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Am Anfang war der Apfelkuchen

Tour-Nummer: 09 / 2012

Ein Spaziergang durch das Alte Land (Dennis Fiedel)

„Wir könnten mal wieder Apfelkuchen backen“, sprach Tochter Nina in Richtung ihrer Eltern. „Au fein“, sprach der Vater, „dann fahren wir alle zusammen ins Alte Land.“ – „Du kannst auch alleine fahren, Papa, wir müssen hier leider noch spielen“, erwiderte die Tochter und widmete sich wieder ihrem Playmobilhaus. Also fahre ich alleine, um für meine Familie die Äpfel direkt aus dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Mitteleuropas zu besorgen. Vom S-Bahnhof Neugraben bringt mich die Buslinie 257 direkt ins Alte Land.

Äpfel sind hier allgegenwärtig: Die noch nicht reifen Sorten wie mein Favorit Elstar hängen noch am Baum, andere wie Delbar oder Gravensteiner werden gerade geerntet. Überall fahren kleine Traktoren mit Anhängern voller Äpfel zu den Sortier- und Lagerstellen. Alle paar hundert Meter locken Hofladen oder Direktverkauf.

Ich besuche Frau Dierks auf ihrem Hof und in ihrem Hofladen, wo die Apfelbäuerin mir wirklich alles über den Kulturapfel Malus domestica erzählt. Ich lerne die Unterschiede zwischen Pflückreife und Genussreife, zwischen Sommer-, Herbst- und Winterapfel kennen und ahne, dass man als Apfelbauer Äpfel wirklich lieben und sein Leben den Äpfeln anpassen muss.

Nachdem ich mit Äpfeln für den Kuchen und einer Flasche Altländer Apfelbrand für den Abend wieder zu Hause angekommen war, ging’s in die Küche zum Backen. Meiner Hilfe bedurfte man dabei dann nicht mehr. Zum Probieren wurde ich dann aber wieder hinzugebeten.

Dennis Fiedel

Ö:
Von der S-Bahnstation Neugraben (mit der Linie S3 alle 10 Minuten ab Hamburg Hbf) geht es mit der Buslinie 257 mindestens stündlich mitten ins Alte Land. Den genauen Fahrplan gibt es unter www.hvv.de.

Tipps zur Tour

Tipp 1

Zum Lesen.

Nicht das einzige, aber ein sehr schönes Buch zum Thema ist „Mein großes Apfelbuch: Alte Apfelsorten neu entdeckt“ von Eckart Brandt, Bassermann Verlag, ISBN 978-3809423737. Hauptsächlich geht es hier um Geschichte, Anbau und Rezepte alter und regionaler Apfelsorten. 

Tipp 2

Zum Besuchen.

Auch der niedersächsische Teil des Alten Landes lohnt eine Reise. Die Buslinie 257 führt über das hamburgische Cranz hinaus bis ins (inoffizielle) Zentrum des Alten Landes nach Jork. (Achtung, die SH-Tarif-Fahrkarten gelten nur im HVV-Großbereich, wer in den niedersächsischen Teil des Alten Landes reisen will, benötigt zusätzlich eine HVV-Fahrkarte.) Jork ist nicht wirklich ein Geheimtipp, aber trotzdem besuchenswert. www.jork.de.

Tipp 3

Zum Radeln.

Mit dem Fahrrad lässt sich das Alte Land prima bereisen und kennenlernen. Zwei schöne Touren finden sich im vom Hamburger Verkehrsverbund herausgegebenen Buch „Ab ins Grüne“ von Reiner Elwers, Via Reise Verlag 2010, ISBN 978-3935029360. Sehr gute Tourenvorschläge inklusive GPS-Daten gibt es unter www.tourismus-altesland.de/tourenvorschlaege.

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