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Waldbaden im Sachsenwald

Tour-Nummer: 03 / 2020

Infos

Aktuell ist Schleswig-Holstein Deutschlands waldärmstes Flächenland. Durch Schutzmaßnahmen und nachhaltige wirtschaftliche Nutzung soll der Waldbestand aber wieder erhöht werden.

Ausführliche Wald-Infos gibt’s unter anderem auf den Seiten der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und beim NABU Schleswig-Holstein.

Sachsenwald:

  • Unterteilt in drei Reviere: im Westen Aumühle, im Osten Stangenteich und im Süden Wohltorf
  • 80 Kilometer markierte Wanderwege
  • Sehenswürdigkeiten: Schloss Friedrichsruh mit Bismarck-Museum, Garten der Schmetterlinge, Eisenbahnmuseum Lokschuppen, Hünenbetten „Alter Hau“, Klettergarten

Ö:

Ab Hamburg Hauptbahnhof fährt die S-Bahn-Linie S21 im 20-Minuten-Takt nach Aumühle. Die Fahrtzeit beträgt 32 Minuten.

Hinweis: Vor der Haltestelle führt eine Brücke über die Gleise. Dem Weg folgen, die Alte Schulstraße und Am Mühlenteich rechts in den Sachsenwald einbiegen.

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Tipps zur Tour

Tipp 1

Abtauchen ins Grüne

Waldbaden im größten Forstgebiet Schleswig-Holsteins

In Japan ist das Waldbaden (Shirin Yoku) seit Jahrzehnten als Naturtherapie anerkannt und wird sogar ärztlich verordnet. Die Badehose kann man dabei allerdings getrost zu Hause lassen, denn abgetaucht wird lediglich in die Natur. In Schleswig-Holstein laden insgesamt 173.000 Hektar Waldgebiet zur inneren Entschleunigung ein – zum Beispiel der knapp 60 Quadratkilometer große Sachsenwald östlich von Hamburg.

Tipp 2

Im Schneckentempo

Im Gegensatz zum Wandern liegt der Fokus beim Waldbaden darauf, ohne Hast und Druck die Natur zu erkunden. Dabei sind alle Sinne gefragt: Wie sehen Zapfen aus der Nähe aus? Wie riecht das Holz? Welche Geräusche klingen aus dem Geäst? Und wie fühlen sich Naturmaterialien an? Nach einiger Zeit stellt sich eine tiefe Entspannung ein, die Stresshormone reduziert, die Nervenaktivität beruhigt und das gesamte Immunsystem stärkt.

Tipp 3

Ohren spitzen wie ein Luchs

Abseits der Wege finden sich Lichtungen und Baumstümpfe, auf denen man verweilen kann, um sich den Tönen des Waldes hinzugeben. Das Unterholz knackt, Vögel zwitschern in den unterschiedlichsten Melodien und der Wind streicht durch die Baumkronen. Die gezielte Konzentration ist eine Achtsamkeitsübung, durch die die Gedanken an den Alltag schwinden sollen. Stille breitet sich im Kopf aus und die Aufmerksamkeit wird gefördert.

Tipp 4

Mit Adleraugen durchs Dickicht

Braungefärbte verschnörkelte Rinde, winzig stachlige Buchecker oder seichte Wellen, die eine Ente auf dem See in Schwung setzt – alles erhält Beachtung und jeder Moment wird intensiv erlebt. Durch die konzentrierte Betrachtung werden Pulsfrequenz und Blutdruck gesenkt. Studien zeigen sogar, dass der Körper nach einem Waldbad DHEA-Hormone produziert, die Herzkreislauferkrankungen vorbeugen.

Tipp 5

Die Fühler ausstecken

Über duftendes Moos an Bäumen streicheln, die Schuhe ausziehen und barfuß durch feuchten Farn laufen, blühende Gräser an Wegesrändern abtasten, die Hand in einen plätschernden Fluss halten und eins mit der Natur werden. Waldpflanzen verströmen Terpene, einen Bestandteil von ätherischen Ölen, die über die Haut übertragen werden. Sie beruhigen das vegetative Nervensystem und wirken sich positiv auf innere Organe und Blutkreislauf aus.