem zu Fuß zu erreichen.

Info

  • Vom Bahnhof aus kommen Sie über die Haupt- und Marktstraße zum Restaurant „Historischer Ratskeller“. Gleich dahinter verläuft die Seestraße mit der Ablegestelle „Heilig Geist“. Von der Anlegestelle „Alte Ziegelei“ aus ist der gleichnamige Gasthof ausgeschildert. Dort erhalten Sie auch einen Wanderführer. Der Rückweg nach Mölln führt durchs Pirschbachtal und über die Straßen Am Herzberg, Bullenberg, Stecknitzweg und Doktorhof; von dort aus immer am Bahndamm entlang zum Bahnhof (1 Stunde). Kurverwaltung Mölln, Hindenburgstraße, 23879 Mölln, T. 045 42/70 90 oder 70 99, www.moelln.de.
  • Eulenspiegellinie, T. 0451/494 66 93, Bord-T. 0171/511 50 39, www.eulenspiegellinie.de.
  • Ausflugsgasthof Zur Alten Ziegelei, Stadtziegelei 1, T. 045 42/26 38.

Tipps zur Tour

Tipp 1

Aber bitte mit Sahne

Ob Butter- und Streuselkuchen vom Blech, Obstkuchen aus der Springform oder Torten: Auf zwei stilvoll eingerichteten Etagen in einem wunderschönen Fachwerkhaus erfüllt Heidrun Stahmer Café-Liebhabern ihre Träume. Altstadt Café, Mühlenplatz 5, 23879 Mölln, T. 04542/1414, Mi. und Do. Ruhetag. 

Tipp 2

Da kiekste, wa!

Wer hoch hinaus und Überblick gewinnen möchte, der ist auf dem „Historischen Wasserturm“ richtig. Neben der tollen Aussicht über Mölln und Umgebung lohnt aber auch eine naturkundliche Ausstellung den Besuch. Historischer Wasserturm, Auf dem Klüschenberg, 23879 Mölln, T. 04542/7090 oder 7099, Mai bis Sept.: Di.–So. 14:00– 16:00 Uhr, Sa. und So. 10:00–13:00 Uhr. 

Tipp 3

Ganz Till

Seit 1996 gibt es das „Eulenspiegel-Museum“. Hier wird über die Geschichte und historische Entwicklung der Eulenspiegel-Figur informiert. Und ganz klar: Der Spaß kommt beim Museumsbesuch auch nicht zu kurz. Eulenspiegel-Museum, Am Markt 2, 23879 Mölln, T. 04542/835462, Di.–Fr. 10:00–12:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr, Sa. und So. 11:00–17:00 Uhr, Eintrittskarten (Erw. 2 Euro, Kinder 1 Euro) sind auch im stadtgeschichtlichen Möllner Museum gültig. 

Tipp 4

Alte Pfeifen

Majestätisch thront die „St. Nicolai-Kirche“ am höchsten Punkt der Möllner Altstadt. Baubeginn war vermutlich schon im 13. Jahrhundert. Berühmt ist die Backsteinkirche vor allem für ihre Orgel aus dem Jahre 1558. St. Nicolai-Kirche, Am Markt, 23879 Mölln, T. 04542/856880, Di.– So. 11:00–17:00 Uhr 

Tipp 5

Wilde Zeiten

Zwei Rundwanderwege laden im „Wildpark Mölln“ dazu ein, Natur zu erleben und Tiere zu beobachten. Ob Eulen, Hirsche, Wildschweine oder Ziegen: Es gibt viel zu sehen – und an einem Kiosk tierische Leckerbissen zum Verfüttern. Möllner Wildpark mit Findlingsgarten und Spielplatz, 15 Minuten östlich vom Stadtzentrum, ganzjährig rund um die Uhr geöffnet, Eintritt frei. 

Tipp 6

Im Tretboot in Seenot

Na ja, so weit muss es natürlich nicht gleich kommen. Außerdem gibt es bei der Bootsvermietung am Stadtsee auch noch Elektromotorboote, Ruderboote, Kanus und Kajaks – da dürfte nicht nur Fräulein Menke fündig werden ...! Bootsvermietung am Stadtsee, Seestraße, 23879 Mölln, T. 04542/3888 oder 2154 sowie 0173/598656. 

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