Lindaunisbrücke - hochgeklappt
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Schlei-Brücke Lindaunis: Zug-Fuß-Zug-Konzept

Ein neues Anbindungskonzept für die Bauphasen-Zeiten an der Lindaunis-Brücke zwischen Kiel und Flensburg spart Zeit und CO2-Emissionen. Besonders Fahrgäste aus der Schlei-Region profitieren davon.

Verlässliche Anbindung auch in Brücken-Bauphasen
Die Anbindung zwischen Kiel und Flensburg wird trotz der Sperrung der Lindaunis-Brücke weiterhin aufrechterhalten – und das ohne den zeitaufwändigen Schienenersatzverkehr, wie er 2021/22 eingesetzt wurde.

Die neue Lösung heißt Zug-Fuß-Zug-Konzept: Die Züge zwischen Kiel und Flensburg fahren ab 15. September beidseitig an die Lindaunis-Brücke heran, halten an eigens dafür eingerichteten provisorischen Bahnsteigen und die Fahrgäste queren die Brücke anschließend zu Fuß. Der Übergang in den Zug auf der anderen Seite ist barrierefrei möglich. Für das Queren der Brücke sind 12 Minuten vorgesehen, dann fährt der Anschlusszug auf der anderen Seite weiter. Die Entfernung zwischen den Behelfshalten beträgt längstens etwa 350 Meter.

Neue Lösung spart Zeit und CO2 – vor allem für Fahrgäste aus Schlei-Region
Der stündliche Takt Kiel-Flensburg und der halbstündliche Takt Kiel-Eckernförde bleibt erhalten und alle Bus-Anschlüsse an den Knotenpunkten auf der Strecke werden auf diese Weise weiterhin erreicht.
Die Fahrzeit zwischen Kiel und Flensburg verlängert sich im Vergleich zum Normalbetrieb um 35 Minuten. Fahrgäste können in diesem Fall auf die schnellere Zugverbindung über Rendsburg ausweichen. Abo-Karten zwischen Flensburg und Kiel bleiben durch eine Kulanzregelung von DB Regio auf dieser abweichenden Strecke trotzdem gültig.

Für alle Zwischenrelationen – also gerade für Fahrgäste aus der Schlei-Region – verbessert sich das Angebot jedoch erheblich im Vergleich zum SEV über Kappeln, so wie er im Winter 2021/22 gefahren wurde: Alle Fahrgäste, die für ihr Fahrziel die Schlei queren müssen, sparen 30 Minuten durch das neue Zug-Fuß-Zug-Konzept.
Auch im Hinblick auf Kosten und CO2-Emissionen gewinnt das neue Konzept während der Brücken-Bauphasen, da die zusätzlichen Bus-Schienenersatzverkehre entfallen und trotzdem eine zuverlässige Anbindung gewährleistet ist.

Am Mittwoch 14. September wird für einen Tag ein SEV über Kappeln eingerichtet, um stellwerkstechnische Anpassungen vorzunehmen, damit der Zugverkehr ab 15. September wie oben beschrieben starten kann.

Ausblick
Die in den vergangenen Monaten gemachten Erfahrungen mit dem Bauablauf und insbesondere mit dem Setzungsverhalten der Brücke lassen die Hoffnung zu, dass im kommenden Jahr der Schienen- und Straßenverkehr bereits recht früh (ggf. ab Ostern) wieder planmäßig über die Brücke rollen kann. Dann würde die Brücke zumindest im Sommerhalbjahr 2023 weiter wie bisher genutzt werden können. Anschließend ist ein weiterer Betriebsunterbruch vorgesehen, bevor im Sommer 2024 die Brücke dann erneut für Schiene und Straße freigegeben werden kann. Anschließend ist nur noch eine kürzere mehrwöchige Sperrung vorgesehen bevor Ende 2025 die neue Brücke in Betrieb genommen werden soll.

Aktuelle Informationen für den Straßen, Zug- und Schiffsverkehr unter: https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/bruecke-lindaunis.

Hintergrund
Die Bahnstecke Kiel – Flensburg überquert die Schlei bei Lindaunis mithilfe einer fast 100 Jahre alten kombinierten Bahn-Straßenbrücke, deren Mittelteil hochgeklappt werden kann. Der Austausch der nicht mehr zeitgemäßen Brücke steht seit langer Zeit an, wurde aber immer wieder verschoben. 2020 wurde durch die DB mit den Brücken-Bauarbeiten begonnen. Dabei hat sich kurzfristig gezeigt, dass der Bau der neuen Brücke in Lindaunis nicht unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs (und des Straßenverkehrs) möglich ist. Die Bahnstrecke musste 2021 gesperrt und aufwändige Schienenersatzverkehre eingesetzt werden. Auch die Bedienung der Bahnstation Rieseby musste in diesem Zusammenhang eingestellt werden. Bereits in den Jahren zuvor war die Schlei-Brücke häufig schadhaft und kurzfristig mussten die Fahrgäste in den Bus umsteigen. Die Fahrzeit verlängerte sich so für viele Fahrgäste oft um eine Stunde.
Während der ersten langen Brückensperrung im Winter 2021/22 wurde zusätzlich zu den lokalen Ersatzverkehren zwischen Eckernförde und Süderbrarup (via Kappeln) auch ein stündlicher SEV-Bus zwischen Kiel Hbf und Flensburg direkt über die Autobahn gefahren. Zusätzlich gab es einige Direktbusse zwischen Eckernförde und Flensburg. Trotz der komplexen Organisation und der Vielzahl der angebotenen Ersatzbusse blieb die Situation – insbesondere in der Schlei-Region – vielfach kritisiert. Die gewünschte Verlässlichkeit war noch nicht gegeben und die Fahrzeiten des SEV zu lang. Der aufwändige SEV war zudem mit einem sehr hohen finanziellen Aufwand verbunden.
Statt häufiger Fahrplanänderungen und sehr kurzfristig wechselnder Betriebszustände – wie sie ursprünglich von der DB eingeplant waren – drang die NAH.SH auf eine andere Lösung, die verlässliche Zustände für Winter und Sommer sichert und die Fahrgäste in den Mittelpunkt stellt.