Fahrplanauskunft
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Pünktlichkeit: Treffen mit den Bahnunternehmen

Eintrag von Bernhard Wewers, 21.12.2015

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Eine so schlechte Pünktlichkeit wie in diesem Herbst habe ich hier im Land nie zuvor erlebt. Damit können wir nicht zufrieden sein. Im Oktober waren landesweit nur 85,6 Prozent der Züge pünktlich. Auch im November blieben wichtige Linien wie Kiel – Hamburg, Flensburg – Hamburg, Kiel – Husum und Kiel – Flensburg deutlich unterhalb der vereinbarten Pünktlichkeitsziele. Wir haben uns jetzt mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und DB Netz getroffen, um die Ursachen zu besprechen und um Lösungen für die gravierenden Pünktlichkeitsprobleme zu suchen.

Die meisten der Probleme lagen in den vergangenen Wochen an der Infrastruktur. Es gab viele Bauarbeiten, aber auch außergewöhnlich viele Bahnübergangstörungen.

Fünf Themen stehen für uns jetzt im Vordergrund:

  • Baustellenfahrpläne: Bauarbeiten sind nötig, damit das Netz erhalten und ausgebaut werden kann. Die Fahrpläne während der Bauarbeiten müssen aber künftig besser funktionieren.  Wir wollen gemeinsam mit den Bahnunternehmen und DB Netz Maßnahmen entwickeln, die bessere Fahrpläne möglich machen.
  • Betriebsdisposition: Wenn es Störungen gibt, muss die Leitstelle schnell und sachgerecht darauf reagieren.  Wir werden mit den Bahnunternehmen und der Betriebsleitzentrale der DB Netz in Hannover darüber sprechen, wie das erreicht werden kann.
  • Infrastrukturausbau: Mehr Weichen und Ausweichstellen sind nötig, um bei Störungen guten Bahnverkehr sicherstellen zu können. Wir werden mit DB Netz und dem Bund über die nötigen Projekte sprechen.
  • Umfassende und richtige Fahrgastinformation: Die Bahnunternehmen und DB Netz wollen gemeinsam mit DB Station und Service enger bei der Fahrgastinformation zusammenarbeiten.
  • Allgemeine Fahrplangestaltung: Der Fahrplan in Schleswig-Holstein ist ehrgeizig, aber nach einhelliger Auffassung der Bahnunternehmen „fahrbar“.

Spätestens Anfang Februar soll es ein nächstes Treffen aller Beteiligten geben. Uns ist klar, dass viele der nötigen Maßnahmen erst mittelfristig greifen werden. Umso nötiger ist es, die jetzt anzugehen. Vor allem bei der Fahrgastinformation erwarte ich aber durchaus schnelle Ergebnisse. Hier müssen die Bahnen und die beiden Infrastrukturbetreiber endlich besser werden.

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Kommentare

  • Wenn ich mir die demnächst stattfindende Baumaßnahme im Keitum anschaue, wo das Kreuzungsgleis um 8 Meter verlängert werden soll, das dann zwei Züge gleichzeitig einfahren können, frag ich mich, ob die kurze Verlängerung überhaupt ausreicht. Dagegen wurde bei der Verlängerung des Ausweichgleis vom Kreuzungsbahnhof Lehnshallig dieses gar um rund 200 Meter verlängert. Da stellt sich die Frage, warum war es damals erforderlich, das Gleis fast 200 Meter zu längern und in Keitum während in Keitum nur 8 Meter reichen. Ich habe die Befürchtung, das die Baumaßnahme in Keitum nicht dazu führt, das zwei Züge gleichzeitig einfahren können, da der Durchrütschweg immer noch zu kurz ist, da die verkehrenden Züge einfach zu Lang sind...

    Wäre es nicht sinnvoller zwischen Westerland und Niebüll zweigleisig auszubauen, wobei man erst die Streckenabschnitte zwischen Keitum und Morsum sowie zwischen Klanxbüll und Lehnshallig zu erst durch führt.um die Zahl der Kreuzungshalte in Keitum und Lehnshallig deutlich zu senken.

    Gibt es Überlegungen, wie man in Husum in den ITF-Knoten einen vernünftigen Verspätungspuffer einbauen könnte, der zur Zeit fehlt? Gerade aus Westerland kommend in Richtung Kiel wird durch Verspätungen oftmals der Anschluss nicht erreicht.

    Geschrieben von Nahne Johannsen, 25/12/2015 12:49pm (vor 2 Jahren)

  • Bei der Pünklichkeitsoffensive müssen aber die Bahnunternehmen bezüglich des eingesetzten Materials in die Pflicht genommen werden. z,B. Heute RB 81 ab Rahlstedt 6:29 Uhr fällt aus wegen Triebfahrzeugschades. Logischerweise fällt die Rückfahrt ab Hamburg Hbf um 6:54 Uhr aus. Und das bei dem verdünnten Fahrplan wg. Bauarbeiten Berliner Tor! Auch, gehört zwar nicht direkt zum Thema, generiert aber u.U. auch Verspätungen, nämlich defekte Türsteuerungen. Letzte Woche wurde auf der Strecke ein älterer DS- Waggon komplett gesperrt, da alle Türen defekt. Man darf eines nicht vergessen, ist eine Tür gesperrt, sind im Falle eines Falles 50% der regulären Fluchtwege auf dieser Seite erst einmal gesperrt. Bis dann jemand den Mut findet, die Gegenseite zu entriegeln oder Scheiben einzuschlagen!
    Bei den Störungsanzeigen oder -Ansagen hat man manchmal den Eindruck, dass der Erfinder dieser Standart - Ansagen früher bei der NVA gelernt hat: Bloß keine Details nennen. Beispiel: gestern auf der Strecke Hamburg - Büchen, Baum auf Oberleitung. Ansage Oberleitungsschaden. Zug fällt aus. Warum nicht dazu: Strecke mindestens 2 h gesperrt.
    Dann wüßte der Reisende dass der nächste Zug erst nach mindestens 2 h fahren kann und er sich nach Alternativen umsehen kann.

    Geschrieben von RB- Fahrer, 22/12/2015 8:07am (vor 3 Jahren)

  • Wie sollen denn bitteschön die Pünktlichkeit gesteigert werden wenn z.B. wie auf der Marschbahn aufgrund von zusätzlichen, gewinnorientierten Trassenbelegungen ab Februar 2016 durch zwei konkurrierende Autozugunternehmen und einen aus rein politischen Gründen in Westerland (Sylt) und Niebüll hin- und her rangierenden SSP-Triebwagen-Oldtimer zum DB-Fernverkehrspreis (!) eine weitere Belastung der teilweise eingleisigen Strecke erfolgen wird, die es im alten Fahrplan so nicht gab ?
    So schafft man neue Probleme.
    Ein solcher Fahrplan "da oben" ist in der Praxis eben nicht befahrbar was die NOB richtig erkannt hat und in Presseberichten des shz-Verlages und des "Hamburger Abendblatts" korrekt zum Ausdruck gebracht hat.
    Man darf den Nahverkehr nicht isoliert betrachten, auch weil z.B. der IC 2310 (an Niebüll 15:45) ständig verspätet ist.
    Nur aufgrund der Tatsache daß im Raum Niebüll noch "Eisenbahn mit der Hand" gemacht wird (sonst würde da überhaupt nichts mehr funktionieren) klappt das wenigstens mit der Kommunikation.
    Kommunikationsprobleme entstehen eher im Hamburger Umfeld.
    Und das man sich von einer Bahn-App zur nächsten App hangeln muss weil es keine einheitliche Homepage gibt ist auch schwach. Aber das kriegt der HVV ja auch nicht hin. Irgendwann Ende 2016...oder noch später.

    Geschrieben von Gonger, 22/12/2015 12:25am (vor 3 Jahren)

  • Wann wird den der Eintrag "Pünktlichkeit im November 2015" hier im Blog erscheinen? Die konkreten Zahlen würden mich schon sehr interessieren.

    Geschrieben von Frank, 21/12/2015 6:15pm (vor 3 Jahren)